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@Andrea M.@
Thursday, March 22, 2007 10:27 PM
Auf den Spuren des Heiligen Augustinus
22. März 2007

Papst besucht Grab des heiligen Augustinus in Pavia

Am 21. und 22. April reist Benedikt XVI. nach Vigevano und Pavia und trifft dort mit der Bevölkerung zusammen.

Vatikan (www.kath.net) Papst Benedikt wird Ende April für zwei Tage in die Lombardei reisen. Das gab der Vatikan am Donnerstag bekannt. Benedikt XVI. wird am 21. und 22. April die Städte Vigevano und Pavia besuchen.

Am 21. April am späten Nachmittag begegnet er in Vigevano Jugendlichen und feiert eine Messe auf der Piazza Ducale. Danach trifft er in der Kathedrale mit Behinderten zusammen, die Weiterreise nach Pavia ist für 20 Uhr vorgesehen. Am 22. April besucht der Papst um 9 Uhr morgens ein Krankenhaus in Pavia.

Nach einer Messfeier (10.30 Uhr) hält er um 16 Uhr einen Vortrag an der Universität. Um 17.30 Uhr feiert er in der Basilika San Pietro in Ciel d’Oro eine Vesper und betet vor dem Grab des heiligen Augustinus.


Hier noch die Meldung von Radio Vatikan


Vatikan: Papstreise nach Pavia

Papst Benedikt wird Ende April für zwei Tage in die Lombardei reisen. Das bestätigte der Vatikan heute. Benedikt wolle am 21. und 22. April zwei Städte bei Mailand besuchen. Zuerst wird er in Vigevano mit Jugendlichen zusammentreffen und eine Messe in der Innenstadt feiern. Anschließend will er in der Kathedrale Behinderten begegnen.

Am Tag darauf will Benedikt XVI. in Pavia ein Krankenhaus besuchen. Nach einer Messfeier plant er einen Vortrag an der Universität, um anschließend in der Basilika St. Peter vor den Reliquien des heiligen Augustinus zu beten und eine Vesperfeier zu leiten. Die Reise ist für Papst Benedikt die vierte innerhalb Italiens seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren.(sk)

[Modificato da @Andrea M.@ 22/03/2007 22.46]

@Andrea M.@
Wednesday, April 18, 2007 10:28 AM
Pilgerreise des Heiligen Vaters zu Augustinus
Papst Benedikt XVI. pilgert am Wochenende zum Grab seines Lehrmeisters Augustinus

Ihn fasziniert „vor allem die große Menschlichkeit“ des heiligen Kirchenlehrers

ROM, 17. April 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. wird am kommenden Wochenende in die beiden italienischen Diözesen Vigevano und Pavia reisen, um unter anderem am Grab des heiligen Augustinus zu beten, den er als einen seiner großen Lehrmeister verehrt.

Als der Heilige Vater seine Studien im Freisinger Priesterseminar aufnahm, hatte ihn, wie er am 17. Februar dieses Jahres bei einer Begegnung mit Priesteramtskandidaten im römischen Priesterseminar gestand, „von Anfang an vor allem die Gestalt des heiligen Augustinus fasziniert und dann auch die augustinische Strömung im Mittelalter: der heilige Bonaventura, die großen Franziskaner, die Gestalt des heiligen Franz von Assisi.“

Faszinierend war für Benedikt XVI. schon damals „vor allem die große Menschlichkeit des heiligen Augustinus, der ja nicht die Möglichkeit hatte, sich einfach mit der Kirche zu identifizieren, weil er von Anfang an Katechumene gewesen wäre, sondern geistig kämpfen musste, um allmählich den Zugang zum Wort Gottes, zum Leben mit Gott zu finden, bis hin zum großen Ja, das er zu seiner Kirche gesprochen hat“.

Die Gestalt des Bischofs von Hippo (354-430) habe den jungen Joseph Ratzinger so sehr bewegt, dass er den Entschluss fasste, sich in seiner Doktorarbeit mit der Ekklesiologie des Heiligen auseinanderzusetzen, erklärte P. Vittorino Grossi OSA, Professor am Patristischen Institut „Augustinianum“, in Rom im Rahmen einer Pressekonferenz, die heute im Pressesaal des Heiligen Stuhls stattfand.

Der Augustinerpater erinnerte die Journalisten auch an den Titel der Doktorarbeit, mit der Ratzinger 1953 promovierte: „Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche“. Und er fügte hinzu: „Später hat er diese Vorliebe für den heiligen Augustinus mit dem Hinweis zum Ausdruck gebracht, dass ihn die Theologie des Augsutinus deshalb so fasziniere, da sie in erster Linie nicht darauf abzielt, ein theologisches System zu sein – auch wenn sie das sehr wohl ist, noch dazu ein gutes –, sondern ein Mensch, ein Mensch in seinem konkreten Sein.“

P. Grossi wies darauf hin, dass Joseph Ratzinger auch nach seiner Wahl zum Nachfolger das Apostels Petrus „häufig die Philosophie des heiligen Augustinus vor Augen führt, wobei er vor allem auf die Kommentare des Bischofs von Hippo zu den Psalmen Bezug nimmt“.

Der Papst wird das Grab des heiligen Kirchenlehrers in der Basilika des heiligen Petrus in Ciel d'Oro Pavias aufsuchen und damit auf eine entsprechende Einladung seitens des Generalpriors des Augustinerordens, P. Robert Prevost OSA, antworten.

P. Prevost kündigte beim heutigen Pressegespräch in Rom an, dass der Papstbesuch auch als Anlass dienen werde, um die Segnung des Grundsteins des Kulturzentrums „Augustinianum“ vorzunehmen, das der Orden errichte.

Das Zentrum soll „aufgrund der tiefen spirituellen und theologischen Bande, die Benedikt XVI. mit dem Kirchenvater verbinden“, den Namen „Benedikt XVI.“ tragen.

Die Wallfahrt des Papstes findet aus Anlass der Veröffentlichung der Bulle „Licet Ecclesiae Catholicae“ vor 750 Jahren statt, mit der Papst Alexander IV. mehrere agustinische Zweige zu einem einzigen großen Orden zusammenfasste.

P. Giustino Casciano OSA, Prior der Abtei des heiligen Petrus in Ciel d’Oro, gab seinerseits bekannt, dass die Reisedaten für den Papstbesuch dem 24. April, dem Tag der Bekehrung des heiligen Augustinus und seiner Taufe, am nächsten gekommen seien.

P. Federico Lombardi SJ, Leiter des Pressesaals des Heiligen Stuhls, erklärte den Journalisten, dass die Urne mit der sterblichen Hülle des Heiligen vier Schlösser besitzt. Die Schlüssel würden vom Bischof, vom Prior der Basilika, vom Bürgermeister der Stadt und vom Kapitel der Kathedrale aufbewahrt – zum Zeichen dafür, „dass Augustinus unterschiedslos allen Bewohnern der Stadt gehört“.
@Andrea M.@
Friday, April 20, 2007 9:13 AM
Übertragungen auf k-tv
Papst besucht Grab des heiligen Augustinus in Pavia

Anlässlich des Besuches des Heiligen Vaters in Pavia überträgt K-TV folgende Begegnungen:

Samstag, 21. April von 17.20 bis 19.20 Uhr: Heilige Messe von der Piazza Ducale in Vigevano.

Sonntag, 22. April von 10.20 bis 12.30 Uhr: Heilige Messe vom Orti dell'Almo Collegio Borromeo in Pavia.

Sonntag, 22. April von 15.50 bis 17.00 Uhr: Treffen des Heiligen Vaters in der Universität von Pavia mit Künstlern.

Sonntag, 22. April von 17.20 bis 18.15 Uhr: Gebet des Heiligen Vaters zum Heiligen Augustinus.
Übertragung von der Basilika San Pietro in Ciel d'Oro in Pavia.

[Modificato da @Andrea M.@ 20/04/2007 9.13]

@Andrea M.@
Monday, April 23, 2007 5:55 PM
Pastoralbesuch seiner Heiligkeit in Vigevano und Pavia
Papst Benedikt XVI. in Vigevano: Die Familie, „tragendes Element des sozialen Lebens“

VIGEVANO, 23. April 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. traf am Samstagabend aus Anlass seiner Pastoralvisite in die Lombardei im Städtchen Vigevano ein. Italiens „Schuh-Stadt“ südöstlich von Mailand ist die einzige italienische Diözese, die Johannes Paul II. im Lauf seiner mehr als 25 Jahren währenden Amtszeit nie besuchte.

Bei einer Eucharistiefeier auf dem prächtigen, von der Renaissance geprägten Herzogsplatz im Zentrum erinnerte Benedikt XVI. an den Wert der Familie: „Sie ist das tragende Element des sozialen Lebens. Darum kann man nur dann, wenn man etwas für die Familien tut, das Netz der kirchlichen Gemeinschaft und auch das der Zivilgesellschaft selbst erneuern.“ Als nach diesen Worten heftiger Applaus aufkam, fügte er hinzu: „Ich sehe, wir sind uns da einig.“

Die Kirche in Italien setzt sich gegenwärtig vehement gegen Pläne der Regierung zur Wehr, Ehen ohne Trauschein und auch so genannte „Homo-Ehen“ aufzuwerten. Bei der Papstmesse in Vigevano konzelebrierten die Bischöfe der Lombardei, unter ihnen der Mailänder Kardinal Dionigi Tettamanzi.

Benedikt XVI. rief in seiner Predigt auch zu einem besonderen Einsatz für junge Leute auf: „Werdet nicht müde, eine Berufungspastoral zu entwickeln, die jungen Leuten hilft, einen echten Sinn für ihr Leben zu finden.“

Das geistliche Erbe der Lombardei ist in den Augen des Heiligen Vaters ein „sicherer Bezugspunkt für einen effizienten Dienst am Menschen unserer Zeit, für einen Weg der Zivilisation und des echten Fortschritts“.
@Andrea M.@
Monday, April 23, 2007 5:56 PM
Pastoralbesuch seiner Heiligkeit in Vigevano und Pavia
Meldung von Radio Vatikan am 21/04/2007

Italien: Papst besucht Lombardei

Papst Benedikt XVI. ist am Nachmittag zu seiner vierten Pastoralreise innerhalb Italiens aufgebrochen. Sie führt ihn in die Lombardei nach Vigevano und Pavia. Unter anderem wird er am Grab des heiligen Augustinus beten, den er als einen seiner großen Lehrmeister verehrt.

Vom Flughafen Rom-Ciampino fliegt der Papst zum Militärflughafen Mailand-Linate. Nach einem kurzen offiziellen Empfang im Sportstadion vom rund 35 Kilometer entfernten Vigevano wird der Papst vom Balkon des Bischofssitzes aus Jugendliche der Diözese und Kranke segnen, die den Gottesdienst am Abend über Bildschirm verfolgen werden. Um 17 Uhr 30 zelebriert Benedikt XVI. die Messe auf der Piazza Ducale vor dem Dom der Stadt. Im Anschluss wird er kurz den Dom besuchen, bevor er nach einer erneuten Station im Sportstadion weiter nach Pavia fliegt. Dort wird er vor dem Dom Worte an die Jugendlichen richten. Abend und Nacht verbringt der Papst im Bischöflichen Palazzo.

Am Sonntag Vormittag wird Bendedikt XVI. zunächst das Poliklinikum „San Matteo” besuchen und einige Worte an die Kranken richten. Um 10 Uhr 30 beginnt die Papstmesse in den Orti Borromaici. Der Namensgeber und spätere Erzbischof von Mailand, Karl Borromäus, hatte in Pavia zunächst Jura studiert. Diese Messe überträgt Radio Vatikan live und mit deutschem Kommentar über die Partnersender.

Nach dem Mittagessen mit den Bischöfen der Lombardei steht am Nachmittag in der Universität von Pavia eine Begegnung mit Vertretern des kulturellen Lebens auf dem Pogramm. Der Papst wird - wie in Regensburg - eine Ansprache in der Universität halten.

Die Vesper wird Benedikt XVI. in der Basilika San Pietro in Ciel d’Oro beten und dort auch predigen. In der bis aufs frühe siebte Jahrhundert zurückgehende Kirche ist seit 725 der von Papst hochverehrte Heilige Augustinus bestattet. 1953 promovierte der heutige Papst mit einer Arbeit zum Thema „Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche”. Augustinus ist der in päpstlichen Ansprachen und Schriften am meisten zitierte Kirchenlehrer.

Am Abend wird Benedikt in Rom zurück erwartet. (rv)

[Modificato da @Andrea M.@ 23/04/2007 18.01]

@Andrea M.@
Monday, April 23, 2007 6:03 PM
Weitere Meldungen zum Thema
22/04/2007

Papst trifft in Pavia Jugendliche und Kranke

Bei seinem Besuch in Pavia, etwa 40 km von Vigevano entfernt, hat sich Papst Benedikt mit Jugendlichen und mit Kranken getroffen. "Habt keine Angst, euer Leben Christus zu schenken!", rief er wie einst Johannes Paul II. am Samstag Abend auf dem Domplatz von Pavia Jugendlichen zu. "Christus enttäuscht nie unsere Erwartungen, denn er weiß, was in unserem Herzen ist." Die Kirche helfe gerne allen jungen Leuten, die nach dem Sinn ihres Lebens fragten; auch die Gesellschaft, "die derzeit von vielen sozialen Umwälzungen gekennzeichnet ist", erwarte einen Beitrag der Jugendlichen "für ein weniger egoistisches, solidarischeres Zusammenleben".

Heute Morgen dann im Krankenhaus von Pavia ein Treffen Benedikts XVI. mit behinderten, kranken und alten Menschen. Dabei meinte er, in gewisser Weise sei jedes Krankenhaus ein "heiliger Ort", weil der Mensch dort mit der "Anfälligkeit seiner Natur" konfrontiert werde, aber auch die "Möglichkeiten und Ressourcen des menschlichen Genies" entdecken könne - "und einer Technik, die im Dienst am Leben steht". Mit ernsten Worten forderte der Papst Respekt vor dem menschlichen Leben "in all seinen Phasen". Er hoffe sehr, dass der wissenschaftliche und technische Fortschritt von einem wachsenden Bewußtsein begleitet werde, dass von der Verteidigung des Lebens "die wirklich menschliche Qualität einer Gesellschaft abhängt".

Im Laufe dieses Sonntags wird Papst Benedikt noch Wissenschaftler treffen und am Grab des hl. Augustinus beten, bevor er nach Rom zurückkehrt. (rv 22.04.2007 sk)

@Andrea M.@
Monday, April 23, 2007 8:23 PM
Meldungen
Papst Benedikt in Pavia: Umkehr ist kein einmaliges Ereignis, sondern der Weg des Lebens

„Leidenschaft für die Wahrheit“: Der Weg des Augustinus ist der Weg jedes Christen

PAVIA, 23. April 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. widmete den ersten Tag seiner vierten Pastoralreise in Italien der Gestalt des heiligen Augustinus und dessen Leben als Suche nach der Wahrheit. Der Lebensweg des Heiligen ist nach Worten des Papstes der Weg, den jeder Christ beschreiten muss. Vor den Kranken und Ärzten der Poliklinik der Stadt Pavia (Lombardei) mahnte er darüber hinaus erneut die Achtung und den Schutz des menschlichen Lebens in jeder Phase an.

Nach seiner Ankunft am Samstagnachmittag im nahe gelegenen Vigevano bestand die erste Etappe des Heiligen Vaters in Pavia im Besuch der Poliklinik „San Matteo“. Benedikt XVI. betonte, dass das Krankenhaus ein Ort ist, „den wir in gewisser Weise als ‚heilig‘ bezeichnen können; ein Ort, wo die Gebrechlichkeit der menschlichen Natur erfahren wird, aber auch die großen Möglichkeiten und Ressourcen des Genies des Menschen und der Technik im Dienst des Lebens“.

Die große Gabe des menschlichen Leben bleibt – und mag man sie auch noch so weit erforschen – immer ein Geheimnis“, rief Benedikt XVI. aus, der seinen lebhaften Wunsch zum Ausdruck brachte, dass der notwendige wissenschaftliche und technologische Fortschritt immer vom Bewusstsein begleitet werde, zusammen mit dem Wohl des Kranken auch jene grundlegenden Werte zu fördern – wie die Achtung und die Verteidigung des Lebens in jeder seiner Phasen –, von denen die echt menschliche Qualität eines Zusammenlebens abhängt.

Nach seinem Besuch in der Poliklinik begab sich der Papst zu den Gärten des „Almo Collegio Borromeo“, wo er vor 20.000 Gläubigen die Heilige Messe feierte.

In seiner Predigt konzentrierte sich Benedikt XVI. im Ausgang von den Worten des Petrus vor dem Hohen Rat und der Erfahrung des heiligen Augustinus auf die Wirklichkeit der Umkehr.

Die Worte des Petrus über den auferstandenen Christus zeigten, so Benedikt XVI., dass Jesus zur Umkehr hinführe, den Raum und die Möglichkeit für die Reue und den Neuanfang schaffe und die Vergebung der Sünden schenke. Dies führe uns ein in die richtige Gottesbeziehung. „Die beiden Worte des Petrus, Umkehr und Vergebung der Sünden, die den Titel Christi ‚Oberhaupt‘ und ‚Heiland‘ entsprechen, sind die Schlüsselbegriffe der Katechese des Petrus“, erklärte der Bischof von Rom. Der Weg, den wir gehen müssten; „der Weg, den Jesus weist, heißt: Umkehr. Was aber ist das? Was muss man tun? In jedem Leben hat die Umkehr ihre eigene Form, weil ein jeder Mensch etwas Neues ist. Keiner ist einfach hin die Kopie eines anderen.“ Der Herr habe aber im Lauf der Jahrhunderte Vorbilder für die Umkehr geschickt. Ein besonderes Vorbild sei nach Petrus und Paulus der Weg des heiligen Augustinus. Gerade dieser Heilige lasse erkennen, „dass die Umkehr kein einmaliges Ereignis ist, sondern ein Weg“.

Anschließend ging Papst Benedikt auf den „wesentlichen Aspekt dieses Weges“ ein und sagte: „Augustinus war einerseits ein Kind seiner Zeit und zutiefst bestimmt von den in ihr vorherrschenden Gewohnheiten und Leidenschaften, wie auch von all den Fragen und Problemen eines jungen Mannes. Er lebte wie alle anderen, und dennoch war da in ihm etwas Besonderes: Er blieb immer ein Mensch auf der Suche. Er gab sich nie mit dem Leben zufrieden, so wie es sich ergab und wie alle es lebten. Er war immer gequält von der Frage nach der Wahrheit.“

Augustinus habe die Wahrheit wirklich finden wollen. „Er wollte, dass es ihm gelingt zu wissen, was der Mensch ist, woher die Welt kommt, woher wir selbst kommen, wohin wir gehen und wie wir das wahre Leben finden können. Er wollte den rechten Weg finden und nicht einfach blind, ohne Sinn und Ziel vor sich hin leben. Die Leidenschaft für die Wahrheit ist der Schlüsselbegriff seines Lebens. Und da ist noch etwas Besonderes: All das, was nicht den Namen Christi trug, reichte ihm nicht.“

Durch die platonische Philosophie habe Augustinus, wie er selbst erzähle, gelernt und erkannt, „dass am Anfang das Wort war, der Logos, die schöpferische Vernunft. Die Philosophie aber wies ihm keinen Weg, um ihn erreichen zu können; dieser Logos blieb fern und unberührbar. Nur im Glauben der Kirche fand er dann die zweite wesentliche Wahrheit: Das Wort ist Fleisch geworden. Und so berührt es uns, so berühren wir es. Der Demut der Fleischwerdung Gottes muss die Demut unseres Glaubens entsprechen, der den überklugen Hochmut ablegt und sich beugt, indem er Teil der Gemeinschaft des Leibes Christi wird, der mit der Kirche lebt und nur so in die konkrete, ja körperliche Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott eintritt.“

Benedikt XVI. hob hervor, dass Augustinus „den letzten Grad der Demut“ erlernt habe – „nicht nur die Demut, sein großes Denken in den Glauben der Kirche einzugliedern; nicht nur die Demut, seine großen Erkenntnisse in die Einfachheit der Verkündigung zu übertragen, sondern auch die Demut anzuerkennen, dass für ihn selbst und die ganze pilgernde Kirche ständig die barmherzige Güte eines Gottes notwendig ist, der vergibt.“

„In dieser Stunde“, so der Papst abschließend, „danken wir Gott für das große Licht, dass von der Weisheit und der Demut des heiligen Augustinus ausstrahlt. Und wir bitten den Herrn, damit er uns allen Tag für Tag die notwendige Umkehr schenke und uns so hinführe zum wahren Leben.“
@Andrea M.@
Monday, April 23, 2007 8:24 PM
In der Universität von Pavia
Benedikt XVI: Der heilige Augustinus, „Vorbild für den Dialog zwischen Vernunft und Glaube“

Ansprache an der Universität

PAVIA, 23. April 2007 (ZENIT.org).- Während seiner Pastoral- und Pilgerreise nach Pavia (Lombardei, Italien) begegnete Papst Benedikt XVI. am Sonntagnachmittag den Vertretern der Kultur und der Universität.

In seiner kurzen Ansprache vor den Professoren und Studenten der Universität von Pavia bekräftigte der Papst, dass es Aufgabe der Universität sei, den Charakter eines Studienzentrums zu bewahren, das „auf den Menschen zugeschnitten ist“: Der Studierende müsse aus der Anonymität heraus und in einen fruchtbaren Dialog mit den Dozenten eintreten, um so in seinem kulturellen und menschlichen Wachstum bereichert zu werden.

Es ist nach Papst Benedikt von grundlegender Bedeutung, „dass sich die Anstrengung der wissenschaftlichen Forschung der existentiellen Frage nach dem Sinn des Lebens der Person öffnen kann. Die Forschung ist auf Erkenntnis ausgerichtet, während der Mensch auch der Weisheit bedarf, jenes Wissens also, das darin zum Ausdruck kommt, ‚leben zu können‘.“

Der Patron der Universität von Pavia ist – zusammen mit der heiligen Katherina von Alexandrien – der heilige Augustinus. So sei es natürlich, an den existentiellen intellektuellen Weg des Augustinus zu denken, der „eine fruchtbare Interaktion zwischen Glaube und Kultur bezeugt“, so Benedikt XVI.

Die Liebe Christi habe den existentiellen Bemühungen des Kirchenlehrers ihre Form gegeben: „Von einem Leben, das auf die Suche nach dem weltlichen Erfolg ausgerichtet war, ging er über zu einem Leben, das ganz Christus geschenkt war, dem einzigen Meister und Herrn.“

Der Heilige Vater zitierte die Enzyklika Fides et ratio Johannes Pauls II., wo es heißt: „Dem Bischof von Hippo gelang es, die erste große Synthese des philosophischen und theologischen Denkens zu erstellen, in die Strömungen des griechischen und lateinischen Denkens einflossen. Auch bei ihm wurde die große Einheit des Wissens, deren Ausgangspunkt und Grundlage das biblische Denken war, von der Gründlichkeit des spekulativen Denkens bestätigt und getragen“ (40).

Diese Worte bekräftigte Benedikt XVI., indem er einen Wunsch äußerte: „Der heilige Augustinus sei für alle ein Vorbild für den Dialogs zwischen Vernunft und Glaube.“
@Andrea M.@
Monday, April 23, 2007 8:25 PM
Am Grab des Bischofs von Hippo
Papst Benedikt am Grab des heiligen Augustinus: Der Schüler begegnet seinem Meister

„Die Liebe ist die Seele des Lebens der Kirche und ihrer pastoralen Tätigkeit“

PAVIA, 23. April 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. pilgerte am Sonntagabend zur Urne mit den sterblichern Überresten des heiligen Augustinus, vor der er eine Votivkerze entzündete. In der Basilika San Pietro in Ciel d’Oro in Pavia stand der Papst der Feier der Vesperliturgie vor. Das Gebet vor den Reliquien des wichtigsten geistigen und geistlichen Bezugspunktes des Papstes stellte den Höhepunkt seiner zweitätigen Pastoralreise in die Lombardei dar. Benedikt XVI. empfahl die Gestalt des Heiligen aus Afrika, dessen Reliquien seit dem 8. Jahrhundert in Pavia verehrt werden, als Modell für den Christen von heute.

In seiner Predigt bekräftigte der Papst den Charakter seiner Reise nach Pavia als einer Pilgerreise zu den sterblichen Überresten des heiligen Augustinus: Er wolle vor ihnen beten und die Ehrerbietung der ganzen katholischen Kirche sowie seine persönliche Anerkennung und Dankbarkeit gegenüber einem ihrer größten Lehrer zum Ausdruck bringen, der an seinem Leben als Theologe, Hirt und Priester einen großen Anteil habe.

Vor dem Grab des „Doctor Gratiae“ wollte Benedikt XVI. eine wichtige Botschaft für den Weg der Kirche lancieren, die sich aus dem Wort Gottes und der persönlichen Gestalt des Bischofs von Hippo ergebe.

Der heilige Augustinus habe den Blick fest auf das Geheimnis der Erlösung gerichtet und in ihm die Wahrheit gefunden, die er so lange suchte: „Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, das geopferte und auferstandene Lamm, ist die Offenbarung des Antlitzes Gottes, der die Liebe ist – für jedem Menschen, der auf den Wegen der Zeit hin zur Unendlichkeit unterwegs ist.“

Die Botschaft von Gott-Liebe ist nach Worten Benedikts XVI. der zentrale Kern des Christentums. „Das Licht dieser Liebe hat die Augen des heiligen Augustinus geöffnet; es hat ihm die ‚alte und immer neue Schönheit‘ (Bekenntnisse X, 27) begegnen lassen, in der allein das Herz des Menschen Frieden findet.“

Vor dem Grab des heiligen Augustinus, so der Papst, „möchte ich der Kirche im ideellen Sinne erneut meine erste Enzyklika übergeben, die gerade diese zentrale Botschaft des Evangeliums enthält: Deus caritas est, Gott ist die Liebe.“

Der Papst erklärte, dass seine Enzyklika vor allem im ersten Teil weitgehend dem Denken des heiligen Augustinus verpflichtet sei, „der in die Liebe Gottes verliebt war, die er in all seinen Werken besang, meditierte, predigte und vor allem in seinem pastoralen Dienst bezeugte.“

Benedikt XVI. zeigte sich davon überzeugt, dass die Menschheit von heute diese wesentliche Botschaft benötigt, die in Jesus Christus Fleisch angenommen hat: „Gott ist Liebe. Alles muss von dort seinen Ausgang nehmen, und alles muss dorthin führen: jede pastorale Tätigkeit, jede theologische Abhandlung.“

Dies also sei die Botschaft, die der heilige Augustinus an die ganze Kirche richte: „Die Liebe ist die Seele des Lebens der Kirche und ihrer pastoralen Tätigkeit.“ Der Heilige Vater rief deshalb die Kirche dazu auf, in den Spuren des heiligen Augustinus zu wandeln und eine Kirche zu sein, die freimütig die Botschaft Christi vom Leben, von der Vergebung und der Versöhnung verkündet.
@Andrea M.@
Wednesday, April 25, 2007 10:12 PM
Hier noch ein Bericht über die Messe in Pavia
22. April 2007

Einer der größten Bekehrten der Kirchengeschichte: Augustinus

Benedikt XVI. in der Augustinus-Stadt Pavia: In seiner Schrift „Bekenntnisse“ zeigt uns Augustinus auf anrührende Weise den Weg seiner Bekehrung, die mit seiner Taufe durch Bischof Ambrosius im Dom von Mailand ihr Ziel erreicht hatte.

Pavia (www.kath.net/RV) Papst Benedikt betete und predigt heute am Grab des Heiligen Augustinus. Wir dokumentieren hier die Predigt aus der Messe am Morgen in Pavia in einer „Radio Vatikan“-Übersetzung:

In der Osterzeit führt uns die Kirche Sonntag für Sonntag einige Verse aus den Predigten vor Augen, mit denen die Apostel, vor allem Petrus, nach dem Osterfest Israel zum Glauben an Jesus Christus, den Auferstandenen einladen und so die Kirche gründen. In der heutigen Lesung stehen die Apostel vor dem Hohen Rat, dem Gremium, das Jesus des Todes schuldig erklärt hatte.

Der Hohe Rat konnte nicht tolerieren, dass dieser Jesus mittels der Predigten der Apostel jetzt anfinge neu zu wirken, er konnte nicht tolerieren, dass seine Heil bringende Kraft wieder gegenwärtig werde und sich Menschen zusammenscharten, die an ihn als den verheißenen Retter glaubten.

Die Apostel werden angeklagt. Der Vorwurf lautet: „Ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.“ Petrus antwortet auf diese Anklage mit einer kurzen Katechese über den Kern des christlichen Glaubens: „Nein, wir wollen nicht sein Blut über euch bringen. Die Wirkung des Todes und der Auferstehung Jesu ist gänzlich anders. Gott hat ihn zum ,Herrscher und Retter’ für alle gemacht, auch und gerade für euch, für sein Volk Israel.“

Und wohin führt dieser Herrscher? Was bringt dieser „Retter“? Er führt uns zur Umkehr, schafft den Raum und die Möglichkeit sich zu besinnen, zu bereuen und neu anzufangen. Er gibt die Vergebung der Sünden, er führt uns in die rechte Beziehung zu Gott und so auch jeden einzelnen in die rechte Beziehung zu sich selbst und damit zu den anderen.

Diese kurze Katechese des Petrus galt nicht nur für den Hohen Rat. Sie gilt uns allen. Denn Jesus, der Auferstandenen, lebt auch heute. Für alle Generationen, für alle Menschen ist er der „Herrscher“, der auf dem Weg vorangeht, und der „Retter“, der unser Leben recht macht. Die zwei Worte „Umkehr“ und „Vergebung der Sünden“ entsprechen den beiden Jesustiteln „Herrscher“ und „Retter“, und sie sind die Schlüsselwörter der Predigt des Petrus, Worte, die in dieser Stunde auch unser Herz erreichen wollen. Der Weg, den wir gehen müssen, der Weg, den Jesus uns aufzeigt, heißt „Umkehr“. Aber was ist das? Was müssen wir dafür tun? In jedem Leben hat Umkehr ihre eigene Form, denn jeder Mensch ist etwas Neues und keiner ist nur die Kopie eines anderen. Aber im Lauf der Geschichte des Christentums hat der Herr uns Beispiele für Umkehr geschenkt, und mit Blick auf diese können wir Orientierung finden. Wir könnten auf Petrus selbst schauen, dem der Herr im Abendmahlssaal gesagt hatte: „Wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder“ (Lk 22.32). Wir könnten auf Paulus schauen, einen großen Bekehrten. Die Stadt Pavia spricht von einem der größten Bekehrten der Kirchengeschichte: der Heilige Aurelius Augustinus. Er starb am 28. August 430 in der Hafenstadt Hippo, damals von den Vandalen umzingelt und besetzt. Nach einigen Unruhen einer bewegten Geschichte gewann der König der Langobarden seine sterblichen Überreste für die Stadt Pavia, so dass er jetzt auf besondere Weise zu dieser Stadt gehört und in ihr und durch sie zu uns allen in besonderer Weise spricht.

In seiner Schrift „Bekenntnisse“ zeigt uns Augustinus auf anrührende Weise den Weg seiner Bekehrung, die mit seiner Taufe durch Bischof Ambrosius im Dom von Mailand ihr Ziel erreicht hatte. Wer die Bekenntnisse liest, kann den Weg mitgehen, den Augustinus in einem langen inneren Kampf gehen musste, um in der Osternacht 387 am Taufbecken endlich das Sakrament zu erhalten, das die große Wende seines Lebens markiert. Aufmerksam dem Lebenslauf des Heiligen Augustinus folgend kann man sehen, dass die Bekehrung nicht ein Momentereignis war, sondern wirklich ein Weg. Man kann sehen, dass dieser Weg am Taufbecken noch nicht zu Ende war. So wie vor der Taufe ist das Leben des Augustinus auch nach der Taufe ein Weg der Umkehr geblieben, wenn auch auf andere Weise, bis zu seiner letzten Krankheit, als er auf die Wand die Bußpsalmen aufschreiben ließ, um sie immer vor Augen zu haben; als er sich selbst vom Empfang der Eucharistie ausschloss, um noch einmal den Weg des Büßers zu gehen und aus den Händen Christi das Heil zu empfangen als Geschenk der Barmherzigkeit Gottes. So können wir von den „Bekehrungen“ des Augustinus sprechen, die tatsächlich eine einzige große Umkehr waren auf der Suche nach dem Antlitz Christi und dann im gemeinsamen Gehen mit ihm.

Ich möchte von den drei großen Etappen auf diesem Weg der Bekehrung sprechen, von drei „Bekehrungen“. Die erste grundlegende Bekehrung war der innere Weg hin zum Christentum, hin zum „Ja“ des Glaubens und der Taufe. Was war der wesentliche Aspekt dieses Weges? Augustinus, auf der einen Seite, war Sohn seiner Zeit, zutiefst bedingt von den Gewohnheiten und Leidenschaften, die sie dominierten, aber auch von all den Fragen und Problemen eines Heranwachsenden. Er lebte wie alle anderen, und dennoch war in ihm etwas Besonderes: Er blieb immer ein suchender Mensch. Er gab sich nicht zufrieden mit dem Leben, wie es war und wie alle es lebten. Er war immer geplagt von der Frage nach Wahrheit. Er wollte die Wahrheit finden. Er wollte herausfinden, wer der Mensch ist, woher die Welt kommt, woher wir selbst kommen, wohin wir gehen und wo wir das wahre Leben finden können. Er wollte das rechte Leben finden und nicht blind ohne Sinn und ohne Ziel vor sich hin leben. Die Leidenschaft für die Wahrheit ist das wirkliche Schlüsselwort für sein Leben. Und es gibt noch eine Besonderheit: Alles, was nicht den Namen Christi trug, genügte ihm nicht. Die Liebe zu diesem Namen – sagt er uns – hatte er mit der Muttermilch aufgesogen (vgl. Conf 3,4,8). Er hatte immer geglaubt – mal eher vage, mal sehr konkret -, dass Gott existiert und dass er für uns sorgt. Aber diesen Gott wahrhaft zu kennen, sich wirklich mit diesem Christus vertraut zu machen und dazu zu kommen, „Ja“ zu ihm zu sagen, mit allen Konsequenzen – das war der große innere Kampf seiner Jugendjahre. Er erzählt uns, dass er mittels der platonischen Philosophie gelernt und erkannt hatte, dass „im Anfang das Wort war“ – der Logos, die schöpferische Vernunft. Aber die Philosophie zeigte ihm keinen einzigen Weg, um zu ihm zu gelangen; dieser Logos blieb fern und unantastbar. Nur im Glauben der Kirche fand er dann die zweite Grundwahrheit: das Wort ist Fleisch geworden. Und so berührt es uns, und wir berühren es. Der Demut der Menschwerdung Gottes muss die Demut unseres Glaubens entsprechen, der Hochmut und Besserwisserei ablegt und sich beugt, wenn er in die Gemeinschaft des Leibes Christi eintritt und Teil von ihm wird; dieser Glaube, der mit der Kirche lebt und nur so in die konkrete, die leibliche Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott eintritt. Ich muss nicht eigens sagen, wie sehr das uns alle angeht: suchende Menschen bleiben, sich nicht mit dem zufrieden geben, was alle sagen und tun, den Blick nicht vom ewigen Gott und von Jesus Christus abwenden, immer wieder neu die Demut des Glaubens in der leibhaften Kirche Jesu Christi lernen.

Seine zweite Bekehrung beschreibt uns Augustinus am Ende des zehnten Buches seiner Bekenntnisse mit den Worten: „Von meinen Sünden geschreckt und von der Last meines Elends bewegte ich es in meinem Herzen, dachte darüber nach und floh in die Einsamkeit; aber du hieltest mich auf und befestigtest mich mit den Worten: ,Er ist für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb.’“ (2 Kor 5,15; Conf 10,43,70). Was war geschehen? Nach seiner Taufe hatte Augustinus beschlossen, nach Afrika zurück zu kehren und hatte dort gemeinsam mit seinen Gefährten ein kleines Kloster gegründet. Sein Leben sollte jetzt ganz der Zwiesprache mit Gott gewidmet sein, dem Nachdenken und der Betrachtung der Schönheit und der Wahrheit seines Wortes. So verbrachte er drei glückliche Jahre, in denen er glaubte, am Ziel seines Lebens angekommen zu sein. In dieser Zeit entstand eine Vielzahl philosophischer Werke. Im Jahr 391 besuchte er in der Hafenstadt Hippo einen Freund, den er für das klösterliche Leben gewinnen wollte. Aber in der sonntäglichen Liturgie, an der er in der Kathedralkirche teilnahm, wurde er erkannt. Der Bischof der Stadt, ein Mann griechischer Herkunft, der nicht gut Latein sprach und dem das Predigen mühe machte, sagte in seiner Predigt nicht zufällig, dass er vorhabe, einen Priester auszuwählen, dem er die Aufgabe des Predigens übertragen wolle. Sofort ergriffen die Menschen Augustinus und zerrten ihn nach vorne, damit er zum Priester im Dienst der Stadt geweiht werden würde. Sofort nach seiner erzwungenen Weihe schrieb Augustinus an Bischof Valerius: „Ich fühlte mich wie einer, der das Ruder nicht halten kann und der dennoch zum zweiten Steuermann gemacht wurde…Daher rührten die Tränen, die einige meiner Brüder mich in der Stadt vergießen sahen, als ich geweiht wurde“ (Ep 21,1s). Der schöne Traum vom kontemplativen Leben war hinfällig. Das Leben Augustinus’ hatte sich völlig verändert. Nun musste er für alle mit Christus leben. Er musste sein Wissen und seine erhabenen Gedanken in das Denken und die Worte der einfachen Menschen seiner Stadt übersetzen. Das große philosophische Werk eines ganzen Lebens, das er erträumt hatte, würde ungeschrieben bleiben. An seine Stelle wurde etwas kostbareres gerückt: das Evangelium übersetzt in die Alltagssprache. Das, was jetzt seinen Alltag ausmachte, hat er so beschrieben: „Die Undisziplinierten ändern, die Kleinmütigen stärken, die Schwachen unterstützen, die Gegner widerlegen… die Nachlässigen anspornen, die Streitenden bremsen, den Bedürftigen helfen, die Unterdrückten befreien, den Guten Zustimmung zeigen, die Schlechten tolerieren und alle lieben“ (vgl. Serm 340,3). „Unablässig predigen, diskutieren, tadeln, aufbauen, allen zur Verfügung stehen – es ist eine riesige Aufgabe, eine große Last, eine enorme Mühe“ (Serm 339,4). Das war die zweite Bekehrung dieses Menschen, der kämpfte und litt, der immer wieder versuchte, seine Pflicht zu tun: für alle da sein; immer wieder neu mit Christus gemeinsam sein eigenes Leben hingeben, damit die anderen ihn, das wahre Leben, finden können.

Es gibt noch eine dritte entscheidende Etappe auf dem Weg der Bekehrung des Heiligen Augustinus. Nach seiner Priesterweihe hatte er um einige Zeit Urlaub gebeten, um die Heiligen Schriften grundlegender studieren zu können. Sein erster Predigtzyklus nach dieser Reflexionspause behandelte die Bergpredigt; er erklärte das rechte Leben, „das vollkommene Leben“ von Christus auf neue Weise gezeigt, er führte es als Pilgerweg auf den Heiligen Berg des Wortes Gottes vor Augen. In diesen Predigten kann man noch den ganzen Enthusiasmus des gerade gefundenen und erfahrenen Glaubens spüren: die feste Überzeugung, dass der Getaufte, voll und ganz nach der Botschaft Christi lebend, wirklich „vollkommen“ sein kann. Rund zwanzig Jahre später schrieb Augustinus ein Buch mit dem Titel „Die Widerrufe“, in dem er sich kritisch mit seinen bis dato verfassten Werken auseinandersetzte und Korrekturen anbrachte, wo er inzwischen anderes erlernt und erfahren hatte. Mit Blick auf das Ideal des vollkommenen Lebens in seinen Auslegungen zur Bergpredigt merkte er an: „In der Zwischenzeit hatte ich verstanden, dass einer allein wahrhaft vollkommen ist und dass die Worte der Bergpredigt in einem allein vollkommen wirklich geworden sind: in Jesus Christus selbst. Die ganze Kirche hingegen, wir alle, die Apostel eingeschlossen, müssen jeden Tag beten: Vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ (vgl. Retract. I 19,1-3). Augustinus hatte den letzten Grad der Demut angenommen – nicht nur die Demut, sein großes Denken in den Glauben der Kirche einzufügen, nicht nur die Demut, sein großes Wissen in die Einfachheit der Verkündigung zu übersetzen, sondern auch die Demut, dass er selbst und die ganze pilgernde Kirche stets der barmherzigen Güte eines vergebenden Gottes bedarf; und wir – so fügte er hinzu – werden Christus, dem einzig Vollkommenen, im größtmöglichen Maß ähnlich, wenn wir wie er barmherzige Menschen werden.

In dieser Stunde danken wir Gott für das große Licht, das aus der Weisheit und der Demut des Heiligen Augustinus aufstrahlt, und wir bitten den Herrn, dass er uns allen Tag für Tag die notwendige Umkehr schenkt und uns so zum wahren Leben führt. Amen.

Beim anschließenden Regina Coeli wandte sich der Benedikt XVI. vor allem an die Jugendlichen – mit einem Verweis auf sein Jesusbuch:

„Liebe Jungen und Mädchen, ich wünsche Euch, dass ihr immer mehr die Freude entdecken könnt, Jesus zu folgen und seine Freunde zu werden. Es ist die Freude des Petrus und der anderen Apostel, der Heiligen aller Zeiten. Diese Freude hat mich auch dazu angestiftet, das Buch „Jesus von Nazareth“ zu schreiben, das soeben veröffentlicht wurde. Für die ganz jungen ist es ein wenig anspruchsvoll, aber ideellerweise vertraue ich es euch an, damit es den Weg des Glaubens der künftigen Generationen begleiten möge. „Ihrem mütterlichen Schutz empfehle ich jede einzelne Gemeinschaft, jede Familie, vor allem die besonders schwierigen Situationen. Allen gewähre Maria Frieden und Trost.“

[Modificato da @Andrea M.@ 25/04/2007 22.13]

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