@Andrea M.@
Tuesday, May 13, 2008 7:25 PM
Die Ansprache im Wortlaut
Papst Benedikt XVI.: Christi Himmelfahrt, feste Verankerung für das irdische Leben
„Der Petersplatz gleicht heute fast einem Abendmahlsaal unter freiem Himmel“
ROM, 5. Mai 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, zum „Regina Caeli“ auf dem Petersplatz gehalten hat.
Der Heilige Vater erklärte das Geheimnis, das die Gläubigen am Hochfest Christi Himmelfahrt in den Blick nehmen. Der Bischof von Rom sprach in diesem Zusammenhang von einem Anker, der in den Himmel eindringe und an dem die Menschen ihr irdisches Leben festmachen sollten.
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Liebe Brüder und Schwestern!
In verschiedenen Ländern, darunter auch in Italien, wird heute das Hochfest Christi Himmelfahrt gefeiert, jenes Geheimnis des Glaubens, das das Buch der Apostelgeschichte auf den 40. Tag nach der Auferstehung legt (vgl. Apg 1,3-11). Aus diesem Grund ist es im Vatikan und in einigen anderen Nationen der Welt bereits am letzten Donnerstag gefeiert worden.
Nach der Himmelfahrt blieben die ersten Jünger im Abendmahlsaal; sie sammelten sich um die Mutter Jesu, in brennender Erwartung der Gabe des Heiligen Geistes, den Jesus versprochen hatte (vgl. Apg 1,14). An diesem ersten Sonntag im Mai, dem Marienmonat, machen auch wir diese Erfahrung, und fühlen intensiv die geistliche Gegenwart Mariens. Und der Petersplatz gleicht heute fast einem „Abendmahlsaal“ unter freiem Himmel, der mit Gläubigen gefüllt ist, zum Großteil Mitglieder der Katholischen Aktion Italiens, an die ich mich nach dem marianischen Gebet des „Regina Caeli“ wenden werde.
In seiner Abschiedsrede an die Jünger hob Jesus besonders die Bedeutung seiner „Heimkehr zum Vater“ hervor, der Krönung seiner ganzen Sendung. Denn er ist in die Welt gekommen, um den Menschen zu Gott zurückzuführen, und zwar nicht auf einer geistigen Ebene – als Philosoph oder Weisheitslehrer –, sondern in Wirklichkeit, als Hirte, der die Schafe in ihren Stall zurückbringen will. Diesen „Auszug“ (Exodus) zur himmlischen Heimat, den Jesus persönlich erlebte, hat er in allem für uns auf sich genommen: Für uns ist er vom Himmel herabgestiegen, und für uns fuhr er zu ihm auf, nachdem er dem Menschen in allem gleich geworden war, erniedrigt bis zum Tod am Kreuz, und nachdem er den Abgrund der größten Gottesferne berührt hatte. Gerade aus diesem Grund hat Gott an ihm Gefallen gefunden und „ihn über alle erhöht“ (Phil 2,9) und ihm so die Fülle seiner Herrlichkeit zurückerstattet, jetzt aber in unserer menschlichen Natur. Gott im Menschen, der Mensch in Gott: Das ist nun keine theoretische, sondern eine wirkliche Wahrheit. Deshalb ist die christliche Hoffnung, die ihren Grund in Christus hat, keine Illusion, sondern wir haben, wie der Brief an die Hebräer sagt, „in ihr… einen sicheren und festen Anker der Seele“ (Heb 6,19), einen Anker, der in den Himmel eindringt, wohin Christus uns vorangegangen ist.
Und was benötigte der Mensch aller Zeiten eher als das: eine feste Verankerung für das eigene Dasein? Und wiederum also ist der wunderbare Sinn der Gegenwart Mariens mitten unter uns augenfällig. Wenn wir wie die ersten Jünger den Blick auf sie wenden, werden wir unmittelbar auf die Wirklichkeit Jesu verwiesen: Die Mutter verweist auf den Sohn, der nicht mehr leiblich unter uns ist, der uns aber im Haus des Vaters erwartet. Jesus lädt uns ein, nicht dazustehen und nach oben zu schauen, sondern im Gebet vereint zu bleiben, um das Geschenk des Heiligen Geistes zu erbitten. Denn nur für den, der „von oben her neu geboren wird“, das heißt aus dem Geist Gottes, steht der Eingang zum Himmelreich offen (vgl. Joh 3,3-5), und die erste, die „von oben her neu geboren“ ist, ist gerade die Jungfrau Maria. An sie wenden wir uns somit in der Fülle der österlichen Freude.
[Die deutschsprachigen Pilger grüßte der Heilige Vater mit folgenden Worten:]
Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache hier auf dem Petersplatz. Diese Tage vor Pfingsten sind eine Zeit des besonderen Gebets um den Heiligen Geist. Bitten wir inständig um die Gabe des Geistes Gottes! Er macht uns neu, er schenkt Leben und gibt Kraft, das Antlitz der Erde zu erneuern. Der Herr erfülle euch mit seiner Gnade und seinem Frieden.
[ZENIT-Übersetzung des italienischen Orginals; © Copyright 2008 – Libreria Editrice Vaticana]
@Andrea M.@
Tuesday, May 13, 2008 7:26 PM
Regina Caeli-Gebet
Eindringlicher Friedensappell des Papstes
Benedikt XVI. mahnt zu Dialog im Libanon
ROM, 12. Mai 2008 (ZENIT.org).- Mit einem eindringlichen Appell hat Papst Benedikt XVI. am gestrigen Pfingstsonntag nach dem Gebet der „Regina Caeli“ dazu aufgerufen, der Gewalt im Libanon ein Ende zu setzen.
Benedikt XVI. bekundete seine tiefe Sorge um die die Situation im Libanon. In jenem Land seien einer festgefahrenen politischen Initiative erst verbale Gewalt und dann bewaffnete Zusammenstöße mit zahlriechen Toten und Verletzten gefolgt. Die Spannungen hätten sich zwar in den letzten Stunden gelockert, aber dennoch sei es geboten, die Libanesen aufzufordern, „jede Logik aggressiver Auseinandersetzung aufzugeben, die ihrem geliebten Land nicht wieder gut zu machende Schäden zufügt“.
Der einzige Weg, der bleibe, um dem Libanon seine Institutionen und der Bevölkerung die Sicherheit zurückzugeben, bestehe im Dialog, im gegenseitigen Verständnis und in der Suche nach einem vernünftigen Kompromiss.
Benedikt XVI. äußerte die Hoffnung, dass der Libanon durch die Fürsprache Unserer Lieben Frau vom Libanon mutig seiner Berufung entsprechen könne, für den Nahen Osten und die ganze Welt ein Zeichen der realen Möglichkeit eines friedlichen und konstruktiven Zusammenlebens der Menschen zu sein.
Der Papst forderte die Gläubigen dazu auf, für eine reiche Ausgießung des „Geistes der Einheit und der Eintracht“ zu beten, der die Menschen zum Frieden und zur Versöhnung inspiriere. Es sei die gemeinsame Aufgabe aller Libanesen, den Libanon in all seiner Vielfalt leben zu lassen.
@Andrea M.@
Tuesday, May 13, 2008 7:28 PM
Die Ansprache im Wortlaut
Papst Benedikt XVI.: „Lasst uns die Schönheit der Taufe im Heiligen Geist neu entdecken!“
Pfingsten ist die „Krönung der ganzen Sendung Jesu“
ROM, 12. Mai 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, am Pfingstsonntag, zum „Regina Caeli“ auf dem Petersplatz gehalten hat.
Der Heilige Vater erklärte die Bedeutung von Pfingsten und forderte die Pilger und Gläubigen auf, die Gegenwart des Heiligen Geistes in ihrem Leben und damit die Bedeutung von Taufe und Firmung neu zu entdecken.
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Liebe Brüder und Schwestern!
Heute feiern wir das Hochfest von Pfingsten, ein altes jüdisches Fest, das des Bundes gedachte, den Gott mit seinem Volk auf dem Berg Sinai schloss (vgl. Ex 19). Gerade aufgrund des Ereignisses an diesem Gedenktag fünfzig Tage nach dem Ostern Jesu wurde es auch zum christlichen Fest.
Wir lesen in der Apostelgeschichte, dass die Jünger im Abendmahlsaal im Gebet vereint waren, als kraftvoll der Heilige Geist wie Wind und Feuer auf sie herabkam. Und so begannen sie, in vielen Sprachen die frohe Botschaft von der Auferstehung Christi zu predigen (vgl. Apg. 2,1-4).
Das war die „Taufe im Heiligen Geist“, die bereits Johannes der Täufer angekündigt hatte: „Ich taufe euch nur mit Wasser“, so sagte er der Menschenmenge. „Der aber, der nach mir kommt, ist stärker als ich… Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen“ (Mt 3,11).
In der Tat war die gesamte Sendung Jesu darauf hingeordnet, den Menschen den Geist Gottes zu schenken und sie in seinem „Bad“ der Erneuerung zu taufen. Das wurde mit seiner Verherrlichung Wirklichkeit (vgl. Joh 7,39), das heißt mit seinem Tod und seiner Auferstehung: So ist der Geist Gottes in überfließender Fülle ausgegossen worden, wie ein Wasserfall, der in der Lage ist, alle Herzen zu reinigen, den Brand des Bösen zu löschen und in der Welt das Feuer der göttlichen Liebe zu entzünden.
Die Apostelgeschichte legt uns Pfingsten als die Erfüllung dieser Verheißung und daher als Krönung der ganzen Sendung Jesu vor. Er selbst befahl nach seiner Auferstehung den Jüngern, in Jerusalem zu bleiben, da – so sagte er – „ihr schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werdet“ (Apg 1,5). Und er fügte hinzu: „Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde“ (Apg 1,4).
Pfingsten ist deshalb in besonderer Weise die Taufe der Kirche, die ihre universale Sendung von den Straßen Jerusalems aus mit der wunderbaren Verkündigung in den verschiedenen Sprachen der Menschheit beginnt. In dieser Taufe des Heiligen Geistes sind die persönliche und die gemeinschaftliche Dimension, das Ich des Jüngers und das Wir der Kirche untrennbar miteinander verbunden. Der Geist salbt den Menschen und macht ihn gleichzeitig zum lebendigen Glied des mystischen Leibes Christi, das Anteil hat an der Sendung, seine Liebe zu bezeugen. Und dies wird durch die Sakramente der christlichen Initiation verwirklicht: die Taufe und die Firmung.
In meiner Botschaft zum bevorstehenden Weltjugendtag 2008 habe ich die Jugendlichen dazu angeregt, die Gegenwart des Heiligen Geistes in ihrem Leben und damit die Bedeutung dieser Sakramente neu zu entdecken. Heute möchte ich meine Einladung auf alle ausdehnen: Lasst uns die Schönheit der Taufe im Heiligen Geist neu entdecken! Bemühen wir uns, uns unserer Taufe und unserer Firmung neu bewusst zu werden, Quellen von immer aktueller Gnade!
Bitten wir die Jungfrau Maria darum, dass sie auch heute für die Kirche ein neues Pfingsten erlange, das in allen, besonders in den Jugendlichen, die Freude ausgießt, das Evangelium zu leben und zu bezeugen.
[Die deutschsprachigen Pilger begrüßte der Heilige Vater mit folgenden Worten:]
„Frohe Pfingsten!“ rufe ich allen deutschsprachigen Pilgern und Besuchern hier auf dem Petersplatz zu. Besonders grüße ich die vielen jungen Menschen, unter ihnen die Gruppen der Fokolarbewegung und der Gemeinschaft Sant’Egidio.
„Komm, Heiliger Geist!“ ist der Bittruf der heutigen Liturgie. Dazu ist es nötig, dass wir selbst ihm unsere Herzenstüren öffnen, damit er das Kalte und Erstarrte in uns wegnehme und uns die stille Kraft der göttlichen Liebe schenke. Gottes Geist führe euch auf Wegen des Friedens und des Heils!
[ZENIT-Übersetzung des italienischen Orginals; © Copyright 2008 – Libreria Editrice Vaticana]