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Kirsty1
Friday, March 10, 2006 9:27 AM
Papst Benedikt kommt nach Berlin


Die katholischen Gemeinden sind von neuem Engagement belebt – schon seit dem Weltjugendtag in Köln

Von Claudia Keller



Es sieht so aus, als käme Papst Benedikt XVI. bald nach Berlin. Immerhin rechnet der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann „in absehbarer Zeit“ mit einem Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts in Ostdeutschland und Berlin. In der nächsten Woche, kündigte Lehmann gestern an, komme der päpstliche Reisemarschall, Alberto Gasbarri, in die Hauptstadt.

Ein Besuch des Papstes wäre für die Berliner Katholiken ein Riesenereignis. Schon der Weltjugendtag in Köln war für viele Teilnehmer eine Art Rausch, ein sechs Tage dauernder Ausnahmezustand. Aus Berlin sind vergangenen August etwa 2500 Jugendliche dorthin gefahren. Was ist von der Begeisterung geblieben? Wenn man sich im Erzbistum Berlin umhört, erfährt man: Wer in Köln dabei war, kam verändert zurück und beschäftigt sich seitdem intensiver mit seinem Glauben oder engagiert sich im sozialen Bereich.

„Es gab durchaus Veränderungen“, sagt Kaplan Matthias Goy von der Gemeinde St. Matthias am Winterfeldtplatz. Der Tagesspiegel hatte ihn und seine Gruppe nach Köln begleitet. Jetzt treffen sich die Jugendlichen einmal wöchentlich zu einem „Glaubens-Talk“. Aus der Gemeinde Heilige Familie in Rüdersdorf reisten elf Jugendliche zusammen mit sieben Gästen aus Guatemala nach Köln, darunter auch Ludwig Dobe. Es sei das Gemeinschaftserlebnis gewesen, was ihn und seine Freunde so begeistert habe, sagt der 19-Jährige. Auch hätten sie von ihren Gästen aus Guatemala gelernt, wie lebendig der Glauben gelebt werden kann. Viele würden jetzt schon Geld sammeln, um 2008 zum Weltjugendtag nach Sydney fliegen zu können.

„Ich kam aus Köln zurück und dachte: Was jetzt?“, sagt David Dudyka. Dann kam der 19-Jährige auf die Idee, das weltgrößte „Hungertuch“ zu bemalen. Er begeisterte die Herz-Jesu-Gemeinde in Bernau, fand Jugendgruppen sogar in Nordrhein-Westfalen, die kommendes Wochenende gemeinsam ein 200 Quadratmeter großes Tuch bemalen mit Motiven aus der Passion Christi und dem Thema Aids. Unterstützt wird die Aktion vom Hilfswerk Misereor, das seit 40 Jahren offiziell Hungertücher von Künstlern bemalen lässt und vertreibt. Die Tücher gehen auf den katholischen Brauch zurück, während der Fastenzeit das Kruzifix in den Kirchen mit einem Tuch zu bedecken.

Schon beim Tag des sozialen Engagements, der dem Weltjugendtag vorausging, hatten Jugendliche in 77 Berliner Projekten 20 000 Stunden ehrenamtlich gearbeitet. „Da haben viele zum ersten Mal gemerkt, dass Glauben nichts Abstraktes ist, sondern sich im konkreten Handeln realisiert“, sagt Bistums-Jugendseelsorger Helmut Jansen. Das habe so beflügelt, dass viele Gemeinden und Verbände solche Tage wiederholen wollen. Die offizielle Jugendkirche des Bistums, St. Michael in Kreuzberg, hilft den Gemeinden bei der Organisation, im Juli fahren Gruppen zum Workcamp nach Russland.

„Hier können wir uns bei den Gottesdiensten einbringen, hier werden wir ernst genommen“, hörte man von Jugendlichen in Köln oft. „Aber wenn wir zu Hause mitgestalten wollen, sagt der Pfarrer nur: Das geht nicht und jenes auch nicht.“ Um daran etwas zu verändern, haben sich die Mitarbeiter der Jugendkirche „Limo“ ausgedacht, „Liturgie mobil“. Wer sich im Gottesdienst einbringen möchte, aber nicht weiß wie, kann „Limo“ buchen: Mitarbeiter kommen in die Gemeinde und überlegen sich mit den Jugendlichen neue Ideen für den Gottesdienst und helfen beim Gespräch mit dem Pfarrer. „Die Jugendlichen übernehmen gerne Verantwortung“, sagt Helmut Jansen, „man muss ihnen nur die Freiheit lassen und Raum zum Gestalten.“



www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/10.03.2006/2399905.asp



In der nächsten Woche, kündigte Lehmann gestern an, komme der päpstliche Reisemarschall, Alberto Gasbarri, in die Hauptstadt.




Dann scheint der Besuch von Papa, in Berlin, ja konkret zu sein
@Andrea M.@
Tuesday, February 12, 2008 9:35 AM
Papst-Besuch in Berlin womöglich im November 2009

Berlin (AFP) — Der neue Botschafter des Vatikans in Berlin, Erzbischof Jean-Claude Périsset, sieht die Möglichkeit eines Deutschlandbesuchs von Papst Benedikt XVI. zum 20. Jahrestag des Mauerfalls im November 2009. "Der Besuch des Papstes in Berlin wäre ein Zeichen für die deutsche Einheit und die Verankerung Deutschlands in der Weltkirche", sagte der Apostolische Nuntius der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Er hoffe, dass Benedikt XVI. 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in seine Heimat reise, ähnlich dem Polen-Besuch seines Vorgängers Johannes Paul II. im Jahr 1999.

Ein Papstbesuch in Berlin würde auch positive Auswirkungen auf die Ökumene haben, sagte der 68-jährige Nuntius. "Der Papst käme in eine Region des Landes, in der die Katholiken weniger stark vertreten sind. Das könnte einen neuen Anstoß für die Beziehungen zwischen den Kirchen geben." Grund für die jüngsten Verstimmungen im Dialog zwischen katholischer und evangelischer Kirche seien vor allem falsche Erwartungen, sagte Périsset.

Viele Menschen hätten sich der "Illusion" hingegeben, dass die Einheit der Kirche mit Gesprächsrunden und gemeinsamen Dokumenten schnell wiederhergestellt werden könne. Jede Gemeinschaft habe aber eigene Glaubensgrundsätze und Traditionen. Es sei notwendig, die eigene Identität in Erinnerung zu rufen, sagte der Vatikan-Botschafter. "Sonst haben wir ein ökumenisches Magma, bei dem niemand mehr weiß, wer wofür steht."

Périsset, der zuvor als Botschafter des Heiligen Stuhls in Rumänien und Moldawien tätig war, versteht sich als "Brückenbauer" zwischen den deutschen Katholiken und Rom. "Die Tatsache, vom Papst in sein Herkunftsland entsendet zu werden, ist für mich ein großer Vertrauensbeweis", sagte er. Zugleich verlange ihm sein neues Amt auch eine größere Verantwortung ab. "Der Papst kennt die christliche Tradition des Landes seit seiner Geburt. Ich muss mich nun in diese Tradition einfinden", sagte Périsset.

Seit seinem Amtsantritt im vergangenen November habe er "eine sehr starke Einheit" der deutschen Bischöfe erlebt, die bei wichtigen gesellschaftlichen Themen mit einer Stimme sprächen. Ein Beispiel sei die "entschlossene Haltung" in der Debatte um Lockerungen beim Import embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken.
benevolens
Tuesday, February 12, 2008 11:54 PM
Re:
@Andrea M.@, 12.02.2008 09:35:

Papst-Besuch in Berlin womöglich im November 2009

Das tönt doch hoffnungsvoll!
Der Erzbischof hätte sich doch wohl kaum in dieser Weise öffentlich geäussert, wenn es nicht entsprechende Absichten gäbe, oder?

Jil
Wednesday, February 13, 2008 7:30 PM
Das wurde doch vor einiger Zeit schon mal angesprochen. Ich denke auch, dass so etwas nicht bloß als Gerücht im Raume schwebt,
da wird wohl was dran sein. Ein Grund zur Freude, oder?


"Der Papst käme in eine Region des Landes, in der die Katholiken weniger stark vertreten sind. Das könnte einen neuen Anstoß für die Beziehungen zwischen den Kirchen geben." Grund für die jüngsten Verstimmungen im Dialog zwischen katholischer und evangelischer Kirche seien vor allem falsche Erwartungen, sagte Périsset. 


So groß sehe ich die Probleme gar nicht, ich glaube,
da wird viel herbeigeredet. Die wirklichen Schwierigkeiten,
die wir in Deutschland mit der Religion allgemein, bzw. mit
anderen Religionen haben, liegen sicher nicht zwischen
Katholiken und Protestanten.

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