Auszug aus dem Buch von Paul Badde
27. September 2005
Das Gesicht Gottes
„Der Blick wollte mich nicht loslassen. Die Augen schauten mich an, ich schaute sie an.“
Paul Badde berichtet in einem neuen Buch, wie er das Antlitz Christi entdeckte. Wir dokumentieren einen Auszug.
Die Rückkehr der Bilder.
Morgensonne lässt den Marmor des Petersdoms rotgolden aufleuchten; ein Palast des himmlischen Jerusalem kann in diesem Moment kaum schöner sein. Das Blau eines neuen Tages spannt sich hinter der Kuppel zum Weltall hoch, als leuchtendes Zelt. Es könnte der erste Sommertag dieses Jahres werden, wie es aussieht, trotz der nachtkühlen Steine des Petersplatzes.
An einer Säule lege ich den Kopf in den Nacken und schaue nach oben, zwei segelnden Wolken nach. Aus diesem Blickwinkel öffnet sich der Kreis der Kolonnaden in der Höhe zu einem gewaltigen kosmischen Vulkan, aus dessen Mitte der Obelisk als Peilstab einer jenseitigen Welt zu den Sternen emporragt. Es ist ein kleiner Trick, mit dem ich normalerweise die Besucher Roms beeindrucke. Doch diesmal ist nichts normal. Diesmal liege ich in dem Säulenring wie ein angezählter Boxer in den Seilen.
Ein Flugzeug mit blinkenden Positionslichtern zieht hoch oben durch das helle Morgengrauen. Die Tauben schlafen noch auf den Simsen. Schwalben jagen und stürzen zirpend auf und nieder. Eine Kehrmaschine fegt den schwarzen Basaltplatz mit Getöse. Zermürbende Wochen liegen hinter mir. Ein einziges großes Fest der Bilder, über das ich fast Tag und Nacht zu berichten hatte. Seit der Mondlandung haben nicht mehr so viele Menschen auf einen Ort geschaut wie in dieser Zeit auf diesen Platz vor meinen Augen.
Die jüdische Welt feiert heute Pessach: das Fest vom »Vorübergang Gottes«. Vor drei Tagen aber wurde hier das Gemälde eines Übergangs fertig gestellt, wie ihn die Menschen des Medienzeitalters noch nicht gesehen haben. Vom Sterben Papst Johannes Paul II. bis zur Wahl Benedikt XVI. war dieser Platz Bühne eines einzigartigen Welttheaters geworden. Vom Himmel her ist er wieder zum »Platz der Propheten« geworden, wie der »Vatikan « mit einem ägyptischen Fremdwort schon von den alten Römern genannt wurde.
Der Obelisk in der Mitte stand schon hier, als der Apostel Petrus im Circus des Nero gekreuzigt wurde. Jetzt ist er eine himmlische Antenne, die seit Wochen immer neue Bilder einer phantastischen Gemäldegalerie in die Welt hinaus funkt – eine Rückkehr der Bilder.
Den letzten stummen Segen Johannes Paul II. habe ich hier erlebt, da oben an seinem Fenster. Später stand ich in der Love-Parade, die zu seinem Sterben als Mississippi der Menschheit nach Rom strömte. Als sein Lebenslicht erlosch, stand ich wieder unter seinem Fenster – mitten in dem tosenden Applaus, der die Nachricht von seiner »Heimkehr in das Haus des Vaters« spontan beantwortete. Die Allerheiligen-Litanei, in die er auf seinem letzten Geleit über den Petersplatz zum Portal der Basilika gehüllt wurde, habe ich hier mitgesungen.
Der Sturm, der Tage später die Gewänder der Kardinäle vor seinem Sarg aufblähte, fuhr auch mir in die Haare, bevor er da vorne auf dem Sarg in den Seiten des Evangelienbuchs blätterte. Ich stand im Petersdom dabei, als Kardinal Ratzinger in seiner purpurroten Königstoga die letzte Messe vor der Wahl des nächsten Papstes feierte.
Am Abend dieses Tages habe ich vor dem Portal den ersten schwarzen Rauch in den Himmel steigen sehen und einen Abend später den weißen Rauch – im Regen in der Menge unter der Loggia, bevor der gleiche Mann plötzlich in Weiß über dem Petersplatz die Arme hochriss. Das Läuten der schweren Glocken habe ich noch im Ohr – und das flatternde goldene Gewand Papst Benedikts XVI. noch vor Augen, mit dem er vor drei Tagen da vorne aus dem Portal in eine neue Epoche hineintrat.
Die Figur eines gotischen Gekreuzigten schaute mit offenem Mund auf ihn nieder. Um von diesen Bildern zu berichten, hatte ich manchmal kaum noch gehen und stehen und sitzen und liegen können. Ich habe einen Bericht nach dem anderen geschrieben; die Textmenge könnte ein ganzes Buch füllen. Es war eine Zeitenwende. Zwei kleine Traktoren sind vorgefahren, mit denen die letzten Stühle der Feiern weggeräumt werden sollen. Der rote Samt über der Loggia ist abgehängt. Der Alltag kehrt zurück.
In wenigen Stunden werden wieder Menschen aus aller Welt den Platz und die Basilika bestaunen und zum Grab Johannes Paul II. herbeigeströmt kommen. Noch ist keine Stimme zu hören. Die beiden Brunnen rauschen. Die Lampen verlöschen. Zwei Polizisten schlendern vorne rechts durch den Säulenring. Ich lehne den Kopf noch einmal an die Säule, schaue noch einmal nach oben in den Morgenhimmel und dann den Polizisten nach, die jetzt auf das schwere Bronzeportal zugehen. Gestern war ich dort mit meiner Frau hindurchgeschritten – auf dem Weg zu einem letzten Gemälde, das alle Bilder Roms aus den vergangenen Wochen noch einmal in den Schatten stellen sollte.
Über ein Jahr zuvor hatte ich bei Erzbischof Piero Marini, dem Leiter des »Instituts der liturgischen Feiern des Obersten Brückenbauers«, einen Antrag gestellt, das »älteste Abbild des Antlitzes Jesu Christi« einmal von nahem betrachten zu dürfen, das so genannte »Mandylion von Edessa«, das der Vatikan in diesem Palast in seinem Gewahrsam hat. Dieses »wahre Porträt« Christi sei das Modell, das »offensichtlich zum Archetypus aller späteren Christusbilder« geworden sei, hatte ich gelesen.
Es zähle zu den »nicht von Menschenhand geschaffenen« Bildern himmlischen Ursprungs, die noch zu Lebzeiten Jesu entstanden seien. In gewisser Weise müsse es als »die erste Ikone« überhaupt gelten. Sein Anblick habe sich dem Herzen, Verstand und Denken Papst Johannes Paul II. wie ein Siegel eingeprägt. In seiner privaten Kapelle hatte er es stets vor Augen – Edessa war eine bedeutende antike Stadt in der Gegend Ostanatoliens, über deren Ruinen das heutige Urfa erbaut ist. Der Weg dieses uralten Christusporträts von dort nach Rom sei rätselhaft, hatte ich erfahren, doch lasse es sich mindestens bis ins 6. oder gar 3. Jahrhundert zurückverfolgen. Ich hatte darauf gebrannt, es kennen zu lernen. Auf Fotos sah das »Mandylion von Edessa« allerdings fast schwarz aus.
In einer ersten Antwort Erzbischof Marinis musste ich erfahren, das Tuchbild werde gerade in Kalifornien ausgestellt und sei nicht in Rom. Bei späteren Anfragen bekam ich zur Antwort, dass es gerade restauriert würde. Doch plötzlich, einen Tag nach dem Ende der Feiern des großen Übergangs, hatte ich ein Fax aus der »Capella Sistina« erhalten, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich das Bild nun sehen könnte. Bei der »Portone di Bronzo« würde ich mehr erfahren. Natürlich könne ich Ellen, meine Frau, mitbringen, erfuhr ich in einem Anruf. Also legte sie ihre Perlenkette und rote Samtjacke an, und auch ich holte noch einmal meinen Festanzug aus dem Schrank.
Beim Bronzeportal salutierten die Schweizergardisten, als hätten sie auf uns gewartet. Wir sollten einfach geradeaus die Treppe hochgehen, sagte ein Offizier. Dort würde uns ein anderer Gardist weiterleiten. Die Scala Regia lag vor uns, die »königliche Treppe«: eine Kaskade von Stufen, die hinter dem Portal in den Vatikan hinaufsteigt. Das Meisterwerk Berninis ist normalen Sterblichen üblicherweise versperrt, doch nicht der großartige Sog dieser Himmelsleiter übermannte mich, oder das Privileg, diese Stufen nun betreten zu dürfen, sondern ein Empfinden, als würde der Film der letzten Wochen urplötzlich noch einmal ablaufen, jedoch rückwärts, dessen Bilder alle Welt davor im Fernsehen verfolgt hatte.
Plötzlich sah ich den toten Johannes Paul II. wieder vor mir, der hier vor drei Wochen auf einer Bahre zu seiner letzten Reise hinabgetragen wurde, zum Gesang der lateinischen Allerheiligenlitanei: »Sancta Maria, ora pro illo!«, und immer weiter: »Sancte Petre, Sancte Paule, Sancte Andrea, Sancte Ioannes, Sancte Thoma, Sancte Bartholomae, Sancte Thaddae, Sancta Maria Magdalena: ora pro illo. Heilige Maria, bitte für ihn, heiliger Petrus bitte für ihn, bitte für ihn, bitte für ihn, bittet für ihn!« – Wir gingen hinauf, wo er hinabgetragen worden war. Am Ende der Scala wurden wir um zwei Ecken geleitet. Atemberaubende Perspektivwechsel. Plötzlich sah ich die Fassade des Petersdoms von oben durch die Fenster, dann den Gianicolohügel, schließlich die Kuppeln Roms dahinter im Morgendunst. Das Fax in meiner Hand war ein Sesam-öffne-dich geworden. Dann standen wir vor der Tür von Erzbischof Marini und schauten auf den Petersplatz hinab.
Plötzlich stand ein junger Mann mit einem Schlüsselbund vor uns, vom Erzbischof geschickt, der Ellen und mich durch das Labyrinth des Palastes zu dem Bild Christi führen sollte. Wir gingen durch die »Sala Ducale«, die »Sala Regia«. Ein riesiges Fresko der Seeschlacht von Lepanto wollte mich festhalten. Ich verdrehte den Hals vor all den Meisterwerken an den Wänden und Decken, es war wie ein Schreiten durch einen Traum. Ich vergaß sogar nach dem Namen unseres jungen Führers zu fragen und vergaß schließlich alles, als er mit einem schweren Schlüssel eine Tür öffnete, hinter der sich Hunderte von Menschen drängten. Wir standen auf der Schwelle der Sixtinischen Kapelle, über die vor Tagen die Kardinäle ins Konklave gegangen waren.
Immer wieder war diese Tür in den letzten Tagen im Fernsehen gezeigt worden, wie sie sich öffnete und schloss. »Ich stehe am Eingang zur Sixtina«, hat Johannes Paul II. vor zwei Jahren noch über dieselbe Schwelle in einem Gedicht geschrieben. »Extra omnes!« hatte vor nur wenigen Tagen der Zeremonienmeister des Konklaves vor dieser Tür gerufen, als alle diesen Raum vor der Wahl des Papstes verlassen mussten, außer den Kardinälen: »Alle hinaus!« – »Vielleicht hätte das alles einfacher gesagt werden können / in der Sprache des Buches Genesis, der Schriftrollen vom ›Urbeginn‹«, heißt es weiter in dem Gedicht Johannes Paul II., »aber das Buch wartet auf sein Bild. – Zu Recht. / Es wartete auf seinen Michelangelo.«
Mir wurde fast schwindlig. Der normale Museumsbetrieb hatte wieder angefangen und spülte eine Gruppe nach der anderen durch den heiligen Raum. Ich sah zu dem Weltenrichter im Jüngsten Gericht Michelangelos hoch und suchte unseren Führer in der Menschenmenge, die sich uns entgegen- und an uns vorbeidrängte, fasste Ellen bei der Hand und ging gegen den Strom, nach vorne, zur Stirnwand, zum Altar, nach links, wo der junge Mann nun unter den Verdammten – durch das Weltgericht hindurch – die Tür zum »Raum der Tränen« aufschloss.
Keine Kamera hatte den Ereignissen mehr folgen dürfen, als Kardinal Ratzinger in diese Kammer eintrat, um sein purpurrotes Kardinalsgewand gegen das Weiß des Papstes zu tauschen. Der Raum ist ein eher kleiner, asymmetrischer Durchgang aus Treppen, Absätzen, Säulen und schlichten Bodenfliesen in sienabraunem Travertin. »Da lagen die Gewänder, und hier standen die Schuhe«, lächelte unser Cicerone, zeigte auf eine kleine Chaiselongue in einer Ecke und führte uns dann weiter, eine kleine Treppe tiefer, hinter der er eine letzte Tür nach links öffnete: zur Sacrestia della Cappella Sistina.
Wie eine Sakristei sah der nüchterne Raum kaum aus. Eine junge Frau saß vor einem PC und nickte uns zu. Ein Bücherregal stand an der Wand. Blassrosa blühende Lupinen leuchteten draußen vor dem Fenster. Durch die Ranken konnte ich auf Gemäuer mit alten römischen Ziegeln schauen. Ich suchte das Zimmer vergeblich nach dem schweren Barockrahmen ab, in dem das »Mandylion von Edessa« im Jubiläumsjahr 2000 im Pavillon des Vatikans auf der Weltausstellung von Hannover gezeigt worden war, als unser Begleiter auf einem Tisch einen flachen Karton öffnete und eine Lage Seidenpapier zurückschlug: »Ecco la! Das Gesicht Christi.«
Es war das Bild. Das Christusbild des Papstes! Die Mutter der Ikonen. Es war nicht schwarz, doch es verlangte ein drei-, vier-, fünffaches Hinsehen, bis sich die Gesichtszüge erschlossen. Es war anders, als alle Fotos es je gezeigt hatten. Aus dem barocken Rahmen war es herausgelöst. Silbern schimmerndes Goldblech deckte das Antlitz in seinen Konturen wie mit einem alten Fenster ab, durch das es uns anschaute. Alte Nägel hielten das Blech entlang des inneren Saums auf dem Bild selber fest. Unten deutete ein gezackter Ausschnitt in der Mitte eine Bartspitze an und zwei Zacken links und rechts zwei Schulterlocken. Ein Bild aus dem Jenseits schaute durch dieses Fenster, so fern, so nah, so dunkel, so gegenwärtig.
Wir beugten uns darüber. »Hol doch einmal die Lampe aus der Tasche!«, bat ich Ellen. Wir waren extra noch einmal zurückgegangen, um die Stablampe aus der Wohnung mitzunehmen, für alle Fälle. Jetzt schaltete Ellen sie an und fragte, ob wir das Bild damit beleuchten dürften. Der junge Mann nickte und nahm die Lampe sogar selber, um für uns das Gesicht auszuleuchten. Wir sollten uns nur auf das Schauen konzentrieren dürfen, auf die lange Nase, den Mund, die Augenbrauen, die Augen. Das Bild leuchtete mild auf, wo immer der Lichtstrahl es erfasste. Unten rechts konnte ich einen winzigen Zipfel unbemaltes Leinen entdecken, sonst war das Tuch gleichmäßig von ein und demselben dunklen Farbton bedeckt.
Gut ein Vierteljahrhundert zuvor hatte ich einmal einen ähnlichen Ton gesehen, im Bild der »schwarzen Jungfrau« auf dem weißen Berg in Tschenstochau in Polen, das wir aufgesucht hatten, als Karol Wojtyla Papst geworden war. »Es sieht aus, als wäre der Farbe Goldstaub beigemischt worden «, sagte Ellen, »oder Bronze.« Ja, es schimmerte merkwürdig, doch das Bild machte mich hilflos. »Lass es uns einmal ausmessen«, sagte ich. Die junge Frau am Schreibtisch reichte uns ein Metermaß. Die ganze Bildplatte maß 33 mal 22,2 Zentimeter, die innere Bildabdeckung 28 mal 17 und der Gesichtsausschnitt selbst 24,5 Zentimeter vom obersten Punkt der Stirn bis zur Spitze des angedeuteten Bartes und 14,3 Zentimeter von der linken bis zur rechten Wange.
Ich notierte alles, weil ich sonst nicht wusste, was ich festhalten konnte. Ohren waren nicht zu sehen, auch der Bart selbst war nur zu ahnen. Die Ikone des Papstes! Das Edessa-Mandylion! Ich atmete tief, betete mit Ellen ein Vaterunser vor der Ikone und ein Ave Maria, küsste das Bild auf die Stirn und richtete mich auf. Der Blick wollte mich nicht loslassen. Die Augen schauten mich an, ich schaute sie an.
Ich kannte dieses Augenpaar, diesen Blick. Zuletzt hatte ich ihn nur drei Wochen zuvor gesehen, bei einem Bild, von dem diese Ikone eine dunkle Kopie ist, jedoch nicht hier in Rom im Papstpalast, sondern in einem vergessenen Winkel Italiens. Zweiundzwanzig Tage zuvor hatte ich mit Ellen und Kardinal Joachim Meisner dieses Gesicht zum letzten Mal aufgesucht, auf einem Hügel vor einem kleinen Bergstädtchen. Wir waren von Rom aus frühmorgens nur für diesen Blick 170 Kilometer weit auf die andere Seite der italienischen Halbinsel gefahren. Es war am 4. April 2005. Zwei Abende vorher war der Papst gestorben. »Heute bin ich dem österlichen Herrn begegnet«, sagte der Kardinal aus Köln noch am gleichen Nachmittag der Reporterin eines amerikanischen Magazins. Die Erinnerung verlieh ihm Löwenkräfte, wie andere Kardinäle in dem stürmischen Konklave bald bemerkten.
Mich aber zieht diese Erinnerung jetzt noch weiter rückwärts, Monate, Jahre, Jahrhunderte zurück – zunächst aber noch einmal über die Berge – wie in einem Film, der noch einmal von vorne beginnt. Fast alle Berichterstatter der Ereignisse um den Epochenwechsel sind schon wieder aus Rom abgereist. Die meisten römischen Kollegen haben sich nach den Strapazen der letzten Wochen inzwischen in den Urlaub verabschiedet oder sind krank geworden oder beides.
Ich lehne erschöpft an einer Säule der Kolonnaden des Petersplatzes. Die Gelenke schmerzen, die Glieder brennen. Doch jetzt will, jetzt muss ich die unglaubliche Geschichte der Entdeckung vom Gesicht des unsichtbaren Gottes noch einmal ganz allein, ganz neu und völlig von vorne erzählen. Zuerst ist es eine Entdeckung vieler Entdecker – und verschiedener Entdeckerinnen – aus mehreren Jahrzehnten und Jahrhunderten. Vor allem aber ist es die Entdeckung eines winzigen Ortes an der italienischen Adria, mit einem merkwürdigen Namen: Manoppello.
Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Autors.
DAS BUCH
Paul Badde
Das Göttliche Gesicht
Die abenteuerliche Suche nach dem wahren Antlitz Jesu
Seit rund 2000 Jahren gibt es Gerüchte, dass die Menschheit ein wahres Bild, fast eine Fotografie Jesu, besitze. Dieses Bild, heißt es, sei nicht von Menschenhand gemalt; es sei das Schweißtuch der Veronika. Millionen von Pilgern haben dieses Bild verehrt und daran geglaubt. 1506 wurde in Rom damit begonnen, eine Säule des neuen Petersdomes als Tresor für dieses Kronjuwel der Christenheit zu errichten. Doch plötzlich ereignet sich eine Katastrophe, deren kriminelle Dimension Paul Badde minutiös rekonstruiert: Das Bild verschwindet, seine Existenz verliert sich im Nebel der Legenden. Paul Badde geht dem historischen Rätsel mit detektivischer Akribie nach. Der Zufall kommt ihm zu Hilfe. Wie bei einer Rasterfahndung greifen hunderte von Puzzleteilen nahtlos ineinander. Und plötzlich steht er in einem verlorenen Abruzzenstädtchen vor einem aus Muschelseide, dem teuersten Gewebe der Antike, gearbeiteten Tuch - und muss sich sagen: Dies ist das Bild Jesu. Wir wissen jetzt, wie er aussah. Die Indizienkette ist geschlossen. In diesem Buch legt Paul Badde die abenteuerlichste und folgenreichste Recherche seines Lebens vor. Die Welt ist eingeladen, seine Ergebnisse kritisch zu prüfen.
Erschienen bei Pattloch 2006.
[Modificato da @Andrea M.@ 06/02/2007 22.50]