Benedikt XVI. fordert Gewaltstopp in Burundi
Päpstliches Telegramm zum gewaltsamen Tod von Jesuitenpater Elie Koma
ROM, 8. Februar 2006 (Zenit.org).- Benedikt XVI. fordert das Ende der gewalttätigen Auseinandersetzungen in der ostafrikanischen Republik Burundi.
Nach dem tragischen Tod des 59-jähirgen Jesuitenpaters Elie Koma in einem Vorort der burundischen Hauptstadt Bujumbura am Samstag bringt der Heilige Vater in einem Telegramm seinen großen Schmerz über den Verlust dieses Priesters zum Ausdruck. An diejenigen, "die nicht aufhören, Gewalttaten zu verüben", richtet Benedikt XVI. den eindringlichen Appell, "endgültig auf solche Werke des Todes zu verzichten, damit die Einwohner dieser Nation in Friede und Sicherheit leben können".
Pater Elie Koma SJ verlor sein Leben in einem Feuergefecht zwischen Regierungstruppen und Einheiten der Rebellen.
Das päpstliche Schreiben, das der Heilige Stuhl am Dienstag veröffentlichte, ist an Erzbischof Paul Gallagher addressiert, den Apostolischen Nuntius in Bujumbura. Benedikt XVI. wendet sich darin an die Angehörigen und die Ordensbrüder des umgekommenen Priesters und betont, dass er vor dem "Herrn des Lebens für den Toten und alle Trauernden" eintrete. Der Papst dankt Gott für die Früchte der apostolischen Arbeit von Pater Koma und sendet "als Zeichen des Trostes" allen, die an dessen Begräbnis teilnehmen werden, "einen besonderen Apostolischen Segen, damit Gott in Friede und Hoffnung über euch wachen möge".
Der burundische Jesuitenpater Elie Koma war ein bekannter Exerzitien-Leiter und für die neu errichtete Kirche der Jesuiten in Kamenge verantwortlich, einem der ärmsten Nachbarorte von Bujumbura. 1967 war er der Gesellschaft Jesu beigetreten und 1980 zum Priester geweiht worden.
Am 29. Dezember 2004 wurde der damalige Apostolische Nuntius in Burundi, Erzbischof Michael Courtney, bei Minago aus dem Hinterhalt angegriffen und getötet. In jener Zeit, als der Bürgerkrieg in Burundi seinen Höhepunkt erreicht hatte, war der Erzbischof mutig als großer Förderer des Friedens in der Öffentlichkeit aufgetreten. Eine offizielle Untersuchung der genauen Hintergründe des Attentats auf den Geistlichen irischer Herkunft steht trotz wiederholter Forderungen seitens der Kirche in Burundi noch aus.
Der erste demokratisch gewählte burundische Staatspräsident wurde im Oktober 1993 nach nur 100 Amtstagen ermordet. Sein Tod rief große ethnische Spannungen und Gewalttätigkeiten zwischen Hutu and Tutsi hervor. In fast zwölf Jahren andauernder Kriegswirren starben mehr als 200.000 Bewohner dieses kleinen afrikanischen Landes, das an Ruanda, Tansania und die Demokratische Republik Kongo angrenzt.
Rund 65 Prozent der 6 Million Einwohner Burundis sind Katholiken. 23 Prozent glauben an Naturreligionen, 10 Prozent hängen dem Islam an.
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