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Kirsty1
Monday, June 26, 2006 2:43 PM
Freund und Interpret des Papstes




Pater Stephan Horn − bis 1999 Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Passau − leitet den „Schülerkreis Joseph Ratzinger“, der sich demnächst wieder mit dem Papst in Castel Gandolfo trifft. (Foto: Piffer)






Der Salvatorianer- Pater Stephan Horn war in den siebziger Jahren Assistent Joseph Ratzingers. Im Vorfeld des Papst- Besuches in Bayern erzählt er von den menschlichen Seiten und theologischen Grundüberzeugungen Benedikts XVI.


von Karl Birkenseer
Als heuer Ende März die letzten sieben Salvatorianer-Patres Abschied vom Passauer Klosterberg nahmen, da war auch Pater Stephan Horn unter ihnen. Viele Menschen im Bistum wissen, dass der bald 72-jährige Schwabe bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 Professor für Fundamentaltheologie an der Universität Passau war. Nicht so vielen dürfte geläufig sein, dass Pater Stephan ein langjähriger Freund des jetzigen Papstes ist.
Zu Anfang der siebziger Jahre verfasste er seine Habilitationsschrift bei Joseph Ratzinger - damals Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte in Regensburg -, und von 1972 bis 1977 war er dessen wissenschaftlicher Assistent. Darüber hinaus leitet Stephan Otto Horn den vor gut 25 Jahren gegründeten „Schülerkreis“, dem heute noch 45 ehemalige Meisterschüler Ratzingers angehören, darunter der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn. Kommenden Mittwoch hält Prof. Horn den Eröffnungsvortrag zu einer dreiteiligen Ringvorlesung in Passau, die unter dem Titel „Joseph Ratzinger - Benedikt XVI.: Der Papst und das Papsttum“ stattfindet.
Pater Stephan denkt gern an die Assistentenjahre in Regensburg zurück, an die „sehr große Freiheit“, die Professor Ratzinger im Gegensatz zu manch anderem Gelehrtenkollegen seinen Mitarbeitern ließ, an die „große Schlichtheit und Bescheidenheit“ des nur sieben Jahre älteren Lehrstuhlinhabers - Eigenschaften, „die etwas ganz Natürliches, gar nicht Anbiederndes hatten“. Auch wenn es zunächst eine Arbeitsbeziehung war, bei der Besuche im Haus des Professors in

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Darf ein Priester Schallplatten hören?

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Pentling die Ausnahme blieben, entstand „ein sehr persönliches Verhältnis zueinander, das im Lauf der Jahre zu einem freundschaftlichen Verhältnis geworden ist“.
Wie groß das gegenseitige Vertrauen gewesen sein muss, zeigt folgende Anekdote, die Pater Stephan erzählt: „Eines Tages - Professor Ratzinger wollte sich als musikalischer Mensch einen neuen Schallplattenspieler zulegen - hat er mich gefragt, ob das mit der Einfachheit des priesterlichen Lebens vereinbar sei. Ich habe das natürlich bejaht, aber es zeigt, dass er immer ein anspruchsloser Mensch gewesen ist.“
Als besonders wichtige Erfahrung empfand Stephan Horn schon damals, dass Ratzinger „Theologie nie bloß theoretisch gemacht hat, sondern dass immer die Eucharistie mit dabei war“. Bei den 14-tägigen Doktoranden-Kolloquien wurde deshalb nicht nur diskutiert, sondern regelmäßig auch die Heilige Messe gefeiert. Ort der Kolloquien war das Regensburger Priesterseminar, in dem Benedikt XVI. während seines Bayern-Besuchs dreimal übernachten wird - eine der vielen Stationen zwischen Marktl, München und Pentling, an denen der Papst an seine biographischen Wurzeln erinnert wird.
Wenn man den Theologen Horn danach fragt, was seiner Meinung nach das Wesentliche im Denken seines Lehrmeisters ist, dann nennt er drei Bereiche, die schon für den Regensburger Professor entscheidend waren, aber auch das Pontifikat des jetzigen Papstes prägen dürften: „Punkt 1: Joseph Ratzinger eröffnet den Zugang zur Kirche vor allem von der Eucharistie her - für ihn ist die Eucharistie der Brennpunkt der Kirche. Punkt 2: Seine Überzeugung, dass Glaube und Vernunft eine enge Beziehung zueinander haben. Deshalb versucht Benedikt XVI., mit Philosophie und Naturwissenschaft ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam eine tiefere Kultur wiederzufinden. Punkt 3 : Das ökumenische Anliegen, das er hat. Sowohl bei den Kirchen der Reformation als auch bei den Kirchen des Ostens wird er versuchen, die legitimen Eigenständigkeiten dieser Kirchen anzuerkennen, andererseits aber auch alte Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen, die es ermöglichen, die Einheit wiederzugewinnen.“
Das zweite dieser drei Hauptthemen im theologischen Denken Joseph Ratzingers wird auch das Treffen des „Schülerkreises“ vom 1. bis 3. September in Castel Gandolfo begleiten: Dann diskutieren die ehemaligen Ratzinger-Schüler zusammen mit dem Papst über „Schöpfung und Evolution“ - ein Thema, das durch den Streit um „Kreationismus“ und „Intelligent Design“ brandaktuell geworden ist. Eines der beiden Referate wird Kardinal Schönborn halten, der selbst - wie Stephan Horn betont, zu Unrecht - in den Verdacht geriet, den Kreationisten nahe zu

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„Er hält Schöpfung und Evolution für vereinbar“

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stehen. Ihnen wird vorgeworfen, einen naiven biblischen Schöpfungsglauben mit pseudowissenschaftlichen Theorien zu verbinden, um so die moderne Evolutionslehre zu widerlegen. „Der Papst tendiert keinesfalls in Richtung Kreationismus“, klärt Pater Stephan auf, „er ist vielmehr von der Vereinbarkeit von Schöpfung und Evolution überzeugt“. Benedikt XVI. hebe zwar sehr wohl darauf ab, „dass der Mensch sich einem schöpferischen Ja Gottes verdankt“, was das aber im einzelnen bedeute, müsse im Gespräch mit der Naturwissenschaft geprüft werden. Das zweite Referat in Castel Gandolfo wird deshalb Peter Schuster halten - er ist Professor für Theoretische Chemie an der Universität Wien und neuer Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Das Treffen des „Schülerkreises“ ist das zweite seiner Art in Castel Gandolfo. Vorher fanden die jährlichen Zusammenkünfte an verschiedenen Orten statt - zuletzt sieben Mal in der Nähe von Regensburg, weil der frühere Kardinal Ratzinger so zwanglos seinen Sommerurlaub mit den Belangen der Wissenschaft verbinden konnte. Nach der Papstwahl hatte Stephan Horn nicht gewusst, ob die Treffen des „Schülerkreises“ überhaupt fortgeführt werden würden, aber dann sprach Benedikt XVI. seinen ehemaligen Assistenten während der Generalaudienz am 26. April 2005 selbst darauf an - und Ende August war es tatsächlich so weit. Die anfängliche Befangenheit ob des neuen Amtes, so erzählt Pater Stephan, sei schnell überwunden gewesen, schließlich habe man an eine jahrzehntelange „außerordentliche Vertrautheit“ anknüpfen können - „jedenfalls stand dem Papst die Freude über das Treffen ins Gesicht geschrieben“.




www.pnp.de/nachrichten/ar...=pol&BNR=0


Wunderbar, das es ein zweites Treffen, des Schülerkreises gibt
benedetto.fan
Wednesday, August 09, 2006 3:16 PM

09. August 2006, 11:25
Papst diskutiert mit Ex-Studenten über Schöpfung und Evolution

Am 1. und 2. September kommen Mitglieder des „Schülerkreises Joseph Ratzinger“ nach Castelgandolfo.

Vatikan (www.kath.net) Papst Benedikt XVI. will sich am 1. und 2. September in seiner Sommerresidenz Castelgandolfo mit ehemaligen Theologie-Studenten treffen und über die Evolution diskutieren. Rund 40 Mitglieder des „Schülerkreises Joseph Ratzinger“ werden teilnehmen und zwei Tage lang über „Schöpfung und Evolution“ debattieren.

Den ersten Vortrag wird Professor Peter Schuster halten, Leiter des Instituts für theoretische Chemie an der Universität Wien, der im Mai zum Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ernannt wurde. „Ich werde den Standpunkt des Wissenschafters vertreten und das Argument verteidigen, dass im Laufe der Evolution das Eingreifen eines Schöpfers nicht notwendig ist“, sagte Schuster laut Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Apcom.

Auch der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, sowie der deutsche Philosoph Robert Spaemann und der Jesuit Paul Erbrich, emeritierter Dozent für Naturphilosophie in München, nehmen an dem Treffen teil. Schönborn wird den zweiten Vortrag halten und über theologische und philosophische Aspekte des Themas „Schöpfung und Evolution“ sprechen.

Organisator ist Stephan Otto Horn, Theologieprofessor an der Universität Passau und Leiter des „Schülerkreises Joseph Ratzinger“. Er gründete den Kreis vor 25 Jahren; heute gehören ihm 45 Mitglieder an. Das Treffen mit dem Papst endet am Sonntag, 3. September, mit der Feier einer Heiligen Messe.

Das Treffen des „Schülerkreises“ ist das zweite seiner Art in Castelgandolfo. Die jährlichen Zusammenkünfte fanden zuvor an verschiedenen Orten statt - zuletzt sieben Mal in der Nähe von Regensburg. Nach der Papstwahl war zunächst unklar, ob die Treffen des „Schülerkreises“ überhaupt fortgeführt werden könnten. Dies sei jedoch ein persönlicher Wunsch von Benedikt XVI. gewesen, sagte Horn. Das letzte Treffen war im August 2005
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Nach der Papstwahl war zunächst unklar, ob die Treffen des „Schülerkreises“ überhaupt fortgeführt werden könnten. Dies sei jedoch ein persönlicher Wunsch von Benedikt XVI. gewesen, sagte Horn.


das klingt ja fast nach einem hauch von privatleben und freut mich für alle beteiligten!


ciao

benedetto.fan


@Andrea M.@
Saturday, January 20, 2007 10:35 PM
Ein Interview mit einem Teilnehmer am Treffen des Ratzinger-Schülerkreis in Castelgandolfo im Sommer 2006

9. September 2006

"Er macht nichts im Alleingang"

"GELASSEN UND HUMORVOLL" HABEN EHEMALIGE SCHÜLER DEN PAPST VOR WENIGEN TAGEN IN CASTEL GANDOLFO ERLEBT. EIN SALZBURGER ERZÄHLT AUS DEM EXKLUSIVEN KREIS.

Interview von Josef Bruckmoser

Knapp 40 ehemalige Schüler umfasst der auserlesene Kreis, mit dem sich Joseph Ratzinger jedes Jahr trifft. Als einer der wenigen Österreicher und einziger Salzburger ist Roman Angulanza mit dabei. Er war in den 60er Jahren Schüler von Ratzinger in Bonn und Münster und leitete bis zum Jahr 2000 das Katholische Bildungswerk Salzburg. Die SN sprachen mit Angulanza über den Papst aus der Nähe.

Herr Angulanza, drei Tage Papst aus der Nähe. Mit welchem Menschen hatten Sie es da zu tun? Angulanza: Man erlebt einen Menschen, der sehr gelassen ist, sehr humorvoll, in keiner Weise angstbesetzt, unglaublich normal. Er bewegt sich zwischen seinen Schülern wie jeder von uns. Nur von unserer Seite ist da noch immer ein Stück Befangenheit dabei.

Ist die gestiegen, seit die Schüler ihren ehemaligen Theologieprofessor mit "Heiliger Vater" ansprechen müssen statt mit Herr Kardinal? Angulanza: Ich habe ihn noch nie mit Heiliger Vater angesprochen. Oft wird mit einem Schmunzeln "Padre santo" gesagt, dann lacht er. Es ist eine fröhliche Atmosphäre.

War das im Sommer 2005, also nur ein paar Monate nach seiner Wahl zum Papst, auch schon so? Angulanza: Nein, es war heuer sehr viel leichter. Vor allem ist das auch im Umfeld des Papstes zu spüren. Sogar die Schweizergardisten scheinen weniger streng.

Ist Joseph Ratzinger als Papst weniger gestresst als es der Kardinal Ratzinger als oberster Glaubenshüter unter Papst Johannes Paul II. war? Angulanza: Er stand als Präfekt der Glaubenskongregation unter einem starken Druck und hat sehr darunter gelitten.Hat er Maßnahmen treffen oder Dokumente unterschreiben müssen, die ihm schwer gefallen sind? Angulanza: Der Auftrag des Papstes, dass die deutschen Diözesen aus der Schwangerenberatung aussteigen müssen, war wohl ein solcher Fall. Er sagte damals, es sei dem Heiligen Vater (Johannes Paul II., Anm.) ein großes Anliegen, dass die Kirche unter keinen Umständen in die Nähe einer Mitwirkung an Abtreibungen kommen dürfe.

Benedikt XVI. ist eineinhalb Jahre im Amt. Eine Wende gegenüber der Kirchenpolitik Karol Wojtylas ist nicht erkennbar. Was bringt der neue Papst? Angulanza: Die erste Enzyklika "Gott ist Liebe" ist sein Regierungsprogramm. Der Papst sagt: Gott liebt den Menschen ohne Vorbehalt, und danach muss die Kirche handeln. Außerdem ist bereits deutlich geworden, dass Benedikt XVI. die Verantwortung der Bischöfe sehr ernst nimmt. Er hat bei der Bischofsversammlung in Rom klar gesagt, dass er sich eine freie, kontroversielle Diskussion wünsche. Die Bischöfe waren das noch nicht gewohnt. Aber in Zukunft werden sie vorbereitet sein. Da wird es wohl sehr offene Diskussionen geben.

Ist das nicht genau die derzeitige Pattstellung, die Reformen verhindert: Die Bischöfe erwarten, dass der Papst Anstöße gibt. Der Papst erwartet, dass die Bischöfe sagen, was Not tut. Angulanza: Der Papst will, dass auch andere als nur die traditionellen Standpunkte zur Sprache kommen. Er hat eine sehr viel offenere Linie als die meisten annehmen. In einer Diskussion mit Priestern in Rom hat ein junger Kaplan gefragt, wie der Papst zur Weihe von Frauen stehe. Benedikt XVI. hat gesagt: Die Frage sei berechtigt, ob die Kirche den Frauen neben dem vielen, was bereits möglich sei, nicht auch im Dienstamt mehr anbieten könnte. Als Theologieprofessor hatte Ratzinger eine sehr offene Haltung Er ist Papst, er kann entscheiden. Angulanza: Er wird nie etwas im Alleingang machen. Schon gar nicht in einer so umstrittenen Frage wie die Frauenweihe.

In italienischen Zeitungen gibt es immer wieder Spekulationen, dass wieder verheiratete Geschiedene vielleicht doch zur Kommunion gehen dürfen oder Ehepartner, von denen einer mit Aids infiziert ist, Kondome verwenden dürfen. Glauben Sie, dass Benedikt XVI. solche Reformen anstrebt? Angulanza: In der Frage der wieder verheirateten Geschiedenen hat er eine Kommission beauftragt, Vorschläge zu machen. Als Theologieprofessor hatte Ratzinger dazu eine sehr offene Haltung eingenommen.

Aber als Präfekt der Glaubenskongregation in Rom hat er dann einen Vorstoß von drei prominenten deutschen Bischöfen abgelehnt. Die wollten, dass Katholiken in zweiter Ehe nach reiflicher Gewissensprüfung wieder zur Kommunion gehen dürfen. Aus Rom kam Ratzingers Nein. Angulanza: Das war so, ja.

War das verwunderlich? Angulanza: Für mich ja, weil ich damals geglaubt hatte, dass diese Frage die einzelnen Bischofskonferenzen entscheiden könnten.Es ist immer von den verschiedenen Joseph Ratzinger die Rede: der fortschrittliche Professor, dann der strenge Glaubenshüter, der Theologen wie Leonardo Boff, Hans Küng oder Eugen Drewermann gemaßregelt hat. Jetzt zeichnen Sie das Bild eines aufgeschlossenen Papstes. Gibt es die verschiedenen Ratzinger? Angulanza: Ich habe das nie so erlebt. Nur die Aufgaben haben sich verändert. Als Theologe hat Ratzinger neue Entwicklungen vorangetrieben. Als Präfekt der Glaubenskongregation hatte er zu achten, dass jeder, der im Namen der Kirche lehrt, die Lehre der Kirche vertritt.

Ratzinger konnte als Präfekt der Glaubenskongregation auch nicht immer seine persönlichen Auffassungen durchsetzen, weil in den zuständigen Kommissionen ein gemeinsamer Weg zu suchen war und er sich der kirchlichen Tradition verpflichtet weiß. Damals hat er wörtlich gesagt: "Wenn der Glaube nur eine Sache wäre, die von ein paar alten Männern in Rom reguliert wird, dann wäre er wenig wert."

"Er hört den Naturwissenschaftern mit großem Interesse zu" Bei seiner Ansprache vor der Papstwahl hat Kardinal Ratzinger von der Diktatur des Relativismus gesprochen und beklagt, dass keine gültigen Werte mehr anerkannt würden. Angulanza: Das war nur ein kleiner Abschnitt der Ansprache. Viele positive Aussagen wurden in den Medien nicht erwähnt. Im Übrigen hat der sicher unverdächtige Philosoph Peter Sloterdijk den Papst als "einen der liberalsten und geistreichsten Interpreten des westlichen Weges" gewürdigt.

Die konservative, die strenge Seite von Joseph Ratzinger ist bekannt. Was ist bei ihm liberal? Angulanza: Beim jüngsten Treffen haben wir über die Evolution und den Schöpfungsglauben gesprochen. Ich habe wieder erlebt, wie der Papst die Aussagen eines Naturwissenschafters in einer äußerst wertschätzenden und offenen Weise zur Kenntnis nimmt und mit großem Interesse anhört. Er harmonisiert aber nicht, sondern er vertraut darauf, dass die ursprüngliche Rationalität, die allem zu Grunde liege, uns erkennen lasse, wie Evolution und Schöpfung zusammengingen. Ratzinger gibt sich nicht damit zufrieden, dass nur subjektive Meinungen zählen und es keine letzten Gründe und Begründungen gibt.

Benedikt XVI. ist nicht der jüngste und trifft keine Hurra-Entscheidungen. Ist er ein klassischer Übergangspapst? Angulanza: Er selbst sieht sich nicht so. Es wird sich erst später zeigen, was er bewirkt, indem er immer wieder auf die positiven Aspekte des Glaubens hinweist. Er moralisiert in keiner Weise. Es geht ihm um die Freude am Glauben und am Leben.

© Salzburger Nachrichten

benedetto.fan
Sunday, January 21, 2007 5:10 PM


vielen dank, andrea, für das schöne interview.


Herr Angulanza, drei Tage Papst aus der Nähe. Mit welchem Menschen hatten Sie es da zu tun? Angulanza: Man erlebt einen Menschen, der sehr gelassen ist, sehr humorvoll, in keiner Weise angstbesetzt, unglaublich normal. Er bewegt sich zwischen seinen Schülern wie jeder von uns. Nur von unserer Seite ist da noch immer ein Stück Befangenheit dabei.

Ist die gestiegen, seit die Schüler ihren ehemaligen Theologieprofessor mit "Heiliger Vater" ansprechen müssen statt mit Herr Kardinal? Angulanza: Ich habe ihn noch nie mit Heiliger Vater angesprochen. Oft wird mit einem Schmunzeln "Padre santo" gesagt, dann lacht er. Es ist eine fröhliche Atmosphäre.



haaaaach - *benedetto.fanganzneidischaufherrnangulanzawirdundtiefseufzt*, irgendwie kann ich mir die atmosphäre blühend vorstellen !

wir hatten im vergangenen jahr nun reichlich möglichkeiten, papa bei vielen anlässen sowohl "dienstlich" als auch " weitestgehend privat" zu erleben. spätestens nach dem interview dürfte wahrscheinlich auch dem letzten kritiker klar geworden sein, dass er auch viele andere facetten hat. es freut mich zu lesen, dass es bei all dem druck und stress, den er jetzt wohl
noch mehr hat, auch noch einen hauch von normalität zu geben scheint.



@Andrea M.@
Thursday, March 01, 2007 11:36 AM
Neues Buch vor Veröffentlichung
Benedikt XVI.: Die Veröffentlichung eines neuen Buches zur Evolution steht bevor

Von Armin Schwibach

ROM, 1. März 2007 (ZENIT.org).- In Kürze wird der Augsburger Sankt Ulrich Verlag die gesammelten Aufsätze und Vorträge des letzten Treffens des „Ratzinger-Schülerkreises“ zum Themenkreis „Evolution und Schöpfung“ veröffentlichen. Benedikt XVI. hatte an den Diskussionen des Kreises aktiv teilgenommen. Der Band wird auch Hinweise auf die Anmerkungen des Papstes enthalten. Übersetzungen auf Italienisch, Englisch und Französisch werden folgen.

Das Thema „Schöpfung und Evolution“ gehört zu den großen Problembereichen der modernen Auseinandersetzung zwischen Vernunft und Glauben sowie zwischen Wissenschaft und Religion.

Bereits im Jahr 2005 hatte der Papst den Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, einen der Teilnehmer des Treffens in Castel Gandolfo, damit beauftragt, näher auf die Problematik und die aktuelle Diskussion zwischen „Evolutionismus“ und „Kreationismus“ einzugehen. Auch das diesjährige Treffen des „Ratzinger-Schülerkreises“ wird sich wieder mit der Evolution beschäftigen.

Am 1. und 2. September 2006, wenige Tage vor seiner Reise in die bayerische Heimat, hatte Benedikt XVI. den „Ratzinger-Schülerkreis“ zum alljährlichen Treffen in Castel Gandolfo zu Gast gehabt. Die Begegnung fand im vertraulichen Rahmen statt. Dem Willen des Papstes entsprechend, setzte sich der Kreis der Gelehrten, der vom Salvatorianerpater Professor Dr. Stephan Horn SDS koordiniert wird, mit dem Thema „Evolution und Schöpfung“ auseinander.

Gegenüber „Radio Vatikan“ hatte P. Horn damals geäußert, dass das Hauptproblem bei dieser Auseinandersetzung in der Frage bestehe, „ob sich die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in der heutigen Darstellung der Evolutionstheorie als eine Art von Weltanschauung zeigen, die über das hinausgeht, was die Naturwissenschaft als solche zu sagen hat“.

Es sei bei der Diskussion der Wissenschaftler darum gegangen, „wie weit die Theorie von Darwin, wie sie heute als synthetische Evolutionstheorie dargestellt wird, reicht; wie viel sie erklärt, in welchem Bereich sie Gültigkeit hat und in welcher Weise sie überschritten werden muss“.

Das Interesse des katholischen Theologen und Philosophen besteht darin, die Vernunft und die Vernünftigkeit des Wirklichen methodologisch nicht auf Teilbereiche zu beschränken. Der Reduktionismus auf das Quantifizierbare vor allem im Bereich der Biologie führt am Ende dazu, den Blick auf die Würde der Vernunft und das Menschsein einzuengen. Als Ergebnis wird die Welt als beherrschbar erachtet.

Der Mensch macht aus seiner Beschränktheit keine Tugend, die ihn zur Demut vor dem je Größeren führt, sondern das Prinzip der Machtübernahme – Ausdrucksform der höchsten Konzentration auf sich selbst. So steht der materialistische Evolutionismus an der Basis der mangelnden ethischen Sensibilität. Er ist die gemeinsame Tränke aller biologischen Wissenschaften, die es sich zum Ziel gemacht haben, auf dem Weg der vereinfachenden Reduktion in das Komplexe einzudringen – dies teilweise mit tragischen Folgen, wie zum Beispiel die Entwicklung eugenetischer Tendenzen im Zusammenhang mit den Evolutionstheorien zeigt.

Das Thema der Evolution ist für Papst Benedikt XVI. sehr wichtig. Gerade angesichts des bevorstehenden Darwin-Jahres (2009) liegt dem Papst daran, die theologische Diskussion voranzutreiben und vertiefende Reflexionen zu diesem Thema zu bieten.

War die Begegnung in Castel Gandolfo des letzten Jahres eher wissenschaftlichen Themenstellungen gewidmet, so wird der Akzent in diesem Jahr theologischer Natur sein.
ingaH
Saturday, March 03, 2007 7:00 PM
Religion und Evolution
Danke, Andrea, für den Hinweis! ich werde mal in meiner Buchandlung Ausschau halten.

Liebe Grüße ingaH.
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