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Kirsty1
Wednesday, March 08, 2006 7:54 PM
08/03/2006 15.03.20



Vatikan: Papst-Übersetzerin über Benedikts Stil



Bald ein Jahr ist es her – das Habemus Papam vom 19. April 2005. Die Woche der Fastenexerzitien, in Papst Benedikt XVI. selbst nicht öffentlich in Erscheinung tritt, wollen wir nutzen um nachzufragen: Wie ist eigentlich der „Stil“ dieses Papstes, wie drückt er sich aus? Wir fragten eine Frau, die das wissen muss: Die Übersetzerin Sigrid Spath. Sie hat Ansprachen und Dokumente aller Päpste seit Paul VI. ins Deutsche übertragen – aus dem italienischen, französischen, polnischen und gelegentlich aus dem lateinischen. Jetzt übersetzt sie Benedikt. Es verhält sich nämlich so mit dem deutschen Papst: Er schreibt nicht auf deutsch, sondern meistens auf italienisch.

Eine echte Prioritätenverschiebung unter dem deutschen Papst hat Sigrid Spath beobachtet: Benedikt XVI., der natürlich auch bei besserer Gesundheit ist als sein Vorgänger, weist der Generalaudienz am Mittwoch einen höheren Stellenwert zu. Und schreibt die Texte dazu selbst.

„Die Generalaudienz die erste der Fastenzeit, am Aschermittwoch, das war sicher ein Ratzinger-Text vom ersten bis zum letzten Buchstaben – ganz schöne Meditation über das Fasten. Er hat das auch ausgesprochen: Alle sind immer eingeladen zur Generalaudienz, ob Bischof oder Hausmeister oder Familien. Und da nimmt er sich auch Zeit. Jetzt wo es so kalt war, hat er ja - dreimal war das der Fall - am Mittwoch auch zwei Generalaudienzen gehalten, eine in St. Peter und eine in der Audienzaula.“

Benedikts Sprache sei nicht immer einfach zu übersetzen, sagt Sigrid Spath. Stilistisch zieht der Papst alle Register.

„Es ist überhaupt nichts Altertümliches Es ist sehr vielfältig, möchte ich sagen, immer dem Thema angepasst. Ich habe einmal eine Predigt für Kinder gehört von ihm - das hätte man ihm nicht zugetraut: Er war wirklich kindgerecht und hat trotzdem auf einem hohen Niveau gesprochen.“

Die amtliche deutsche Version des deutschen Papstes abzuliefern, ist für Sigrid Spath eine große Verantwortung.

„Es ist eigenartig, da hab ich manchmal fast ein bisschen Scheu, wenn ich mir denke, Papst Benedikt, dessen Muttersprache deutsch ist und dessen italienisch gehaltene Predigt erscheint jetzt in meinem Deutsch – ich kann aber nicht Ratzinger im Original nachahmen! Ich hoffe, er kann sich damit abfinden!“
(rv 08.03.06 gs)


www.oecumene.radiovatican.../index.asp


Noch 42 Tage, dann ist der 19 April 2006......
Kirsty1
Monday, March 20, 2006 6:03 PM
ZDF-Sendungen zum einjährigen Amtsjubiläum von Papst Benedikt XVI.



Leser des Artikels: 11

Mainz (ots) - Mit Sondersendungen und aktuellen Berichten würdigt
das ZDF das einjährige Amtsjubiläum von Papst Benedikt XVI

Am Vorabend des Jahrestages der Wahl, am Dienstag, 18. April,
22.15 Uhr, zeichnet die Dokumentation "Benedikt XVI. - Ein Jahr in
Amt und Würden" von Jürgen Erbacher (ZDF) die wichtigsten Stationen
und Themen der ersten 365 Tage im Pontifikat des deutschen
Kirchenoberhauptes nach. Zu Wort kommen Weggefährten wie der
Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann,
und der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper, aber auch Kritiker wie
Professor Hans Küng und die evangelische Landesbischöfin Margot Käßmann.


Am Sonntag, 23. April, 9.30 Uhr, überträgt das ZDF live einen
Gottesdienst aus dem Mainzer Dom, in dem Kardinal Lehmann das
einjährige Papst-Jubiläum würdigen wird. Selbstverständlich greifen
auch die aktuellen Sendungen und Magazine des ZDF das Thema auf,
ebenso "Johannes B. Kerner", bei dem unter anderen der Vatikan-
Korrespondent Andreas Englisch zu Gast sein wird (nach derzeitigem
Planungsstand am 29. März). Bereits am Donnerstag, 30. März 2006,
20.15 Uhr, erinnert das ZDF mit dem Doku-Drama "Karol Woytila -
Geheimnisse eines Papstes" von Gero von Böhm an den Vorgänger
Benedikts XVI., der am 2. April 2005 starb.

Anfang Mai wird das ZDF ausführlich über das 500-jährige Jubiläum
der Schweizergarde berichten: Die Dokumentation "Die Wächter des
Papstes" von Jürgen Erbacher und Andreas Klinner am Montag, 1. Mai,
12.55 Uhr, zeichnet die Geschichte der Schweizergarde nach. Unter dem
Sendetitel "Tapfer und Treu" überträgt das ZDF dann am Samstag, 6.
Mai, ab 15.30 Uhr live aus Rom die dreistündige Feier zur
Vereidigung.

Darüber hinaus wird das ZDF im Mai Papst Benedikt bei seinem
Besuch in Auschwitz begleiten sowie ausführlich über den Papstbesuch
in Bayern (im September) und auch die anderen Papstreisen berichten.

Im vergangenen Jahr waren die Berichterstattung über den Wechsel
im Amt des Oberhauptes der katholischen Kirche sowie die Begleitung
des Papstbesuchs beim Weltjugendtag in Köln auf großes
Zuschauerinteresse gestoßen: Den Gottesdienst zur Amtseinführung von
Papst Benedikt am 24. April und den Abschlussgottesdienst zum
Weltjugendtag am 21. August (beide parallel auch in der ARD
übertragen) verfolgten allein im ZDF 2,10 Millionen (Marktanteil:
15,8 Prozent) bzw. 1,87 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 15,9
Prozent). Die "ZDF spezial"-Sendungen zum Weltjugendtag (ingesamt
acht sowie zwei Dokumentationen) erreichten Zuschauerzahlen bis zu
2,64 Millionen und Marktanteile bis zu 16, 9 Prozent.


Originaltext: ZDF
Digitale Pressemappe: presseportal.de/story.htx?firmaid=7840
Pressemappe via RSS : feed://presseportal.de/rss/pm_7840.rss2

Rückfragen bitte an:

Pressestelle
Telefon: 06131 / 70 - 2120


Autor: news aktuell, 16:15 20.03.06



www.wallstreet-online.de/...=3.1.0.1.1
Kirsty1
Saturday, April 01, 2006 3:24 PM
Nun der Seelsorger


Von Heinz-Joachim Fischer


31. März 2006 Vor einem Jahr, im April 2005, vollzog sich ein Wechsel an der Spitze der katholischen Kirche. Am 2. jenes Monats, einem Samstag, starb Papst Johannes Paul II. im 85. Lebensjahr. Länger als ein Vierteljahrhundert, seit dem Oktober 1978, hatte er die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gezogen: als Pole aus Krakau, aus dem damals noch kommunistischen Machtblock; als Person, der die Menschen als Vater liebte; als der einzige im obersten Amt der ältesten und größten Kulturinstitution der Menschheit. In bewegender Weise nahmen die Menschen Abschied von diesem Karol Wojtyla, der die Welt an der Schwelle zum dritten Jahrtausend wie kaum ein anderer geprägt und verändert hatte. Eine Völkerwanderung setzte sich zu dem Toten in Rom in Bewegung - so wie jetzt wieder Zehntausende zu seinem Grab in den Grotten von Sankt Peter pilgern. Es ist vielen, als ob da etwas Heiliges die Erde berührte.


Dann, am 19. April, an einem Dienstag, wählten die Kardinäle einen von ihnen zum Nachfolger dieses Großen, Joseph Ratzinger, geboren im bayerischen Marktl am Inn, drei Tage nach dessen 78. Geburtstag. Als Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre war er den Katholiken und anderen Christen in aller Welt bekannt, von den einen als "Panzerkardinal" abgelehnt, von den anderen als Garant der reinen Rechtgläubigkeit gefeiert, von wieder anderen zunehmend als Orientierung des Christlichen geschätzt. Als Dekan des Kardinalskollegiums füllte er die Sedisvakanz, das Vakuum des "leerstehenden Stuhls" des Bischofs von Rom, bis zum Konklave, der Wahlversammlung in der Sixtinischen Kapelle, so souverän, daß die Kardinäle nicht lange suchten. Vor allem war es jedoch der Theologe Ratzinger, den die Kurfürsten der Kirche für fähig hielten, das schwere Erbe Johannes Pauls II. anzutreten, auf sich zu nehmen und es zu mehren, ohne den falschen Ehrgeiz, seinen Vorgänger übertreffen zu wollen. Die deutsche Nationalität des neuen Papstes spielte keine Rolle.

So hat Benedikt XVI. das erste Jahr seines Pontifikats geführt, damit die Erwartungen der meisten Kardinäle erfüllend. Das Konsistorium in der vergangenen Woche, die Vollversammlung der Purpurträger, demonstrierte eine freundliche Harmonie des Papstes mit seinen höchsten Mitarbeitern in der römischen Kurie und den Leitern der wichtigsten Bistümer in der Weltkirche. Benedikt hat so viel Autorität, daß er gute Ratschläge gern aufnimmt - seine werden willig akzeptiert. Das betrifft vor allem das einleuchtende theologische Doppelkonzept des Papstes. Seit einem halben Jahrhundert beschäftigt sich Joseph Ratzinger in Vorlesungen und Predigten, Schriften und Büchern nicht mit modischen Randthemen "westlicher" Christlichkeit, sondern mit dem Wesentlichen des Christentums. Das hatte schon den jungen Professor der Dogmatik berühmt gemacht. Wer ihm zuhörte oder seine Ausführungen las, konnte etwas tiefer in das Geheimnis des Religiösen eindringen. Dafür ist die erste Enzyklika vom Januar dieses Jahres, "Gott ist die Liebe", ein überzeugender Beleg, erhebend in der Theorie, anspornend in der Praxis kirchlicher Caritas.

Zum anderen erklärt der Papst-Theologe einleuchtend - auf so hohem intellektuellen Niveau, daß auch die postmodernen Philosophen zuhören -, was in den Jahrzehnten seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil bei manchen Christen zu kurz gekommen ist. Biblisch ausgedrückt: Gottes Reich ist nicht von dieser Erde; das Kreuz gibt immer neu eine Ärgernis und Welt überwindende Kraft. Das Christliche erschöpft sich nicht im gutgemeint Menschlichen. Staat und Kirche, Gesellschaft und Glaubensgemeinschaft stehen in Spannung zueinander. Damit ergänzt Joseph Ratzinger nicht nur den Weltoptimismus seiner Konzilsjahre, wie er sich in der berühmten "Pastoral-Konstitution" ("Freude und Hoffnung") ausgedrückt hatte. Doch er will den Christen nicht die Menschheitsumarmung vermiesen, sondern verständlich machen, warum die christliche Botschaft auf Widerstand stößt - und stoßen muß. So verteidigte Benedikt jetzt vor europäischen Parlamentariern die Rechte des menschlichen Lebens, der Ehe (von Mann und Frau) und der Eltern auf die Erziehung ihrer Kinder als Basiswerte einer jeden Demokratie und Gesellschaftsordnung - und als unabtrennbare Wurzeln Europas. Das ist für den Papst der Ernstfall, bei dem das demokratische Belieben aufhört.

Die Kardinäle haben vor einem Jahr nicht einen Machtpolitiker auf den Thron gehoben, kein Kommunikationsgenie, keinen, der Woche für Woche Überraschendes präsentiert. Weil Johannes Paul II. so "groß" in alldem war, konnte es Benedikt darin etwas behutsamer und ruhiger angehen lassen, auf den Wegen seines Vorgängers, ohne dessen Aktivismus. Aber er sollte es mit den anstehenden personalpolitischen Entscheidungen - in der Kurie und in wichtigen Bistümern, auch in Deutschland, haben nicht wenige die Altersgrenze von 75 Jahren längst überschritten - sich auch nicht zu schwer machen. Die Kardinäle wollten offenbar auch keinen, der eilfertig "Strukturveränderungen" vorantreibt. Aber Überfälliges sollte Benedikt dennoch sagen. Zum Beispiel, daß er jene Bischöfe und Priester nicht tadle, die andere Christen oder katholische Wiederverheiratet-Geschiedene nicht von der Kommunion während der Messe zurückweisen - was des Kardinals Ratzinger Praxis war und nicht die "Zulassung" mit theologischen Implikationen bedeutet. Oder, daß die Kirche den Zölibat, die verpflichtende Ehelosigkeit für Priester, nicht wie ein göttliches Gesetz anwenden wolle. Der Theologe als Papst muß nun nach einem Jahr auch als praktischer, freundlicher, verständnisvoller Seelsorger handeln.




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Simone55
Wednesday, April 19, 2006 9:19 AM


Danke, lieber Heiliger Vater, was bleibt mir mehr, als „Danke“ zu sagen.

Danke dem Herrn, der Sie gleich einem Engel zu uns gesandt hat.
Danke dem Heiligen Geist, der die Kardinäle erleuchtet hat, die Sie vor einem Jahr gewählt haben.

Was für ein Jahr, lieber Heiliger Vater, was für ein unglaubliches Jahr ! Für Sie und letztendlich auch für mich.

Danke, Heiliger Vater, dass Sie mein Leben so verändert und bereichert haben.
Danke, dass Sie mir Vorbild und Führung sind, indem Sie Ihre schweren Aufgaben klaglos und mit aller Kraft erfüllen und indem Sie nicht vom Pfad der Wahrheit abweichen.
Danke, dass Sie unermüdlich und rastlos für uns alle da sind. Ich weiß genau, dass Sie jedem von uns, auch dem Unwürdigsten, Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit widmen würden, wenn es Ihnen praktisch möglich wäre.

Bitte, lieber Gott, behüte Deinen Stellvertreter auf Erden, unseren geliebten Papst Benedikt XVI., gib ihm Kraft und ein langes Leben in Gesundheit und geistiger Frische, gib ihm auch Freude in seinem Amt, prüfe ihn nicht mehr, er hat doch alle Prüfungen längst bestanden bis auf die letzte, und die möge noch in ferner, ferner Zukunft liegen. Behüte auch seinen lieben Bruder Georg, damit die beiden einander noch lange haben. Amen.

[Modificato da Simone55 19/04/2006 9.47]

Dinabella
Wednesday, April 19, 2006 9:59 AM
Simone, das hast Du so wunderschön geschrieben und spricht mir auch aus ganzem Herzen.
Kirsty1
Wednesday, May 10, 2006 6:40 PM
Die größte Stärke Benedikts XVI.

Interview mit dem Bischof von San Marino-Montefeltro (Italien)

ROM, 10. Mai 2006 (ZENIT.org).- Die größte Stärke des Papstes sei dessen Liebenswürdigkeit, betont Bischof Luigi Negri von San Marino-Montefeltro (Italien). In diesem Interview mit ZENIT gibt der 64-jährige Oberhirte seine Einschätzung des ersten Amtsjahres des Heiligen Vaters ab.

ZENIT: Welche Grundzüge machen dieses Pontifikat aus?

Bischof Negri: Vor allem die Liebenswürdigkeit: Wir lernen, das christliche Mysterium zu lieben, es als eine wesentliche Erfahrung unseres Lebens zu lieben. Ich würde sagen, dass die Stärke des Heiligen Vaters in seiner Liebenswürdigkeit liegt. Diese Stärke gebraucht er, um das christliche Ereignis wieder als etwas wirklich Entscheidendes vorzustellen.
Des Weiteren wurzeln seine Lehraussagen – und das hat mich besonders überrascht! – vollkommen in jenen von Papst Johannes Paul II.

Es ist so, als ob Papst Benedikt XVI. der Kirche helfen wolle, einerseits das Geheimnis Christi zu lieben und andererseits den Inhalt dieses Geheimnis, den sein Vorgänger bereits erklärt hatte, tiefer zu erfassen.

ZENIT: Denken Sie, dass gerade dieser Aspekt für die Anziehungskraft des Heiligen Vaters auf die Jugend verantwortlich ist?

Bischof Negri: Das Geheimnis seiner Anziehungskraft auf junge Leute hat auch etwas mit dem zu tun, was die jungen Menschen selbst in sich tragen. Es handelt sich dabei um etwas schier Unglaubliches, wenn man daran denkt, was die Soziologie normalerweise über die Jungend sagt. Es gibt da etwas in den jungen Menschen, das die Begegnung mit dem Papst ermöglicht und ihr eine besondere Schwingung mitgibt.

Benedikt XVI. ist ein großartiger Lehrmeister und in einem bestimmten Augenblick seines Lebens braucht der Jugendliche einen Lehrer, der ihm zeigt, wie er leben soll und wie er dieses Wissen um die richtige Lebensführung in der konkreten Situation anwenden soll.

ZENIT: Eine der ersten Erklärungen des Papstes bestand in der Aufforderung, den Relativismus als Widersacher des Lebens und des Glaubens zu überwinden. Worum geht es dabei?

Bischof Negri: Der Heilige Vater spricht in diesem Zusammenhang mit großer Eindringlichkeit von zwei Ebenen, von Relativismus als Ausdruck von Schwäche und folglich von Relativismus als Ausdruck einer Krise des Denkens.

Hier befinden wir uns vor einem der größten Themen von Fides et ratio: Die Krise der Vernunft, die mit der modernen Hypertrophie des Denkens einhergeht, besteht darin, Unsicheres und Sicheres gleichzusetzen. Um die Toleranz zu retten, wird ein merkwürdiges individualistisches Zusammenleben der Menschen erzwungen, die keine Einmischung in ihr Privatleben dulden.

Der Heilige Vater hat auch erklärt, dass der Relativismus eine heimliche Sehnsucht nach Totalitarismus in sich birgt. In diesem Pseudo-Relativismus, in dem alle Positionen gleich sind, gibt es einige Haltungen, die mehr Gewicht besitzen als andere. Das sind jene Positionen, die die Macht hinter sich haben, vor allem die Macht der Massenmedien, so dass wir uns letzten Endes fragen müssen, wer denn wirklich entscheidet, was relativ ist beziehungsweise was weniger relativ ist.

Wer wacht eigentlich über diesem System des Relativismus? Die Massenmedien, die generell immer der kraftvollsten Stimme dienen, wollen sich meistens auf die eine oder die andere Art aufdrängen.

ZENIT: Der Heilige Vater hat eine Art Programm gegen den Relativismus aufgezeigt, als er von jenen Werten sprach, die nicht zur Disposition stehen. Könnten Sie ein wenig darauf eingehen?

Bischof Negri: Zweifellos. Wenn jemand die Religionsfreiheit als Möglichkeit definiert, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, dann öffnet er damit die Tür für die missionarische Tätigkeit, für die Sendung, wie sich Papst Johannes Paul II. ausdrücken würde. Das ist dann die Soziallehre in ihrer gelebten Form.

ZENIT: Papst Benedikt XVI. hat immer wieder unterstrichen, dass wir Glauben und Vernunft miteinander verbinden müssen. Was sagt der "Vernunftmensch" zu diesem Vorschlag?

Bischof Negri: Die Antwort einiger "Vernunftmenschen" auf diese Einladung des Heiligen Vaters kann in einem Wort Papst Pauls VI. zusammengefasst werden: "Zu glauben ist besser als nicht zu glauben; gläubig zu leben ist besser als ungläubig zu leben." Die Theorie, dass Gott existiert, ist positiver als diejene, die annimmt, dass er nicht existieren würde.

In diesem Dialog zwischen Vernunft und Glauben geht es nicht nur um die Zukunft unserer Nation, sondern um die Zukunft der Zivilisation überhaupt, wie der italienische Senatspräsident Marcello Pera betont hat.



www.zenit.org/german/


Liebenswürdig und noch viiieeellll mehr, das ist dieser Papst! Ein schönes Interview!
benedetto.fan
Friday, December 29, 2006 10:18 PM


besonders gern mag ich solche persönlichen und detaillierten beschreibungen über papas ganz frühe zeit......



Prof. Dr. Josef Wohlmuth, Bonn


Papst Benedikt XVI.


Stimme eines Schülers zum neuen Pontifikat

Als das Wort Habemus papam am Abend des 19. April auf der Loggia von St. Peter in
Rom verkündet wurde, war ich nach einem anstrengenden Tag mit Auswahlgesprächen für
das Cusanuswerk in Tübingen. Auf dem Weg von der KHG zur Katholisch-Theologischen
Fakultät hörte ich das Geläut von St. Johannes. Zunächst dachte ich an eine Einladung zum
Abendgottesdienst. Es erschien mir dann aber doch länger als ein normales Geläut, so dass
meine erste Frage nach dem Eintreffen im Theologicum war, ob denn die Entscheidung in
Rom schon gefallen sei. Mein Kollege wusste noch nichts davon. So gingen wir zum
Abendtisch, und erst da erreichte mich der Anruf aus Bonn mit der Frage, ob ich das
Ergebnis der Papstwahl schon kenne. Ich kannte es noch nicht. Ich kannte natürlich die
Spekulationen vor der Wahl, habe aber mit der Wahl meines theologischen Lehrers,
Kardinal Ratzingers, ernsthaft nicht gerechnet.
Meine erste Begegnung mit dem damals jungen Theologieprofessor fand auf einem
theologischen Ferienkurs in Traunstein statt, wo wir durch Zufall entdeckt, dass Prof.
Ratzinger im Ort war. Wir nahmen Kontakt auf und luden ihn ein zu einem Gespräch über
die Auferstehung Jesu, deren Verständnis damals neu zur Diskussion stand. Prof. Ratzinger
kam, hörte sich unsere Fragen an und antwortete aus dem Stegreif so brillant,.........


komplett ist'S hier zu lesen: www.cusanuswerk.de/download/pdf/BenediktXVI.pdf


ciao

benedetto.fan


Jil
Saturday, December 30, 2006 2:42 PM
Als Ratzinger 1969 Tu¨bingen verließ und an die neu errichtete Universita¨t Regensburg ging, folgten ihm die meisten seiner Schu¨ler. Ich zo¨gerte und verbrachte zuna¨chst zwei Forschungsaufenthalte in Bologna und Nijmegen. 1970 folgte ich dann dem Lehrer in die Donaustadt.....

Danke für den Artikel, benedetto.fan

Er muß ja ein wirklich überzeugender und charismatischer Lehrer gewesen sein. Ein bißchen neidisch bin ich da schon auf seine Schüler.
@Andrea M.@
Tuesday, April 10, 2007 7:29 PM
Zum zweiten Jahrestag des Pontifikats
10. April 2007

Benedikt XVI. zog in zweijährigem Pontifikat klare Grenzen

Nach außen hin äußerst gelassen trat Kardinal Joseph Ratzinger vor zwei Jahren als Papst Benedikt XVI. die Nachfolge von Johannes Paul II. an. Entgegen mancher Befürchtung verpasste der konservative Theologe der katholischen Kirche keine „Kur der Strenge“. Als neuer Pontifex sandte der bisherige langjährige Präfekt der römischen Glaubenskongregation vielmehr versöhnende Signale aus.

In jüngster Zeit ist der Ton aber schärfer geworden. Aus Sorge um die Werte der Kirche zieht der Papst, der am 16. April 80 Jahre alt wird und dessen Pontifikat am 19. April 2005 begann, klare Grenzen.

Gegen Abtreibung und eheliche Gemeinschaft von Homosexuellen bezieht der Papst Position. Auch Vorstöße, geschiedene Wiederverheiratete an den Sakramenten teilhaben zu lassen, passen nicht in das Bild der unauflöslichen christlichen Ehe.

Besonders sauer stieß es dem Kirchenoberhaupt auf, als die italienische Regierung ein Gesetz vorschlug, das die Rechte von unverheirateten und gleichgeschlechtlichen Paaren stärken sollte. Der Vatikan protestierte und ermutigte die italienischen Bischöfe, gegen den Entwurf mobil zu machen. Als Einmischung in die Politik wurde die Kritik des Heiligen Stuhls von staatlicher Seite zurückgewiesen.

Die Stellungnahme des Papstes kam nach Ansicht des Kirchenhistorikers Giuseppe Alberigo aber nicht unerwartet. „Benedikt hat keine objektiven Veränderungen in seinen Positionen vorgenommen“, betont Alberigo. Neben der Familie und dem Schutz des ungeborenen Lebens liegen dem Papst seit jeher auch der Zölibat und der Zugang zum Priestertum ausschließlich für Männer sehr am Herzen.

Der Papst kämpfe gegen die Relativierung von Werten an, umriss jüngst Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone den Einsatz Benedikts. Die päpstliche Vision gelte einem Europa, das nicht nur eine wirtschaftliche und politische Wirklichkeit sein solle, sondern aus seinen spirituellen Wurzeln lebe. Auch zum 50. Geburtstag der Europäischen Union forderte der Papst eine Rückbesinnung auf die christlichen Fundamente. Europa müsse sich davor hüten, Kompromisse zu grundlegenden Werten einzugehen.

Etwa zeitgleich richtete sich der Blick nach Lateinamerika, wo gegen den Befreiungstheologen Jon Sobrino die erste Lehrbeanstandung im Pontifikat Benedikts verhängt wurde. Rom warf dem Jesuiten im Kern vor, das Wesen Christi in Bezug auf den Glauben an die Göttlichkeit des Erlösers zu verzerren.

An die Offenheit seines Vorgängers knüpfte der Papst beim Weltjugendtag in Köln an. Große Anerkennung nicht nur von jüdischer Seite fand er beim Besuch einer deutschen Synagoge. „Das war ein historisches Ereignis, noch spätere Generation werden sich dankbar daran erinnern“, sagte der damalige Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel.

Für einen Aufschrei in der islamischen Welt sorgte Benedikt XVI. hingegen im Herbst vergangenen Jahres, als er während seines Bayern-Besuchs den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos (1350-1425) unter anderem mit den Worten zitierte, der Prophet Mohammed habe „nur Schlechtes und Inhumanes“ gebracht, „wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten“.

Das führte in islamischen Ländern sogar zu Mordaufrufen gegen den Papst, der immer wieder betonte, dass der Inhalt des Zitats nicht seine eigene Meinung ausdrücke. Seine Türkei-Reise im November gab ihm die Chance, ein überzeugendes Zeichen der Versöhnung an die Muslime zu richten: In der Blauen Moschee von Istanbul verharrte Benedikt in stiller Andacht und beeindruckte selbst scharfe Kritiker. Die türkischen Zeitungen feierten den „Frieden von Istanbul“ und jubelten: „Der Papst erobert Herzen und Köpfe“.

Kardinal Roger Etchegaray verglich den Moschee-Besuch mit dem Gedenken von Johannes Paul II. an der Klagemauer in Jerusalem im Jahr 2000, als der Papst das tiefe Bedauern der Kirche über die Judenverfolgungen der vergangenen Jahrhunderte zum Ausdruck brachte.

Benedikt habe sich den Muslimen in einer Weise genähert wie Johannes Paul den Juden, erklärte der Franzose Etchegaray. Auch bei seiner Mission zur Aussöhnung mit der orthodoxen Christenheit beließ es der Papst nicht bei Worten. Im Phanar in Istanbul begrüßte der einst so hölzern wirkende Gottesmann das Oberhaupt der Ostkirche, den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel, mit einer Umarmung.

Quelle: Südtirol online
@Andrea M.@
Tuesday, April 10, 2007 7:32 PM
Ein weiterer Artikel zum Thema
10. April 2007

Benedikt XVI. und die ausbleibende Kur der Strenge

Rom - Nach außen hin äußerst gelassen und reibungslos trat Kardinal Joseph Ratzinger vor zwei Jahren als Papst Benedikt XVI. die schwierige Nachfolge von Johannes Paul II. an: Entgegen mancher Befürchtung verpasste der konservative Theologe der katholischen Kirche keine Kur der Strenge. Als neuer Pontifex sandte der bisherige Vorsitzende der Glaubenskongregation vielmehr versöhnende Signale an Dissidenten und Andersgläubige. In jüngster Zeit aber ist der Ton schärfer geworden. Aus Sorge um die Werte der Kirche zieht Papst Benedikt klare Grenzen.

Im Brennpunkt der päpstlichen Mission steht immer wieder die Familie - so wie sie die Kirche ehrt und schützt: Mann und Frau vereint im Sakrament der Ehe und im Bekenntnis zu den von Gott geschenkten Kindern. «Nur auf dem Fels der ehelichen Liebe zwischen Mann und Frau, fest und vertrauensvoll, können wir eine Gemeinschaft bilden, die eines Menschen angemessen ist», erklärte der Papst kürzlich in einer Audienz vor Besuchern aus Lateinamerika.

Gegen Abtreibung und die ehliche Gemeinschaft von Homosexuellen bezieht der Papst, der am 16. April 80 Jahre alt wird, klare Position. Auch Vorstöße aus Reihen der deutschen Bischöfe, Geschiedene bei einer Wiederheirat vollständig an den kirchlichen Sakramenten teilhaben zu lassen, passen nicht in das Bild der unauflöslichen christlichen Ehe.

Besonders sauer stieß es dem Oberhaupt der Katholiken auf, als die italienische Regierung in diesem Jahr ein Gesetz vorschlug, das vor der Haustür der Papstes die Rechte von unverheirateten und gleichgeschlechtlichen Paaren stärken sollte. Der Vatikan protestierte und ermutigte damit die italienischen Bischöfe, gegen den Gesetzentwurf mobil zu machen.

Als Einmischung in die Politik wurde die Kritik des Heiligen Stuhls zurückgewiesen. Trotz der neuen Deutlichkeit aus dem Vatikan kam die Stellungnahme des Papstes nach Ansicht des Kirchenhistorikers Giuseppe Alberigo aber nicht unerwartet. «Benedikt hat keine objektiven Veränderungen in seinen Positionen vorgenommen», betont Alberigo. Neben der Familie und dem Schutz des ungeborenen Lebens liegen dem Papst seit eh und je auch das Zölibat oder die Wahrung des Priestertums ausschließlich für männliche Kandidaten sehr am Herzen.

Der Papst kämpfe gegen die Relativierung von Werten an, umriss jüngst sein Vertrauter Kardinal Tarcisio Bertone den Einsatz Benedikts. Die Vision des Pontifex gelte einem Europa, das nicht nur eine wirtschaftliche und politische Wirklichkeit sein solle, sondern aus seinen spirituellen Wurzeln lebe. Auch zum 50. Geburtstag der Europäischen Union mahnte der Papst eine Rückbesinnung auf die christlichen Einstellungen an. Europa müsse sich davor hüten, Kompromisse zu grundlegenden Werten einzugehen, betonte er.

Etwa zeitgleich richtete sich der Blick nach Lateinamerika. Dort verurteilte der Vatikan die Lehren des Befreiungstheologen Jon Sobrino aus El Salvador als «irrig oder gefährlich». Es war der erste derartige Schritt im Pontifikat Benedikts, das am 19. April 2005 begann. Rom warf Sobrino vor, das Wesen Christi insbesondere in Bezug auf den Kernglauben an seine Göttlichkeit zu verzerren.

Die dabei zu Tage getretene Schärfe passt indes zumindest zu Eindrücken, die sich Kritikern des Kardinals vor dessen Amtsantritt auf dem Stuhl Petri eingeprägt hatten: Als Präfekt der Glaubenskongregation bekam Ratzinger unter anderem die wenig schmeichelhafte Bezeichnung «Gottes Rottweiler» verpasst.


Freude über den «Frieden von Istanbul»
Als neuer Oberhirte der römisch-katholischen Kirche bewies Benedikt unterdessen auch eine seelsorgerische, zuweilen populäre Seite, die ihm kaum jemand zugetraut hatte. An die Offenheit seines Vorgängers knüpfte der neue Papst etwa beim Weltjugendtag in Köln an - oder als er unumwunden einräumte, dass er eigentlich gar nicht Kirchenoberhaupt werden wollte.

Große Anerkennung nicht nur von jüdischer Seite erhielt der Papst, als er während des Weltjugendtages als erstes katholisches Oberhaupt eine Synagoge in Deutschland besuchte. «Das war ein historisches Ereignis, noch spätere Generation werden sich dankbar daran erinnern», sagte der damalige Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel.

Für einen Aufschrei in der muslimischen Welt sorgte hingegen im Herbst vergangenen Jahres ein islamkritisches Zitat Benedikts bei seinem Besuch in der bayerischen Heimat. Der kurz später geplante Besuch in der Türkei stand auf der Kippe. Die Diplomatie ebnete jedoch schließlich den Weg für die Reise - und gab dem Papst die Chance, ein überzeugendes Signal der Versöhnung an die Muslime zu senden. In der Blauen Moschee von Istanbul verharrte Benedikt in stiller Andacht und beeindruckte selbst scharfe Kritiker. Die Zeitungen feierten den «Frieden von Istanbul» und jubelten: «Der Papst erobert Herzen und Köpfe».

Kardinal Roger Etchagaray, der Benedikt auf der Reise begleitete, verglich den Moschee-Besuch mit dem Gedenken von Johannes Paul II. an der Klagemauer in Jerusalem im Jahr 2000, als der Papst das tiefe Bedauern der Kirche über die Judenverfolgung der vergangenen Jahrhunderte zum Ausdruck brachte. Benedikt habe sich den Muslimen in einer Weise genähert wie Johannes Paul dies bei den Juden getan habe, erklärte Etchagaray.

Auch bei seiner Mission zur Aussöhnung mit den orthodoxen Christen beließ es der Papst in der Türkei nicht bei Worten: Zur Messe in Istanbul begrüßte der einst so hölzern wirkende Gottesmann den Patriarchen Bartholomäus I. mit einer Umarmung.

Quelle: net-tribune.de
Jil
Thursday, April 19, 2007 11:58 AM
Benedikt XVI. seit zwei Jahren Papst
2 Jahre Benedikt XVI. - das wird heute im Vatikan gefeiert, nur drei Tage nach dem 80. Geburtstag des Papstes aus Deutschland. Ein neuer Feiertag im Staate also - und viele Erinnerungen an die aufregenden Stunden von Konklave und Papstwahl am 19. April 2005. Der Pressesprecher des Papstes, Jesuitenpater Federico Lombardi, würdigt den jetzigen Nachfolger des heiligen Petrus vor allem mit Blick auf sein Denken: "In seiner Lehre gibt es etwas, was ganz persönlich und unverkennbar seines ist: Mit Tiefe, Klarheit und Regelmäßigkeit vom Zentrum unseres Glaubens sprechen, die Schönheit allen zu zeigen und uns zu helfen täglich Glaube, Vernunft, Studium und Spiritualität miteinander zu verflechten. Das scheint uns das Charisma Benedikts XVI. zu sein. Die Enzyklika „Gott ist Liebe“ und das Buch „Jesus von Nazareth“ sind zwei Eckpfeiler, um diese Sichtweise anzunehmen, und sie beizubehalten - sagen wir ruhig: um von ihr fasziniert zu sein.
Darüber hinaus gibt es den stetigen Dienst in den Predigten und Katechesen, die uns mit ihrer Intensität sicher fordern, aber jeder, der ihnen ernsthaft zuhört, kann sie verstehen. Benedikt XVI. hilft uns auf diesem Gebiet sehr, und wir sehen, dass hier der Sinn seines Lebens und seines Dienstes liegt. Wir wünschen ihm und uns, dass er ihn noch lange verrichten kann."


www.oecumene.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=129106

Herzlichen GLückwunsch zum Jahrestag, Heiliger Vater.

Ich wünsche Ihnen weiterhin Gesundheit und Kraft, um dieses schwierige Amt zu meistern,
und viele glückliche Stunden mit Ihrem Bruder und im Kreis Ihrer Päpstlichen Familie.
benedetto.fan
Sunday, May 20, 2007 6:59 PM


es fällt mir gerade so ein: seit zwei jahren, einem monat, einem tag und ein paar minuten ist papa nun papst.

ganz schön viel passiert in dieser zeit - die polenreise ist auch schon wieder ein jahr her, ein besuch in assisi steht vor der tür!



@Andrea M.@
Thursday, January 17, 2008 9:08 AM
Im folgenden eine Übersetzung aus dem Italienischen:

15. Januar 2008

So hat Ratzinger die Wahl angenommen

Von Francesco Antonio Grana

In seiner ersten Enzyklika mit dem Titel ‘Redemptor hominis’, hat Johannes Paul II ein Jahr nach seiner Wahl seine Antwort publik gemacht, mit der er in der noch geschlossenen Sixtinischen Kapelle seine Wahl auf den Stuhl Petri angenommen hat. Benedikt XVI. hat dies bis jetzt noch nicht getan.

Es war [der emeritierte Erzbischof von Neapel] Kardinal Michele Giordano, der kürzlich enthüllte, anlässlich der Präsentation meines neuesten Buches mit dem Titel “Compromettiti con Dio. La rivoluzione di Benedetto XVI." ("Vertraue dich Gott an. Die Revolution von Benedikt XVI." (L’Orientale Verlag), mit welcher Formel Joseph Ratzinger die Papstwahl durch das Konklave annahm. “Bevor Kardinal Ratzinger gewählt wurde – so erinnert sich Kardinal Giordano -, weil man bereits an ihn [als möglichen Papst] dachte, habe ich mich ihm im Vertrauen, dass ich zu ihm hatte, genähert und habe ihm gesagt, da auch er die 75 Jahre schon überschritten hatte, ein Alter in dem wir eigentlich von unseren Ämtern zurücktreten, “Aber wenn man das Amt an Sie herantragen sollte, dann machen Sie doch wohl keine Scherze?“

Sein Gesicht verdüsterte sich und er sagte: “Eminenz, ich kann nicht, ich kann das nicht annehmen. Bitte, denkt nicht an mich, denkt nicht an mich”. Und dann, nachdem das Konklave ihn gewählt hatte, sagte er “Propter voluntatem Dei accepto”, [Weil es der Wunsch des Herrn ist, nehme ich (die Wahl) an] mit der Gelassenheit die er aus dem Wissen heraus nahm, dass Gott (selbst) ihn dafür auserwählt hatte”.

Die langjährige Freundschaft, die diese beiden Kirchenmänner verbindet, ist kein Geheimnis. Jedes Mal wenn Kardinal Ratzinger nach Neapel kam oder sich auf der Durchreise befand um nach Capri oder Ischia zu fahren, vergaß er nie, seinen Bruder im Amt des Kardinals zu besuchen, der ihn auch oft bei sich zu Hause beherbergte.

Benedikt XVI. ist auch Monsignor Vincenzo Pelvi sehr verbunden, den er nicht zufällig zum ordentlichen Militär-Erzbischof für Italien ernannt hat [als Nachfolger von Kardinal Bagnasco], und auch Kardinal Agostino Vallini, den Präfekten des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur (Supremo Tribunale della Segnatura Apostolica), schätzt er sehr, denn er hat ihn in seinem ersten Konsistorium zum Kardinal erhoben und er ist inzwischen auch unter den Kandidaten für das Amt des Generalvikars der Diözese von Rom als Nachfolger von Camillo Ruini. Sowohl Pelvi als auch Vallini waren beide lange Zeit, Weihbischöfe von Kardinal Giordano während seiner langen Herrschaft an der Spitze der neapolitanischen Diözese.

PETRUS

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