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benedetto.fan
Wednesday, January 31, 2007 10:14 PM
angelus 28.1.2007

als ich am letzten sonntag mal vor dem angelus im vatikan "vorbeisurfte", war ich zunächst recht irritiert aufgrund der doch eher wenig kirchlich klingenden musik. aber spätestens nach dem angelus war der zusammenhang klar. aber seht und hört selbst!

ciao

benedetto.fan



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Jil
Saturday, February 03, 2007 3:36 PM
Danke fuer die originellen clips, benedetto-fan

Das klingt ja sehr exotisch, und die junge Dame ist wirklich zu beneiden.
@Andrea M.@
Sunday, February 11, 2007 10:07 AM
Zu den Angelus Gebeten
Anmerkung: Alle hier nicht aufgeführten Angelus-Gebete des Heiligen Vaters können mit Berichten und Wortlaut im Archiv des Zenit-Nachrichtendienstes nachgelesen werden, unter: www.zenit.org/german/


Hier nun der Zenit-Bericht zum obengenannten Angelus-Gebet am 28. Januar 2007:

Benedikt XVI. fordert Ende der Gewalt im Libanon und im Gazastreifen

ROM, 29. Januar 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat eindringlich zur Beilegung der Gewalt im Libanon und im Gazastreifen aufgerufen.

Der Heilige Vater betonte am Sonntag nach dem Angelus-Gebet mit Blick auf die bürgerkriegsähnlichen Zustände im Libanon, dass es „inakzeptabel“ sei, den Weg der Gewalt zu beschreiten, „um die eigenen politischen Ansichten zu verteidigen“. Er wisse, dass viele Libanesen angesichts der gegenwärtigen Zustände versucht seien, jegliche Hoffnung fahren und sich vom Gefühl der Entmutigung übermannen zu lassen.

Mit einem Wort von Kardinal Nasrallah Pierre Sfeir, des Patriarchen der Maroniten im Libanon, verurteilte der Papst die „brudermörderischen Zusammenstöße“. An die Christen des Libanons appellierte er eindringlich, „Förderer eines echten Dialogs zwischen den verschiedenen Volksgruppen zu sein“, ehe er sie dem Schutz Unserer Lieben Frau vom Libanon anvertraute.

Der Heilige Vater richtete auch eine konkrete Bitte an Gott: „dass alle Libanesen unterschiedslos in der Lage und auch gewillt sind, zusammenzuarbeiten, um aus ihrer Heimat ein echtes gemeinsames Zuhause zu machen; dass sie diese egoistischen Haltungen überwinden, die sie daran hindern, sich aufrichtig für ihr Land einzusetzen“.

Benedikt XVI. nahm auch auf die blutigen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Hamas- und der Fatah-Bewegung im Gazastreifen Bezug: Er versicherte der Not leidenden Bevölkerung seine „geistige Nähe“ und unterstrich, dass er vor allem dafür bete, „dass in allen die Bereitschaft vorherrschen möge, zugunsten des Gemeinwohls zusammenzuarbeiten und friedvolle Wege einzuschlagen, um die Differenzen und Spannungen zu überwinden“.

Nach seinem Appell zur Beendigung der kriegerischen Konflikte im Nahen Osten begrüßte der Bischof von Rom einige Kinder der Katholischen Aktion. Sie hatten sich auf dem Petersplatz eingefunden, um feierlich das Ende dieses Monats zu begehen, der mit dem Weltfriedenstag begonnen hatte.

In diesem Sinn schenkte der Papst zwei weißen Tauben die Freiheit und sagte zu den jungen Leuten: „Diese Tauben sind Symbole des Frieden. Ihr aber seid die wahren Boten des Friedens.“

[Modificato da @Andrea M.@ 11/02/2007 10.16]

@Andrea M.@
Sunday, February 11, 2007 10:14 AM
Ein weiterer Bericht zum Thema
Glaube und Vernunft miteinander verbinden: Papst Benedikt zum Angelus-Gebet

ROM, 29. Januar 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat am Gedenktag des heiligen Thomas von Aquin († 7. März 1274) zur Wiederentdeckung der Vernünftigkeit des Menschen und des christlichen Glaubens eingeladen.

„Beten wir dafür, dass die Christen – insbesondere diejenigen, die im akademischen und kulturellen Bereich arbeiten – die Vernünftigkeit ihres Glaubens immer besser zum Ausdruck bringen und davon in einem Dialog, der von Liebe getragen ist, auch Zeugnis geben können“, erklärte der Heilige Vater am Sonntag vor dem Angelus-Gebet.

Der Papst warnte Tausende von Pilgern aus aller Welt vor der Gefahr, „nur an materielle und beweisbare Dinge zu denken“ und sich „den großen Fragen über das Leben, über sich selbst und über Gott“ zu verschließen. Das bedeute eine Verarmung, so Papst Benedikt.

Mit einem Verweis auf die Enzyklika Fides et ratio seines direkten Vorgängers, Papst Johannes Pauls II., und auf seine eigene Ansprache an der Universität Regensburg im September vergangenen Jahres wies Benedikt XVI. darauf hin, dass die Frage des Verhältnisses von Glaube und Vernunft gerade „für die in der westlichen Welt heute vorherrschende Kultur eine ernste Herausforderung“ darstelle.

Man müsse sich neben der Wertschätzung für die zahlreichen positiven wissenschaftlichen Erkenntnisse eingestehen, „dass die Tendenz, nur das als wahr zu betrachten, was experimentierbar ist, eine Einschränkung der Vernunft des Menschen bedeutet und eine nunmehr allgemein anerkannte schreckliche Schizophrenie hervorbringt, nämlich das Nebeneinander von „Rationalismus und Materialismus, Hypertechnologie und hemmungslose Anheimgabe an die Instinkte“.

Angesichts dieser Situation sei es unerlässlich, „die Vernünftigkeit des Menschen wiederzuentdecken – eine Vernünftigkeit, die offen ist für das Licht des göttlichen Logos und dessen vollkommene Offenbarung: Jesus Christus, den Mensch gewordenen Sohn Gottes“. Diesbezüglich stellte Benedikt XVI. kar: „Wenn der christliche Glaube echt ist, knechtet er die Freiheit und die Vernunft des Menschen nicht; warum also sollten sich Glaube und Vernunft voreinander fürchten, wenn sie sich doch am besten dann zum Ausdruck bringen können, wenn sie einander begegnen und miteinander in einen Dialog eintreten?“

Der Glaube, so erläuterte der Papst, „setzt die Vernunft voraus und vervollkommnet sie; und die durch den Glauben erleuchtete Vernunft findet die Kraft, sich zur Erkenntnis Gottes und der geistlichen Wirklichkeiten zu erheben“.

Die große Errungenschaft des heiligen Thomas von Aquin – die „wunderbare christliche Synthese zwischen Vernunft und Glauben“ – sei ein Schatz, „aus dem auch heute geschöpft werden kann, um wirksam mit den großen kulturellen und religiösen Traditionen des Ostens und des Südens der Welt in einen Dialog einzutreten“. Der Papst bezeichnete den großen Kirchenlehrer deshalb als „Meister des Dialogs mit anderen Kulturen und Religionen“.
@Andrea M.@
Sunday, February 11, 2007 10:15 AM
Der Wortlaut des Angelus vom 28. Januar 2007
Benedikt XVI.: Für eine Wiederentdeckung der „Vernünftigkeit des Glaubens“

„Wenn der christliche Glaube echt ist, knechtet er die Freiheit und die Vernunft des Menschen nicht“

ROM, 29. Januar 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Benedikt XVI. am Sonntag zum Angelus-Gebet gehalten hat.

Der Heilige Vater erinnerte die Gläubigen am Gedenktag des heiligen Kirchenlehrers Thomas von Aquin an die Einheit von Glaube und Vernunft: „Der Glaube setzt die Vernunft voraus und vervollkommnet sie; und die durch den Glauben erleuchtete Vernunft findet die Kraft, sich zur Erkenntnis Gottes und der geistlichen Wirklichkeiten zu erheben. Die Vernunft des Menschen verliert nichts, wenn sie sich den Inhalten des Glaubens öffnet, im Gegenteil: Diese erfordern ihre freie und bewusste Zustimmung.“


Liebe Brüder und Schwestern!

Der liturgische Kalender erinnert heute an den heiligen Thomas von Aquin, einen großen Kirchenlehrer. Mit seinem Charisma als Philosoph und Theologe bietet er ein ideales Vorbild für die Harmonie zwischen Vernunft und Glauben, Dimensionen des menschlichen Geistes, die sich in der gegenseitigen Begegnung und im wechselseitigen Dialog zur Gänze verwirklichen.

Gemäß dem Denken des heiligen Thomas „atmet“ die menschliche Vernunft sozusagen: Sie bewegt sich in einem weiten und offenen Horizont, wo sie sich am besten zum Ausdruck bringen kann. Wenn sich hingegen der Mensch darauf beschränkt, nur an materielle und erfahrbare Dinge zu denken, und sich den großen Fragen über das Leben, über sich selbst und über Gott verschließt, dann verarmt er. Das Verhältnis von Glaube und Vernunft stellt für die in der westlichen Welt heute vorherrschende Kultur eine ernste Herausforderung dar, und gerade aus diesem Grund wollte der geliebte Johannes Paul II. diesem Verhältnis eine Enzyklika widmen, die eben den Titel Fides et ratio – „Glaube und Vernunft“ – trägt. Auch ich habe dieses Thema jüngst angesprochen, in meiner Ansprache an der Universität Regensburg.

Die moderne Entwicklung der Wissenschaften bringt tatsächlich unzählige positive Wirkungen mit sich, die immer anzuerkennen sind. Gleichzeitig aber muss zugegeben werden, dass die Tendenz, nur das als wahr zu betrachten, was experimentierbar ist, eine Einschränkung der Vernunft des Menschen bedeutet und eine nunmehr allgemein anerkannte schreckliche Schizophrenie hervorbringt, so dass Rationalismus und Materialismus, Hypertechnologie und hemmungslose Anheimgabe an die Instinkte nebeneinander leben.

Es ist daher notwendig, die Vernünftigkeit des Menschen auf neue Weise wiederzuentdecken – eine Vernünftigkeit, die offen ist für das Licht des göttlichen Logos und dessen vollkommene Offenbarung: Jesus Christus, den Mensch gewordenen Sohn Gottes. Wenn der christliche Glaube echt ist, knechtet er die Freiheit und die Vernunft des Menschen nicht; warum also sollten sich Glaube und Vernunft voreinander fürchten, wenn sie sich doch am besten dann zum Ausdruck bringen können, wenn sie einander begegnen und miteinander in einen Dialog eintreten?

Der Glaube setzt die Vernunft voraus und vervollkommnet sie; und die durch den Glauben erleuchtete Vernunft findet die Kraft, sich zur Erkenntnis Gottes und der geistlichen Wirklichkeiten zu erheben. Die Vernunft des Menschen verliert nichts, wenn sie sich den Inhalten des Glaubens öffnet, im Gegenteil: Diese erfordern ihre freie und bewusste Zustimmung.

Mit weit blickender Weisheit gelang es dem heiligen Thomas von Aquin, eine fruchtbare Auseinandersetzung mit dem arabischen und jüdischen Denken seiner Zeit zu schaffen, so dass er als ein immer aktueller Meister des Dialogs mit anderen Kulturen und Religionen zu betrachten ist. Er verstand es, jene wunderbare christliche Synthese zwischen Vernunft und Glauben vorzulegen, die für die westliche Kultur einen so wertvollen Schatz darstellt, aus dem auch heute geschöpft werden kann, um wirksam mit den großen kulturellen und religiösen Traditionen des Ostens und des Südens der Welt in einen Dialog einzutreten.

Beten wir dafür, dass die Christen – insbesondere diejenigen, die im akademischen und kulturellen Bereich arbeiten – die Vernünftigkeit ihres Glaubens immer besser zum Ausdruck bringen und davon in einem Dialog, der von Liebe getragen ist, auch Zeugnis geben können. Bitten wir den Herrn durch die Fürsprache des heiligen Thomas von Aquin und vor allem Marias, dem Sitz der Weisheit, um diese Gabe.

[Auf Deutsch sagte der Papst:]

Einen frohen Gruß richte ich an alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache. Gott hat uns erschaffen, damit wir ihn preisen und anbeten, und damit wir die Menschen lieben, wie er sie liebt. So betet die Kirche im Tagesgebet des heutigen Sonntags.

Die Liebe möge all unser Handeln bestimmen und leiten. Denn sie macht unser Tun wertvoll, und ohne sie hat nichts Bestand. Der Herr gebe uns Kraft, dass wir seine Liebe weiterschenken und das Gute tun. Gottes Segen begleite euch alle durch diese Woche!

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana]

[Modificato da @Andrea M.@ 11/02/2007 10.42]

@Andrea M.@
Sunday, February 11, 2007 10:43 AM
Der Angelus vom 04. Februar 2007
Benedikt XVI. für ein „großes Ja“ zu Leben und Familie

Appell zur „Verwirklichung der Zivilisation der Liebe“

ROM, 5. Februar 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag vor dem Angelus-Gebet zum Schutz des Lebens und der Familie aufgerufen.

„Das Leben, das ein Werk Gottes ist, darf niemandem verweigert werden, auch nicht dem ungeborenen Kind, das am kleinsten und wehrlosesten ist; und noch weniger dann, wenn es eine schwere Behinderung aufweist“, betonte der Heilige Vater am italienischen „Tag des Lebens“, der in diesem Jahr unter dem Motto stand: „Das Leben lieben und wollen“.

Der Papst forderte Tausende von Pilgern, die auf dem Petersplatz zusammengekommen waren, dazu auf, „sich nicht täuschen zu lassen und zu denken, über das Leben bis zu dem Punkt verfügen zu können, an dem dessen Abbruch durch Euthanasie, eventuell unter der Maske des Schleiers menschlichen Mitleids, legitimiert wird“. Zuvor hatte sich Benedikt XVI. bei allen Anwesenden bedankt, da sie durch ihr Kommen „ihren Einsatz für das Leben von der Empfängnis an bis zu seinem natürlichen Ende“ bezeugten.

Angesicht der gegenwärtigen Krise der Familie, dieser „Wiege des Lebens und einer jeden Berufung“, ist es nach Worten des Papstes notwendig, die Familie „zu verteidigen, ihr zu helfen, sie zu schützen und im Wert ihrer unwiederholbaren Einzigartigkeit zu erfassen. Wenn diese Aufgabe in erster Linie den Eheleuten zukommt, so gehört es dennoch zur vornehmlichen Pflicht der Kirche und einer jeden öffentlichen Institution, die Familie durch pastorale und politische Initiativen zu unterstützen, die den wahren Bedürfnissen der Eheleute, der alten Menschen und der neuen Generationen Rechnung tragen.“

Abschließend rief der Bischof von Rom alle Gläubigen zum Gebet auf, damit es immer mehr Menschen gebe, „die ihren Beitrag zur Verwirklichung der Zivilisation der Liebe leisten“.

[Modificato da @Andrea M.@ 11/02/2007 10.43]

@Andrea M.@
Sunday, February 11, 2007 10:44 AM
Der Wortlaut des Angelus vom 04. Februar 2007
Papst Benedikt XVI.: Aufruf zum Schutz des Lebens und der Familie

Angelus-Ansprache zum „Tag des Lebens“ in Italien

ROM, 5. Februar 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, Sonntag, zum Angelus-Gebet gehalten hat.

Der Heilige Vater rief Tausenden von Pilgern und Gläubigen, die sich um die Mittagsstunde auf dem Petersplatz versammelt hatten, vom Fenster seines Arbeitszimmers im Apostolischen Palast aus dazu auf, immer ein „großes Ja zur echten Liebe und zur Wirklichkeit des Menschen und der Familie“ zu sagen und sich für einen umfassenden Schutz des menschlichen Lebens einzusetzen. Zudem appellierte der Papst am „Tag des Lebens“ in Italien, auf besondere Weise für die Familien zu beten, „Wiege des Lebens und einer jeden Berufung“.


Liebe Brüder und Schwestern!

Heute wird in Italien der „Tag des Lebens“ begangen, der von der Bischofskonferenz unter dem Motto: „Das Leben lieben und wollen“ gefördert wird. Ich grüße herzlich alle, die auf dem Petersplatz zusammengekommen sind, um ihren Einsatz für das Leben von der Empfängnis an bis zu seinem natürlichen Ende zu bezeugen. Ich schließe mich den italienischen Bischöfen an, um den mehrmals auch von meinen verehrten Vorgängern an alle Männer und Frauen guten Willens gerichteten Appell zu erneuern, sich gegenüber dem großen und geheimnisvollen Geschenk des Lebens aufnahmebereit zu zeigen.

Das Leben, das ein Werk Gottes ist, darf niemandem verweigert werden, auch nicht dem ungeborenen Kind, das am kleinsten und wehrlosesten ist; und noch weniger dann, wenn es eine schwere Behinderung aufweist. Zugleich pflichte ich den Hirten der Kirche in Italien bei und fordere mit ihnen dazu auf, sich nicht täuschen zu lassen und zu denken, über das Leben bis zu dem Punkt verfügen zu können, an dem dessen „Abbruch durch Euthanasie, eventuell unter der Maske des Schleiers menschlichen Mitleids, legitimiert wird“.

In der Diözese Rom beginnt heute die „Woche des Lebens und der Familie“, eine wichtige Gelegenheit, um für die Familie – sie ist die „Wiege“ des Lebens und einer jeden Berufung – zu beten und über sie nachzudenken.

Wir wissen wohl, dass die auf der Ehe gegründete Familie das natürliche Umfeld für die Geburt und die Erziehung der Kinder und somit für die Zukunft der Menschheit darstellt. Wir wissen aber auch, dass sie von einer tiefen Krise erfasst ist und sich heute vielerlei Herausforderungen stellen muss. Deshalb ist es notwendig, sie zu verteidigen, ihr zu helfen, sie zu schützen und sie im Wert ihrer unwiederholbaren Einzigartigkeit zu erfassen. Wenn diese Aufgabe in erster Linie den Eheleuten zukommt, so gehört es dennoch zur vornehmlichen Pflicht der Kirche und einer jeden öffentlichen Institution, die Familie durch pastorale und politische Initiativen zu unterstützen, die den wahren Bedürfnissen der Eheleute, der alten Menschen und der neuen Generationen Rechnung tragen.

Ein ruhiges familiäres Klima, das vom Glauben und von der heiligen Gottesfurcht erleuchtet ist, fördert darüber hinaus das Aufkeimen und Erblühen der Berufungen zum Dienst am Evangelium. Neben allen, die dazu berufen sind, Christus auf dem Weg des Priestertums zu folgen, beziehe ich mich insbesondere auf alle Ordensmänner und Ordensfrauen und die geweihten Personen, derer wir am vergangen Freitag, am „Welttag des geweihten Lebens“, gedacht haben.

Liebe Brüder und Schwestern, beten wir darum, dass unsere Gemeinden durch den beständigen Einsatz für das Leben und die Einrichtung der Familie Orte der Gemeinschaft und der Hoffnung werden, an denen trotz aller Schwierigkeiten das große Ja zur echten Liebe und zur Wirklichkeit des Menschen und der Familie entsprechend dem ursprünglichen Plan Gottes immer wieder erneuert wird.

Bitten wir den Herrn durch die Fürsprache der heiligen Jungfrau Maria, dass die Achtung vor der Heiligkeit des Lebens wachse, dass die wahren Bedürfnisse der Familie immer stärker ins Bewusstsein treten und dass die Zahl derer steigen möge, die ihren Beitrag zur Verwirklichung der Zivilisation der Liebe leisten.

[Auf Deutsch sagte der Heilige Vater:]

Mit Freude heiße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher hier auf dem Petersplatz willkommen. Wie der Prophet Jesaja fühlen auch wir uns manchmal zu schwach, um in dieser Welt mutig als Boten Gottes aufzutreten. Doch auf Jesu Wort hin wollen wir voll Vertrauen auf den See hinausfahren und die Netze des Evangeliums, der Frohen Botschaft vom Heil, auswerfen.

Gott stärke euch in eurem Zeugnis für unseren auferstanden Herrn und begleite euch mit seinem Segen!

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2006 – Libreria Editrice Vaticana]

[Modificato da @Andrea M.@ 11/02/2007 10.45]

@Andrea M.@
Monday, February 12, 2007 1:12 PM
Angelus Gebet am 11. Februar 2007
Benedikt XVI.: Den Kranken und Leidenden beistehen

Angelus-Ansprache am XVI. Welttag der Kranken

ROM, 12. Februar 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. hat die Gläubigen dazu aufgerufen, sich um die Kranken und Leidenden zu kümmern. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass die Fürsprache der Jungfrau Maria die Kraft verleihe, krankheitsbedingtes Leid anzunehmen und zu ertragen.

Bevor der Heilige Vater am Sonntag mit Tausenden von Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, den „Engel des Herrn“ betete, erinnerte er alle an die erste Erscheinung der Jungfrau Maria vor der heiligen Bernadette Soubirous (1844-1879), die sich am gestrigen Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes zum 149. Mal jährte.

Seit dem 11. Februar 1858 erklinge von der Grotte von Massabielle bei Lourdes „kraftvoll der Aufruf der Jungfrau zu Gebet und Buße“, erklärte Benedikt XVI., der diesen Appell mit der Aufforderung Jesu in Verbindung brachte: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15).

Aus Anlass des Welttags der Kranken, der auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. seit nunmehr 15 Jahren am Gedenktag der Jungfrau von Lourdes begangen wird, bekräftigte Benedikt XVI. seine tiefe Verbundenheit mit allen, die an Leib uns Seele leiden müssen. „Ihnen gilt an diesem Welttag auf besondere Weise unsere Aufmerksamkeit.“

Der Bischof von Rom rief die Gläubigen dazu auf, den kranken und leidenden Menschen stets ihre Liebe und Zuwendung zu schenken. Zugleich rief er dazu auf, „die Entwicklung palliativer Behandlungsformen zu unterstützen, die eine ganzheitliche Betreuung bieten und die den unheilbar Kranken jenen menschlichen Beistand und jene geistliche Begleitung zuteil werden lassen, die sie so sehr brauchen“ (vgl. hierzu auch seine Botschaft zum diesjährigen Weltkrankentag).

Der Wallfahrtsort Lourdes ist nach Worten des Papstes zum Ziel zahlreicher kranker Pilger geworden, „die auf die allerseligste Jungfrau Maria hören und so dazu ermutigt werden, ihre Leiden anzunehmen, sie für die Erlösung der Welt aufzuopfern und sie dabei mit den Leiden des gekreuzigten Christus zu vereinen“.

In diesem Sinn forderte er die Pilger aus den deutschsprachigen Ländern auf: „Im Gebet empfehlen wir die Kranken, ihre Ärzte und Pfleger sowie alle, die für gesundheitlich leidende Menschen Sorge tragen, der Fürsprache Mariens, die wir als ‚Heil der Kranken‘ anrufen.“
@Andrea M.@
Monday, February 12, 2007 1:13 PM
Der Wortlaut des Angelus vom 11. Februar 2007
Papst Benedikt XVI. zum Welttag der Kranken

„Den kranken und leidenden Menschen wollen wir stets unsere Liebe und Zuwendung schenken“

ROM, 11. Februar 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. am Sonntag vor dem Angelus-Gebet gehalten hat.

Der Heilige Vater rief aus Anlass des XV. Welttags der Kranken dazu auf, die Palliativpflege zu fördern. Dabei sei darauf zu achten, dass eine ganzheitliche Betreuung angeboten werde und dass den unheilbar Kranken jener menschliche Beistand und jene geistliche Begleitung zuteil würden, „die sie so sehr brauchen“.

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute gedenkt die Kirche der ersten Erscheinung der Jungfrau Maria vor der heiligen Bernadette am 11. Februar des Jahres 1858 in der Grotte von Massabielle bei Lourdes, ein wunderbares Ereignis, das aus jener im französischen Teil der Pyrenäen gelegenen Ortschaft ein Weltzentrum der Pilgerfahrt und der ausgeprägten marianischen Spiritualität gemacht hat. An diesem Ort erklingt seit nunmehr fast 150 Jahren kraftvoll der Aufruf der Jungfrau zu Gebet und Buße, gleichsam ein anhaltendes Echo der Aufforderung, mit der die Verkündigung Jesu in Galiläa anhob: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15). Darüber hinaus ist dieses Heiligtum zum Ziel zahlreicher kranker Pilger geworden, die auf die allerseligste Jungfrau Maria hören und so dazu ermutigt werden, ihre Leiden anzunehmen, sie für die Erlösung der Welt aufzuopfern und sie dabei mit den Leiden des gekreuzigten Christus zu vereinen.

Gerade aufgrund der bestehenden Verbindung zwischen Lourdes und dem menschlichen Leid hatte der geliebte Johannes Paul II. vor gut 15 Jahren den Wunsch gehabt, dass anlässlich des Festes Unserer Lieben Frau von Lourdes auch der Welttag des Kranken begangen werde. In diesem Jahr liegt das „Herz“ dieses Jahrestages in der Stadt Seoul, der Hauptstadt Südkoreas, wohin ich Kardinal Javier Lozano Barragán, den Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst, entsandt habe, um mich zu vertreten. Ihn und alle, die dort versammelt sind, grüße ich herzlich.

Ich möchte meine Grüße auf das Krankenpersonal in der ganzen Welt ausweiten – im Bewusstsein des Stellenwerts den ihr Dienst an den kranken Menschen in unserer Gesellschaft besitzt. Vor allem möchte ich meine geistliche Nähe und meine Zuneigung gegenüber unseren kranken Brüdern und Schwestern deutlich werden lassen, verbunden mit einem besonderen Gedenken an alle, die von schwereren und schmerzhafteren Krankheiten betroffen sind: Ihnen gilt an diesem Welttag auf besondere Weise unsere Aufmerksamkeit.

Es ist notwendig, die Entwicklung palliativer Behandlungsformen zu unterstützen, die eine ganzheitliche Betreuung bieten und die den unheilbar Kranken jenen menschlichen Beistand und jene geistliche Begleitung zuteil werden lassen, die sie so sehr brauchen.

Am heutigen Nachmittag werden sich in der Petersbasilika zahlreiche Kranke und Pilger zusammen mit Kardinal Ruini versammeln, der der Eucharistiefeier vorstehen wird. Am Ende der Heiligen Messe wird mir wie letztes Jahr die Freude zuteil werden, mit ihnen zusammenzukommen und so von neuem die geistliche Atmosphäre zu erleben, die man bei der Grotte von Massabielle erfahren kann. Dem mütterlichen Schutz der Unbefleckten Jungfrau möchte ich jetzt mit dem Gebet des Angelus die Kranken und diejenigen in der ganzen Welt anvertrauen, die an Leib und Seele leiden.

[Auf Deutsch sagte der Papst:]

Gerne grüße ich die Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache. Am Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes, der auf den heutigen Sonntag fällt, begehen wir zugleich den Welttag der Kranken.

Den kranken und leidenden Menschen wollen wir stets unsere Liebe und Zuwendung schenken. Im Gebet empfehlen wir die Kranken, ihre Ärzte und Pfleger sowie alle, die für gesundheitlich leidende Menschen Sorge tragen, der Fürsprache Mariens, die wir als „Heil der Kranken“ anrufen.

Ich segne euch alle von Herzen.

[ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana]

@Andrea M.@
Wednesday, February 21, 2007 10:27 PM
Der Angelus am 18. Februar 2007
Benedikt XVI.: Das Sakrament der Versöhnung neu entdecken und neu vorschlagen

Die Beichte, ein „spezifisch kirchlicher Dienst, dem wir den Vorzug geben müssen“

ROM, 19. Februar 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. empfing heute Vormittag Großpönitentiar Kardinal James F. Stafford sowie die Prälaten, Offizialen und Pönitentiaren der Päpstlichen Basiliken der Stadt Rom. Der Papst nutzte diese besondere Gelegenheit vor dem Beginn der Fastenzeit, die Bedeutung des Bußsakraments als Ort der „geistlichen Erneuerung“ herauszustellen, an dem der Büßer in ein neues Geschöpf verwandelt werde.

Das Sakrament der Buße ist nach Worten des Heiligen Vaters im Leben des Christen von entscheidender Bedeutung: Es mache die erlösende Kraft des Ostergeheimnisses Christi aktuell. Der Beichtvater werde beim Gestus der Absolution, die im Namen der Kirche und durch diese ausgesprochen werde, „zum bewussten Vermittler eines wunderbaren Gnadenereignisses“.

In seiner Ansprache betonte Benedikt XVI., dass der Beichtvater durch das treue Festhalten am kirchlichen Lehramt zum „Diener der tröstenden Barmherzigkeit Gottes“ werde und somit die Wirklichkeit der Sünde klar hervortreten lasse. Gleichzeitig offenbare der Beichtvater die unermessliche, sich erneuernde „Macht der göttlichen Liebe“, die das Leben neu schenke.

Indem der Büßer die „Zärtlichkeit der Vergebung“ des Herrn verspüre, so der Papst weiter, fühle er sich leichter dazu gedrängt, die Schwere der Sünde anzuerkennen. Er werde entschlossener, sie zu vermeiden, um in der neu geknüpften Freundschaft mit Gott zu verbleiben und in ihr zu wachsen.

Der Papst hob hervor, dass der Beichtvater kein „passiver Zuschauer“ sei, sondern „persona dramatis“, das heißt aktives Werkzeug der göttlichen Barmherzigkeit. Somit müsse der Priester eine gute geistliche und pastorale Sensibilität mit einer ernsthaften theologischen, moralischen und pädagogischen Vorbereitung vereinen. Dies sollte ihn dazu befähigen, die erlebte Erfahrung des Menschen zu verstehen. Zu seinem Amt gehöre es ebenso, dass er die sozialen, kulturellen und beruflichen Umstände derer kenne, die zur Beichte kämen, um ihnen so geeignete Ratschläge und praktische sowie geistliche Orientierungshilfen geben zu können.

Der Priester dürfe nie vergessen, dass er bei der Spendung des Sakraments der Versöhnung dazu berufen sei, die Aufgabe des Vaters, des geistlichen Richters, des Meisters und des Erziehers wahrzunehmen. Aus diesem Grund müsse sich der Priester stets fortbilden. Zu diesem Zweck dienten auch die Kurse des „Forum Internum“, die von der Apostolischen Pönitentiarie eingerichtet worden sind.

Um den anderen Menschen Vergebung und Versöhnung predigen zu können, ist es für den Priester nach Worten des Heiligen Vaters unerlässlich, persönlich von Christus „durchdrungen zu sein“. Für den Dienst des Beichtvaters stünden verschiedene Modalitäten und Instrumente zur Verfügung, durch die die barmherzige Liebe Gottes mitgeteilt werden könne. Es geschehe aber in der Feier dieses Sakraments, durch die dies in der vollständigsten und herausragendsten Form getan werden könne.

Benedikt XVI. bekräftigte anschließend: „Christus hat uns erwählt, liebe Priester, damit wir die einzigen sind, die die Sünden in seinem Namen vergeben können: Es handelt sich also um einen spezifischen kirchlichen Dienst, dem wir den Vorzug geben müssen.“

Viele Menschen, die sich in Schwierigkeiten befänden, suchten die Stärkung Christi. Viele Büßer fänden in der Beichte den Frieden und die Freude, die sie seit langem suchten. Gerade deshalb ist es für den Papst geboten, auch in unserer Zeit, die durch so viele religiöse und soziale Herausforderungen gekennzeichnet sei, das Sakrament der Versöhnung neu zu entdecken und neu vorzuschlagen.
@Andrea M.@
Wednesday, February 21, 2007 10:28 PM
Der Wortlaut des Angelus vom 18. Februar 2007
„Das ist das Neue des Evangeliums, das die Welt verändert, ohne viel Lärm zu machen“

ROM, 19. Februar 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. am Sonntag zum Angelus-Gebet gehalten hat.

Der Heilige Vater betonte, dass die Feindesliebe, die Christus fordere, die menschliche Kraft zwar bei weitem übersteige, dass sie aber möglich und dringend notwendig sei. Die Feindesliebe mache den „Kern der ‚christlichen Revolution‘“ aus und komme aus der Liebe, die Gott dem ins Herz lege, der vorbehaltlos auf seine barmherzige Güte vertraue.


Liebe Brüder und Schwestern!

Das Evangelium dieses Sonntags enthält eines der typischsten und stärksten Worte der Verkündigung Jesu: „Liebt eure Feinde“ (Lk 6,27). Es ist dem Lukas-Evangelium entnommen, findet sich jedoch auch im Evangelium nach Matthäus (5,44) – in der programmatischen Rede, die mit den berühmten „Seligpreisungen“ anhebt. Jesus hielt sie zu Beginn seines öffentlichen Lebens in Galiläa: gleichsam ein allen vorgelegtes „Manifest“, zu dessen Zustimmung er seine Jünger auffordert, indem er ihnen in radikalen Begriffen sein Lebensmodell vorschlägt.

Was ist aber der Sinn dieses seines Wortes? Warum verlangt Jesus, die eigenen Feinde zu lieben, also eine Liebe, die die menschlichen Fähigkeiten übersteigt? In Wirklichkeit ist der Vorschlag Christi realistisch – weil er der Tatsache Rechnung trägt, dass es in der Welt zu viel Gewalt, zu viel Ungerechtigkeit gibt; diese Situation kann somit nur überwunden werden, wenn ihr ein Mehr an Liebe, ein Mehr an Gerechtigkeit entgegengestellt wird. Dieses „Mehr“ kommt von Gott. Es ist seine Barmherzigkeit, die in Jesus Fleisch angenommen hat und die allein die Welt weg vom Bösen hin zum Guten „aus dem Gleichgewicht“ bringen kann, angefangen bei jener kleinen und entscheidenden „Welt“, die das Herz des Menschen ist.

Richtigerweise wird dieser Abschnitt des Evangeliums als die „magna charta“ der christlichen Gewaltlosigkeit angesehen, die nicht darin besteht, sich dem Bösen zu ergeben – entsprechend einer falschen Interpretation des „Hinhaltens der anderen Wange“ (vgl. Lk 6,29) –, sondern darin, dem Bösen mit dem Guten zu antworten (vgl. Röm 12,17-21) und so die Kette der Ungerechtigkeit zu sprengen. So versteht man also, dass für die Christen die Gewaltlosigkeit keine rein taktische Verhaltensweise ist, sondern vielmehr eine Weise, Mensch zu sein; die Haltung dessen, der so sehr von der Liebe Gottes und ihrer Macht überzeugt ist, dass er keine Angst hat, dem Bösen nur mit den Waffen der Liebe und der Wahrheit entgegenzutreten.

Die Feindesliebe bildet den Kern der „christlichen Revolution“, einer Revolution, die nicht auf den Strategien der wirtschaftlichen und politischen Macht oder der Macht der Medien gründet. Es geht um die Revolution der Liebe – einer Liebe, die im Grunde nicht auf menschlichen Ressourcen beruht, sondern ein Geschenk Gottes ist, das man erhält, wenn man einzig und vorbehaltlos auf seine barmherzige Güte vertraut. Ja, das ist das Neue des Evangeliums, das die Welt verändert, ohne viel Lärm zu machen. Das ist das Heldentum der „Kleinen“, die an die Liebe Gottes glauben und sie verbreiten – sogar auf Kosten des eigenen Lebens!

Liebe Brüder und Schwestern, die Fastenzeit, die am kommenden Mittwoch mit dem Ritus der Aschenauflegung beginnen wird, ist eine günstige Zeit, in der alle Christen dazu eingeladen sind, sich immer tiefer zur Liebe Christi zu bekehren. Bitten wir die Jungfrau Maria, folgsame Jüngerin des Erlösers, auf dass sie uns helfe, uns ohne Vorbehalte von jener Liebe erobern zu lassen; zu lernen, so zu lieben, wie Er uns geliebt hat, um barmherzig zu sein, wie unser Vater im Himmel barmherzig ist (vgl. Lk 6,36).

[Auf Deutsch sagte der Heilige Vater:]

Ein herzliches „Grüß Gott“ sage ich allen Pilgern und Besuchern deutscher Zunge. Der Gottesdienst ist die Hochform der Verkündigung des Wortes Gottes. Im Tagesgebet der heutigen Sonntagsliturgie bitten wir den Herrn, dass er uns bereit mache, über sein Wort nachzusinnen, damit wir stets reden und tun, was Gott gefällt. Dabei leitet uns das Vorbild der jungfräulichen Mutter Jesu, die sich ganz unter sein Wort gestellt hat.

Der Herr schenke euch allen einen gesegneten Aufenthalt hier in Rom und geleite euch stets auf allen Wegen!

ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana

@Andrea M.@
Wednesday, February 21, 2007 10:29 PM
Der Appell des Heiligen Vaters beim Angelus
Der Papst drängt auf sofortigen Frieden in Guinea

ROM, 19. Februar 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt XVI. fordert die Achtung der Menschen- und Bürgerrechte im westafrikanischen Staat Guinea.

Vor über zehntausend Pilgern, die sich am Sonntag zum Angelus-Gebet auf dem Petersplatz versammelt hatten, betonte der Heilige Vater angesichts der dramatischen Situation in Guinea: „Die Bischöfe haben mir ihre Besorgnis über die Situation der sozialen Lähmung durch Generalstreiks und Gewalttätigkeiten kundgetan, die zahlreiche Opfer gefordert haben.“ Anschließend forderte Benedikt XVI. die Achtung der Menschen- und Bürgerrechten in dem 10-Millionen-Einwohner-Land und betonte, dass er sich durch das Gebet mit den Betroffenen verbinde, „damit die gemeinsame Verpflichtung, den Weg des Dialogs zu folgen, zur Überwindung der Krise beitragen möge“.

Die Lage in der Republik Guinea, wo am vergangenen Montag nach der Wiederaufnahme eines Generalstreiks das Kriegsrecht verhängt wurde, ist laut Berichten der päpstlichen Nachrichtenagentur „Fides“ weiterhin angespannt. In einigen Teilen der Hauptstadt Conakry kamen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten mindestens 110 Menschen ums Leben. Das von Staatspräsident Lansana Conté verhängte Kriegsrecht räumt der Armee weit gehende Machtbefugnisse ein: Verdächtige Personen können festgenommen, Presse, Radio und Fernsehen kontrolliert werden. Für die Einwohner des Landes wurde zudem eine Ausgangssperre verhängt: Sie dürfen ihre Häuser nur in der Zeit von 16.00 bis 20.00 Uhr verlassen.
@Andrea M.@
Monday, February 26, 2007 4:44 PM
Der Angelus am 25. Februar 2007
Benedikt XVI. zur Fastenzeit: „Alles verlassen, was uns davon ablenkt, auf Christus zu hören“

Angelus am ersten Fastensonntag

ROM, 26. Februar 2007 (ZENIT.org).- Papst Benedikt hob beim Angelus-Gebet am ersten Fastensonntag die große Bedeutung der Worte des Liebesjüngers Jesu hervor: „Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ (Joh 19,37).

Dieses Motto der Botschaft des Heiligen Vaters für die Fastenzeit 2007 soll verständlich machen, dass die „grundlegende Wahrheit: ‚Gott ist die Liebe‘ (1 Joh 4,8), nur mit dem Blick auf Jesus, der für uns am Kreuz gestorben ist, erkannt und angeschaut werden kann. ‚Von diesem Blick her‘, so habe ich geschrieben, ‚findet der Christ den Weg seines Lebens und Liebens‘“, erklärte der Papst, indem er sich eines Zitates aus seiner Enzyklika Deus caritas est (12) bediente.

Bevor der Bischof von Rom mit Tausenden von Pilgern, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, den „Engel des Herrn“ betete, erinnerte er alle daran, dass der gläubige Blick auf den gekreuzigten Jesus den Sinn dafür schärfe, „was Sünde ist, wie tragisch ihr Gewicht und wie unermesslich zugleich die Macht der Vergebung und der Barmherzigkeit des Herrn ist“.

Während man Christus am Kreuz betrachte, sollte man sich im Klaren sein, dass Jesus seinerseits dasselbe tue, dass auch er auf uns herabschaue. Benedikt XVI. betonte, dass der Herr trotz unserer Sünden, die ihn durchbohrten, nicht müde werde, seinen „unerschöpflichen Strom barmherziger Liebe“ über die Welt auszugießen. „Möge die Menschheit verstehen, dass die unverzichtbare geistliche Kraft zum Aufbau jenes Friedens und jenes Glücks, die jeder Mensch unermüdlich sucht, nur aus dieser Quelle geschöpft werden kann.“

Nach dem Angelus-Gebet begrüßte der Papst die Pilgergruppen. An seine Landsleute gewandt, sagte er: „Die österliche Bußzeit ist eine Einladung zur Umkehr und zum Gebet, damit wir in der Erkenntnis Christi voranschreiten und zu Ostern die Geheimnisse unserer Erlösung in rechter Weise feiern können. Heute Abend werde ich mit den Mitarbeitern der Römischen Kurie die jährlichen Exerzitien beginnen und bitte auch dafür um euer besonderes Gebet. Der Herr begleite euch mit seinem reichen Segen.“

Die Exerzitien des Heiligen Vaters dauern bis Samstagvormittag. Sie stehen unter dem Leitwort: „Die Dinge im Himmel – Strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt: Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!“ (Kol 3,1). Die Predigten hält der emeritierte Erzbischof von Bologna an, Kardinal Giacomo Biffi.
@Andrea M.@
Monday, February 26, 2007 4:45 PM
Der Wortlaut des Angelus vom 25. Februar 2007
Benedikt XVI.: Auf den gekreuzigten Christus schauen

„Vielsagende Botschaft der Liebe“

ROM, 26. Februar 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Benedikt XVI. gestern, am ersten Fastensonntag, zum Angelus gehalten hat.

Der Papst ermutigte die Tausenden von Pilgern und Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, vom Fenster seines Arbeitszimmers aus, während der gesamten Fastenzeit auf den gekreuzigten Christus zu schauen. Die „Botschaft der Liebe“, die so erfahrbar werde, mache deutlich, „was Sünde ist, wie tragisch ihr Gewicht und wie unermesslich zugleich die Macht der Vergebung und der Barmherzigkeit des Herrn ist“.


Liebe Brüder und Schwerstern!

Dieses Jahr geht die Botschaft für die Fastenzeit von einem Vers des Johannesevangeliums aus, der sich seinerseits auf eine messianische Prophezeiung des Zacharias bezieht: „Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ (Joh 19,37).

Der Lieblingsjünger, der zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, und anderen Frauen auf dem Kalvarienberg gegenwärtig war, ist Augenzeuge des Lanzenstoßes gewesen, durch den die Seite Christi durchbohrt wurde, aus der dann Blut und Wasser heraus flossen (vgl. Joh 19,31-34). Diese Tat, die von einem namenlosen römischen Soldaten vollbracht wurde, der dazu bestimmt war, sich in der Vergessenheit zu verlieren, blieb in den Augen und im Herzen des Apostels eingeprägt, der sie in seinem Evangelium wiedergegeben hat. Wie viele Bekehrungen haben sich über die Jahrhunderte hinweg gerade dank dieser vielsagenden Botschaft der Liebe ereignet, die demjenigen zuteil wird, der seinen Blick auf den gekreuzigten Christus richtet!

Wir treten also mit dem „Blick“, der fest auf die Seite Jesu gerichtet ist, in die Fastenzeit ein. In der Enzyklika Deus caritas est wollte ich hervorheben, dass diese grundlegende Wahrheit: „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4, 8), nur mit dem Blick auf Jesus, der für uns am Kreuz gestorben ist, erkannt und angeschaut werden kann. „Von diesem Blick her“, so habe ich geschrieben, „findet der Christ den Weg seines Lebens und Liebens“ (ebd., 12).

Wenn wir den Gekreuzigten mit den Augen des Glaubens anschauen, können wir zutiefst verstehen, was Sünde ist, wie tragisch ihr Gewicht und wie unermesslich zugleich die Macht der Vergebung und der Barmherzigkeit des Herrn ist. Während dieser Tage der Fastenzeit wollen wir das Herz nicht von diesem Geheimnis tiefer Menschlichkeit und hoher Spiritualität abwenden.

Fühlen wir, wenn wir auf Christus schauen, dass er zur gleichen Zeit auf uns schaut! Der, den wir selbst mit unserer Schuld durchbohrt haben, wird nicht müde, einen unerschöpflichen Strom barmherziger Liebe über die Welt zu ergießen. Möge die Menschheit verstehen, dass die unverzichtbare geistliche Kraft zum Aufbau jenes Friedens und jenes Glücks, die jeder Mensch unermüdlich sucht, nur aus dieser Quelle geschöpft werden kann.

Wir wollen die Jungfrau Maria, deren Seele unter dem Kreuz des Sohnes durchbohrt worden ist, darum bitten, dass sie uns das Geschenk eines festen Glaubens erlange. Sie führe uns auf dem Weg der Fastenzeit und helfe uns dabei, alles zu verlassen, was uns davon ablenkt, auf Christus und sein Wort des Heils zu hören. Ihr vertraue ich im Besonderen die Woche der Exerzitien an, die heute Nachmittag hier im Vatikan beginnen wird und an der ich zusammen mit meinen Mitarbeitern der Römischen Kurie teilnehmen werde.

Liebe Brüder und Schwestern, ich bitte euch, dass ihr uns mit eurem Gebet begleitet, das ich in der Sammlung der Zurückgezogenheit gerne erwidern werde, indem ich die göttliche Macht auf einen jeden von euch, auf eure Familien und eure Gemeinschaften, herabrufe.

[Auf Deutsch erklärte der Heilige Vater:]

An diesem ersten Fastensonntag begrüße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher. Die österliche Bußzeit ist eine Einladung zur Umkehr und zum Gebet, damit wir in der Erkenntnis Christi voranschreiten und zu Ostern die Geheimnisse unserer Erlösung in rechter Weise feiern können. Heute Abend werde ich mit den Mitarbeitern der Römischen Kurie die jährlichen Exerzitien beginnen und bitte auch dafür um euer besonderes Gebet. Der Herr begleite euch mit seinem reichen Segen.

ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana
ingaH
Sunday, March 04, 2007 2:31 PM
Heute mal ein Bild
@Andrea M.@
Monday, March 05, 2007 1:31 PM
Der Angelus am 04. März 2007
„Frage von Leben oder Tod“: Benedikt XVI. über die Notwendigkeit des Gebets

ROM, 5. März 2007 (ZENIT.org).- „Liebe Brüder und Schwestern, das Gebet ist kein Beiwerk, keine ‚Option‘, sondern es ist eine Frage von Leben oder Tod“, betonte Benedikt XVI. am zweiten Fastensonntag, ehe er mit Zehntausenden von Gläubigen, die auf dem Petersplatz zusammengekommen waren, den „Engel des Herrn“ betete.

„Nur wer betet“, so der Heilige Vater, „kann nämlich in das ewige Leben eintreten, das Gott selbst ist.“ Der Papst hatte den Pilgern den tieferen Sinn des Sonntagsevangeliums erschlossen. Es handelte von der Verklärung des Herrn, der seine drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg mitgenommen hatte, um sie in sein persönliches Gebet „hineinzuziehen“. Diesbezüglich stellte Benedikt XVI. fest: „Jesus zog sich oft zum Gebet zurück, besonders bei Tagesanbruch und nach Sonnenuntergang, und manchmal auch für die ganze Nacht. Jenes eine Mal jedoch, auf dem Berg, wollte er seinen Freunden das innere Licht zeigen, das ihn erfüllte, wenn er betete.“

Das Gebet sei für Jesus keine Flucht aus dem Alltag gewesen. „Für einen Christen bedeutet beten also nicht, vor der Wirklichkeit und der Verantwortung, die sie mit sich bringt, zu flüchten, sondern sie im Vertrauen auf die treue und unerschöpfliche Liebe des Herrn vollends auf sich zu nehmen.“ Jeder Christ müsse danach verlangen, so zu beten wie Christus, der durch das vertrauliche Gespräch mit Gott Vater immer tiefer in seine Sendung eintrete und sich mit dem Willen des Vaters vereine. „So zeigt er uns, dass das wahre Gebet gerade darin besteht, unseren Willen mit dem Willen Gottes zu vereinen.“
„Wer betet, vertut nicht seine Zeit“

In seiner ersten und einzigen Enzyklika Deus caritas est hebt der Papst hervor, wie wichtig das Gebet gerade in jenen Situationen ist, in denen man sich versucht fühlt, der Trägheit nachzugeben, „weil es scheint, da wäre ja doch nichts zu erreichen“ (36).

Gerade dann ist nach Worten Benedikts XVI. „der lebendige Kontakt mit Christus die entscheidende Hilfe, um auf dem rechten Weg zu bleiben… Das Gebet als die Weise, immer neu von Christus her Kraft zu holen, wird hier zu einer ganz praktischen Dringlichkeit. Wer betet, vertut nicht seine Zeit, selbst wenn die Situation alle Anzeichen der Dringlichkeit besitzt und einzig zum Handeln zu treiben scheint.“

Als Beispiel dafür, dass die „Gott im Gebet gewidmete Zeit dem tatsächlichen Wirken der Nächstenliebe nicht nur nicht schadet, sondern in Wirklichkeit dessen unerschöpfliche Quelle ist“, verweist der Heilige Vater auf die selige Theresa von Kalkutta, die aus Anlass der Fastenzeit 1996 folgende Zeilen an ihre Mitarbeiter im Laienstand schrieb: „Wir brauchen diese innige Verbindung zu Gott in unserem Alltagsleben. Und wie können wir sie erhalten? Durch das Gebet.“

[Modificato da @Andrea M.@ 05/03/2007 16.35]

@Andrea M.@
Monday, March 05, 2007 1:33 PM
Der Wortlaut des Angelus vom 04. März 2007
Benedikt XVI. über die Verklärung

Das Gebet, eine „Frage von Leben oder Tod“

ROM, 5. März 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. am zweiten Fastensonntag vor dem Angelus-Gebet gehalten hat.

Der Heilige Vater unterstrich anhand des Tagesevangeliums, das von der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor handelte, die grundlegende Bedeutung des christlichen Gebets. „Liebe Brüder und Schwestern, das Gebet ist kein Beiwerk, keine ‚Option‘, sondern es ist eine Frage von Leben und Tod“, betonte er. „Nur wer betet, das heißt wer sich in kindlicher Liebe Gott anvertraut, kann nämlich in das ewige Leben eintreten, das Gott selbst ist.“


Liebe Brüder und Schwestern!

Am heutigen zweiten Sonntag der Fastenzeit hebt der Evangelist Lukas hervor, dass Jesus zusammen mit den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes auf den Berg stieg, „um zu beten“ (Lk 9,28); und „während er betete“ (Lk 9,29), ereignete sich das leuchtende Geheimnis seiner Verklärung.

Auf den Berg steigen, bedeutete für die drei Apostel somit: in das Gebet Jesu hineingezogen zu werden. Jesus zog sich oft zum Gebet zurück, besonders bei Tagesanbruch und nach Sonnenuntergang, und manchmal auch für die ganze Nacht. Jenes eine Mal jedoch, auf dem Berg, wollte er seinen Freunden das innere Licht zeigen, das ihn erfüllte, wenn er betete: Sein Antlitz – so lesen wir im Evangelium – leuchtete, und sein Gewand ließ den Glanz der göttlichen Person des fleischgewordenen Wortes durchscheinen (vgl. Lk 9,29).

Ein weiteres Detail der Erzählung des heiligen Lukas verdient es, hervorgehoben zu werden: die Angabe des Gesprächsthemas Jesu mit Moses und Elija, die neben dem Verklärten erschienen waren. Wie der Evangelist berichtet, sprachen sie „von seinem Ende (auf Griechisch: „éxodos“), das sich in Jerusalem erfüllen sollte“ (Lk 9,31). Jesus hört also das Gesetz und die Propheten, die zu ihm von seinem Tod und von seiner Auferstehung sprechen.

In seinem innigen Dialog mit dem Vater tritt er nicht aus der Geschichte heraus. Er flieht nicht vor der Sendung, für die er in die Welt gekommen ist, auch wenn er weiß, dass er, um in die Herrlichkeit einzugehen, das Kreuz wird ertragen müssen. Ja, mehr noch: Christus tritt tiefer in diese Sendung ein und stimmt dabei ganz dem Willen des Vaters zu. So zeigt er uns, dass das wahre Gebet gerade darin besteht, unseren Willen mit dem Willen Gottes zu vereinen.

Für einen Christen bedeutet beten also nicht, vor der Wirklichkeit und der Verantwortung, die sie mit sich bringt, zu flüchten, sondern sie im Vertrauen auf die treue und unerschöpfliche Liebe des Herrn vollends auf sich zu nehmen. Aus diesem Grund ist es paradoxerweise gerade die Agonie in Getsemani (vgl. Lk 22,39-46), die die Wahrheit der Verklärung offenbart.

Kurz vor seinem Leiden wird Jesus die Todesangst erfahren und sich dem göttlichen Willen anvertrauen; in diesem Augenblick wird sein Gebet Unterpfand des Heils für uns alle sein. Christus wird den himmlischen Vater anflehen, „ihn vom Tod zu befreien“, und tatsächlich wird er, wie der Verfasser des Briefs an die Hebräer schreibt, erhört werden um seiner Frömmigkeit willen (vgl. Hebr 5,7). Der Beweis für diese Erhörung ist die Auferstehung.

Liebe Brüder und Schwestern, das Gebet ist kein Beiwerk, keine „Option“, sondern es ist eine Frage von Leben und Tod. Nur wer betet, das heißt wer sich in kindlicher Liebe Gott anvertraut, kann nämlich in das ewige Leben eintreten, das Gott selbst ist.

Während dieser Fastenzeit bitten wir Maria, die Mutter des fleischgewordenen Wortes und Meisterin des geistlichen Lebens, uns zu lehren, so zu beten, wie es ihr Sohn tat, auf dass unsere Existenz vom Licht seiner Gegenwart verwandelt werde.

[Auf Deutsch sagte der Heilige Vater:]

Einen frohen Gruß richte ich gerne an alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache hier auf dem Petersplatz. Im Evangelium zum heutigen zweiten Fastensonntag stellt Gott Vater den Aposteln Jesus als seinen „auserwählten Sohn“ vor: „Auf ihn sollt ihr hören.“ Dieses Wort gilt auch uns. Im aufmerksamen Hinhören auf das Wort des Herrn erschließt sich uns der göttliche Heilsplan. Wir werden fähig, den Weg des Leidens Christi mitzugehen, um mit ihm zur Auferstehung zu gelangen. Ich wünsche euch einen gnadenreichen zweiten Fastensonntag.

ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana

@Andrea M.@
Monday, March 12, 2007 2:38 PM
Der Angelus am 11. März 2007
Benedikt XVI.: Persönliche Bekehrung, der Weg zur menschlicheren Gesellschaft

Angelus-Gebet am dritten Fastensonntag

ROM, 12. März 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat darauf hingewiesen, dass die persönliche Bekehrung nichts mit Moralismus zu tun hat, sondern mit dem Bestreben, das Böse zu besiegen und „sich selbst und die Gesellschaft zum Besseren zu verändern“.

Die „Notwendigkeit der Umkehr“ war das Thema der Ansprache, die der Heilige Vater am dritten Fastensonntag vor dem Angelus-Gebet hielt. Vom Fenster seines Arbeitszimmers aus erinnerte er Pilger und Gläubige aus aller Welt daran, dass die persönliche Bekehrung die einzig angemessene Antwort auf jene Geschehnisse sei, die die menschliche Sicherheit erschütterten. Wahre Weisheit besteht nach Worten des Papstes darin, „sich von der Unsicherheit des Daseins anfragen zu lassen und eine Haltung der Verantwortlichkeit einzunehmen: Buße zu tun und unser Leben zu verbessern. Das ist Weisheit, das ist die wirksamste Antwort auf das Böse, auf jeder Ebene: der interpersonalen, der sozialen und der internationalen.“

Christus fordere den jeden Menschen dazu auf, „auf das Böse vor allem mit einer ernsthaften Gewissenserforschung und mit dem Vorsatz zu antworten, das eigene Leben zu läutern“. Die Leute, die lebten, „ohne sich je in Frage zu stellen, haben als einziges Endschicksal den Untergang“, stellte Benedikt XVI. mit Verweis auf das Tagesevangelium fest.

Die Bekehrung schaffe Probleme und menschliches Unglück nicht aus der Welt, ermögliche allerdings, ihnen auf andere Weise zu begegnen. „Auf jeden Fall erlaubt sie es, das Böse mit dem Guten zu besiegen“, bekräftigte der Bischof von Rom. „Die Umkehr besiegt das Böse in seiner Wurzel, die die Sünde ist, auch wenn sie nicht immer seine Folgen vermeiden kann.“

Mit einem geflügelten Wort erinnerte er abschließend noch einmal an die Tatsache, dass Buße und die Änderung des eigenen Verhaltens den wirksamsten Weg zu einer besseren Gesellschaft darstellt: „Ein Streichholz anzuzünden ist mehr wert, als die Dunkelheit zu verdammen.“

[Modificato da @Andrea M.@ 12/03/2007 14.40]

@Andrea M.@
Monday, March 12, 2007 2:40 PM
Der Angelus vom 11. März 2007 im Wortlaut
Über die Bekehrung

„Wirksamste Antwort auf das Böse“

ROM, 12. März 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. am dritten Fastensonntag zum Angelus-Gebet gehalten hat.

Der Heilige Vater ermutigte die Tausenden von Gläubigen, die auf dem Petersplatz zusammengekommen waren, zum Schritt der persönlichen Bekehrung. „Die Umkehr besiegt das Böse in seiner Wurzel, die die Sünde ist, auch wenn sie nicht immer seine Folgen vermeiden kann.“


Liebe Brüder und Schwestern!

Der Abschnitt des Lukasevangeliums, der an diesem dritten Fastensonntag verlesen wird, gibt den Kommentar Jesu zu zwei aktuellen Begebenheiten wieder. Die erste ist die Revolte einiger Galiläer, die von Pilatus in einem Blutbad niedergeschlagen wurde, die zweite der Einsturz eines Turms in Jerusalem, der 18 Menschenleben forderte – zwei tragische Ereignisse, die sehr unterschiedlich sind: Das eine wurde vom Menschen verursacht, das andere war ein Unfall. Entsprechend der Mentalität jener Zeit waren die Menschen geneigt zu denken, dass das Unglück aufgrund einer schweren Schuld der Opfer über sie gekommen sei. Jesus hingegen sagt: „Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren? … Oder jene achtzehn Menschen…, – meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht?“ (Lk 13,2.4). Und in beiden Fällen ist seine Schlussfolgerung: „Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt“ (13,3.5).

Das also ist der Punkt, zu dem Jesus seine Zuhörer hinführen will: zur Notwendigkeit der Umkehr. Er schlägt sie nicht auf moralistische, sondern auf realistische Art vor – als die einzig angemessene Antwort auf Geschehnisse, die die menschlichen Sicherheiten in eine Krise stürzen. Angesichts gewisser Schicksalsschläge – so mahnt er – nützt es nichts, die Schuld auf die Opfer abzuladen. Wahre Weisheit besteht hingegen darin, sich von der Unsicherheit des Daseins anfragen zu lassen und eine Haltung der Verantwortlichkeit einzunehmen: Buße zu tun und unser Leben zu verbessern. Das ist Weisheit, das ist die wirksamste Antwort auf das Böse, auf jeder Ebene: der interpersonalen, der sozialen und der internationalen.

Christus fordert uns dazu auf, auf das Böse vor allem mit einer ernsthaften Gewissenserforschung und mit dem Vorsatz zu antworten, das eigene Leben zu läutern. Andernfalls – so sagt er – werden wir umkommen; wir werden alle auf dieselbe Weise umkommen. In der Tat: Die Menschen und die Gesellschaften, die leben, ohne sich je in Frage zu stellen, haben als einziges Endschicksal den Untergang.

Auch wenn die Bekehrung nicht vor Problemen und Unglück bewahrt, erlaubt sie es, ihnen auf andere „Weise“ zu begegnen. Vor allem hilft sie, dem Bösen vorzubeugen, indem sie gewisse von ihm ausgehende Bedrohungen entschärft. Und auf jeden Fall erlaubt sie es, das Böse mit dem Guten zu besiegen. Auch wenn das auf der Ebene der Tatsachen, die manchmal nicht von unserem Willen abhängen, nicht immer der Fall ist, so doch sicherlich auf der geistlichen Ebene. Kurz: Die Umkehr besiegt das Böse in seiner Wurzel, die die Sünde ist, auch wenn sie nicht immer seine Folgen vermeiden kann.

Bitten wir die seligste Jungfrau Maria, die uns auf dem Weg der Fastenzeit begleitet und stützt, damit sie jedem Christen helfen möge, die Größe – ja, ich würde sagen: die Schönheit – der Bekehrung wieder neu zu entdecken. Sie helfe uns, damit wir erkennen, dass es sich nicht um einen bloßen Moralismus handelt, wenn man Buße tut und sein eigenes Verhalten korrigiert, sondern dass das der wirksamste Weg ist, um sich selbst und die Gesellschaft zum Besseren zu verändern. Das wird durch einen schönen Sinnspruch sehr gut zum Ausdruck gebracht: Ein Streichholz anzuzünden ist mehr wert, als die Dunkelheit zu verdammen.

[Auf Deutsch sagte der Heilige Vater:]

Ganz herzlich grüße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher, und heute besonders die Alumnen des Collegium Germanicum et Hungaricum anläßlich ihrer traditionellen Sieben-Kirchen-Wallfahrt in der vorösterlichen Bußzeit.

Die Pilgerschaft ist ein Sinnbild für unser Leben. Wir machen die Erfahrung, dass es etwas gibt, was wir noch nicht erreicht haben. Im Gebet und in der Betrachtung wird das Ziel unseres Lebens deutlich: „die himmlische Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt“ (Phil 3,14). Dieses Ziel gilt es, bei all unserem Tun im Auge zu behalten.

Euch allen wünsche ich einen gesegneten dritten Fastensonntag!

ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana
@Andrea M.@
Monday, March 19, 2007 1:11 PM
Der Angelus am 18. März 2007
Papst Benedikt: Das Geheimnis der christlichen Freude

Angelus-Gebet auf dem Petersplatz in Rom

ROM, 19. März 2007 (ZENIT.org).- Durch den Empfang des Leibes und Blutes Christi werde der Mensch fähig, das eigene Leben für die Schwestern und Brüder hinzugeben und glücklich zu sein, betonte Benedikt XVI. am vierten Fastensonntag, ehe er zusammen mit Tausenden von Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, den „Engel des Herrn“ betete.

Der Heilige Vater, der darauf hinwies, dass sein Nachsynodales Apostolisches Schreibens Sacramentum caritatis („Sakrament der Liebe“) in Kontinuität zum Zweiten Vatikanischen Konzil und dem Lehramt seiner beiden letzten Vorgänger stehe, erinnerte alle daran, dass die Eucharistie die Quelle der christlichen Freude ist.

„Ja, in der Eucharistie wollte uns Christus seine Liebe schenken; eine Liebe, die ihn dazu gedrängt hat, sein Leben am Kreuz für uns hinzugeben“, erläuterte der Bischof von Rom. „Während des Letzten Abendmahls, als er den Jüngern die Füße wusch, hat uns Jesus das Gebot der Liebe hinterlassen: ‚Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben‘ (Joh 13,34). Da dies aber nur möglich ist, wenn man mit ihm so vereint bleibt wie die Reben mit dem Weinstock (vgl. Joh 15,1-8), hat er sich dafür entschieden, in der Eucharistie selbst unter uns zu bleiben, damit wir in ihm bleiben können. Wenn wir uns somit gläubig mit seinem Leib und Blut stärken, geht seine Liebe in uns über und macht uns unsererseits fähig, das Leben für die Brüder zu geben (vgl. Joh 3,16). Daraus entspringt die christliche Freude, die Freude der Liebe.“

Ehe der Papst den Angelus anstimmte, verwies er auf seinen Namenspatron, dessen Gedenktag jedes Jahr am 19. März begangen wird. Er führte den Pilgern vor Augen, dass Gott der Jungfrau Maria den heiligen Josef zur Seite gestellt habe, und erklärte: „Ich rufe besonders diesen großen Heiligen an, damit das Volk Gottes … von der Liebe Christi durchdrungen wird und deren Früchte der Freude und des Friedens unter der ganzen Menschheit verbreitet.“

[Modificato da @Andrea M.@ 19/03/2007 15.32]

@Andrea M.@
Monday, March 19, 2007 1:12 PM
Der Angelus im Wortlaut
Papst Benedikt XVI. über die Eucharistie

Der Empfang der Leibes und Blutes Christi macht uns fähig, „das Leben für die Brüder zu geben“

ROM, 19. März 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. am Sonntag zum Angelus gehalten hat.

Der Heilige Vater sprach über das Nachsynodale Apostolische Schreiben Sacramentum caritatis („Sakrament der Liebe“) und erinnerte die Gläubigen daran, dass die Eucharistie die Quelle der christlichen Freude, der „Freude der Liebe“, ist.


Liebe Brüder und Schwestern!

Ich bin soeben aus der Jugendvollzugsanstalt „Casal del Marmo“ in Rom zurückgekehrt, die ich an diesem vierten Fastensonntag besucht habe. Der heutige Sonntag wird aufgrund des ersten Wortes der Einzugs-Antiphon zur Messliturgie auf Latein „Lætare,-Sonntag genannt, das heißt: „Freue dich.“ Heute lädt uns die Liturgie dazu ein, uns zu freuen, denn Ostern, der Tag des Sieges Christi über die Sünde und den Tod, nähert sich. Wo aber ist die Quelle der christlichen Freude, wenn nicht in der Eucharistie, die Christus uns als geistliche Speise hinterlassen hat, während wir Pilger sind auf dieser Erde? Die Eucharistie nährt in den Gläubigen aller Zeiten jene tiefe Freude, die ganz eins ist mit der Liebe und dem Frieden und die in der Gemeinschaft mit Gott und den Brüdern ihren Ursprung hat.

Am letzten Dienstag wurde das Nachsynodale Apostolische Schreiben Sacramentum caritatis vorgestellt, dessen Thema gerade die Eucharistie ist, Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche. Ich habe es erarbeitet, indem ich die Früchte der 11. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode zusammengefasst habe, die im Oktober 2005 im Vatikan stattfand. Ich habe vor, auf diesen wichtigen Text zurückzukommen. Aber schon jetzt möchte ich hervorheben, dass er den Glauben der universalen Kirche an das eucharistische Geheimnis zum Ausdruck bringt und in Kontinuität zum Zweiten Vatikanischen Konzil und dem Lehramt meiner verehrten Vorgänger Paul VI. und Johannes Paul II. steht.

Ich habe in diesem Dokument unter anderem seine Verbindung mit der Enzyklika Deus caritas est hervorheben wollen: Das ist der Grund, weshalb ich als Titel „Sacramentum caritatis“ gewählt und somit eine schöne Definition der Eucharistie von Thomas von Aquin wieder aufgenommen habe (vgl. „Summa Theologica“ III, q. 73, a. 3, ad 3): „Das Sakrament der Liebe“.

Ja, in der Eucharistie wollte uns Christus seine Liebe schenken; eine Liebe, die ihn dazu gedrängt hat, sein Leben am Kreuz für uns hinzugeben. Während des Letzten Abendmahls, als er den Jüngern die Füße wusch, hat uns Jesus das Gebot der Liebe hinterlassen: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben“ (Joh 13,34). Da dies aber nur möglich ist, wenn man mit ihm so vereint bleibt wie die Reben mit dem Weinstock (vgl. Joh 15,1-8), hat er sich dafür entschieden, in der Eucharistie selbst unter uns zu bleiben, damit wir in ihm bleiben können. Wenn wir uns somit gläubig mit seinem Leib und Blut stärken, geht seine Liebe in uns über und macht uns unsererseits fähig, das Leben für die Brüder zu geben (vgl. Joh 3,16). Daraus entspringt die christliche Freude, die Freude der Liebe.

Die „eucharistische Frau“ schlechthin ist Maria, Meisterwerk der göttlichen Gnade: Die Liebe Gottes hat sie vor seinem Angesicht in der Liebe untadelig gemacht (vgl. Eph 1,4). Gott stellte ihr zum Schutz des Erlösers den heiligen Josef zur Seite, dessen liturgischen Festtag wir morgen begehen werden. Ich rufe besonders diesen großen Heiligen an, damit das Volk Gottes, indem es an das eucharistische Geheimnis glaubt, es feiert und voller Glauben lebt, von der Liebe Christi durchdrungen wird und ihre Früchte der Freude und des Friedens unter der ganzen Menschheit verbreitet.

[Auf Deutsch sagte der Heilige Vater:]

Mit Freude heiße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache willkommen, besonders die Wallfahrer aus dem Bistum Fulda. Am Sonntag Lætare, dem vierten Fastensonntag, lädt uns die Liturgie ein, mit froher Hingabe dem Osterfest entgegenzueilen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass uns Gott, der barmherzige Vater, freudig erwartet, so wie den „verlorenen Sohn“ im heutigen Evangelium, um uns seine Liebe und die Fülle des Lebens in Ihm zu schenken. Der Herr führe uns auf den Weg der Umkehr und des Guten. Gottes Geist geleite euch heute und in der kommenden Woche.

ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana

[Modificato da @Andrea M.@ 19/03/2007 13.14]

@Andrea M.@
Monday, March 26, 2007 4:42 PM
Der Angelus am 25. März 2007
Papst Benedikt: Die Märtyrer, „Hoffnung für die Welt“

Ansprache zum Angelus-Gebet

ROM, 26. März 2007 (ZENIT.org).- Die modernen Märtyrer sind nach Benedikt XVI. Hoffnungsträger für die ganze Welt, denn sie bezeugten, „dass die Liebe Christi stärker ist als Gewalt und Hass“.

Der Heilige Vater betonte am fünften Fastensonntag vor dem Angelus-Gebet, das Missionare und Märtyrer das Martyrium nicht anstrebten, dass sie aber sehr wohl bereit seien, „ihr Leben hinzugeben, um dem Evangelium treu zu bleiben“. In diesem Zusammenhang unterstrich der Papst: „Das christliche Martyrium rechtfertigt sich nur als höchster Akt der Liebe zu Gott und den Brüdern und Schwestern.“

Durch ihr Ja zum Engel Gabriel habe sich die Jungfrau Maria mit dem Ja ihres Sohnes verbunden, erklärte Benedikt XVI. am eigentlichen Tag des Hochfests der Verkündigung des Herrn, das aufgrund des Vorrangs der Sonntagsliturgie erst am heutigen Montag begangen wird. Die Antwort Mariens lebe in der Kirche fort, die dazu berufen sei, „Christus in der Geschichte gegenwärtig zu machen“. Diesem Auftrag komme sie nach, indem sie Gott die Möglichkeit gebe, dem Menschen zu begegnen und ihm seine Barmherzigkeit zukommen zu lassen. „Das Ja Jesu und Mariens erneuert sich so im Ja der Heiligen, vor allem im Ja der Märtyrer, die um des Evangeliums willen getötet werden“, fuhr der Bischof von Rom fort.

„Vereint mit Jesus, dem Zeugen der Liebe des Vaters, hat Maria das Martyrium der Seele erfahren. Rufen wir vertrauensvoll ihre Fürsprache an, damit die Kirche in Treue zu ihrer Sendung vor der ganzen Welt ein mutiges Zeugnis für die Liebe Gottes ablegt.“

Die Pilger aus dem deutschsprachigen Raum ermutigte der Papst, sich in der Fastenzeit für den Anruf Gottes zu öffnen, „damit Christus unter uns wohnen und wirken kann“.

Am Samstag, dem Jahrestag der Ermordung von Oscar Romero, des Erzbischofs von San Salvador, im Jahr 1980, wurde der Gebets- und Fasttag für die Missionare und Märtyrer begangen, an dem die Kirche jener Bischöfe, Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien gedachte, die nach Worten des Papstes „bei der Erfüllung ihres Auftrags der Evangelisierung und der Förderung der Menschheit“ den Tod fanden.

Im Jahr 2006 kamen weltweit 24 Missionare (17 Priester, ein Ordensmann, drei Ordensfrauen und drei Laien) auf gewaltsame Weise ums Leben.
@Andrea M.@
Monday, March 26, 2007 4:43 PM
Der Angelus im Wortlaut
Benedikt XVI.: Die Verkündigung des Herrn und das Ja der Kirche

„Der Gehorsam des Sohnes spiegelt sich im Gehorsam der Mutter wieder“

ROM, 26. März 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. gestern, am fünften Fastensonntag, zum Angelus-Gebet gehalten hat.

Der Heilige Vater betrachtete das Ja der Jungfrau Maria zur Verheißung des Engels Gabriel und wies darauf hin, dass dieses Ja, das sich mit dem Ja ihres Sohnes verbinde, in der Kirche fortlebe.

„Sie, die Missionare und Märtyrer, sind … ‚Hoffnung für die Welt‘, denn sie bezeugen, dass die Liebe Christi stärker ist als Gewalt und Hass. Sie haben das Martyrium nicht gesucht, aber sie waren bereit, ihr Leben hinzugeben, um dem Evangelium treu zu bleiben.“


Liebe Brüder und Schwestern!

Der 25. März ist der Tag des Hochfests der Verkündigung des Herrn. Dieses Jahr fällt es auf einen Fastensonntag und wird deshalb morgen begangen. Dennoch möchte ich schon jetzt bei diesem wunderbaren Geheimnis des Glaubens innehalten, das wir jeden Tag beim Gebet des Angelus betrachten. Die Verkündigung, die am Beginn des Evangeliums des heiligen Lukas erzählt wird, ist ein demütiges, verborgenes Ereignis – keiner sah es, keiner hatte davon Kenntnis, nur Maria –, gleichzeitig aber ist es für die Geschichte der Menschheit von entscheidender Bedeutung.

Als die Jungfrau zur Verheißung des Engels ihr Ja sagte, wurde Jesus empfangen, und mit ihm begann die neue Ära der Geschichte, die dann am Osterfest als „neuer und ewiger Bund“ bestätigt werden sollte. In Wirklichkeit ist dieses Ja Mariens der vollkommene Abglanz von jenem Ja, das Christus selbst gesprochen hat, als er in die Welt eintrat, wie im Brief an die Hebräer in Form einer Interpretation des Psalm 40 geschrieben steht: „Da sagte ich: Ja, ich komme – so steht es über mich in der Schriftrolle –, um deinen Willen, Gott, zu tun“ (Hebr 10,7).

Der Gehorsam des Sohnes spiegelt sich im Gehorsam der Mutter wieder, und so konnte Gott durch die Begegnung dieser beiden Ja das Antlitz eines Menschen annehmen. Das ist der Grund, weshalb die Verkündigung auch ein christologisches Fest ist, da sie ein zentrales Geheimnis Christi feiert: seine Menschwerdung.

„Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Die Antwort, die Maria dem Engel gegeben hat, lebt in der Kirche fort, die dazu berufen ist, Christus in der Geschichte gegenwärtig zu machen, indem sie ihre Verfügbarkeit anbietet, damit Gott weiterhin die Menschheit mit seiner Barmherzigkeit besuchen kann. Das Ja Jesu und Mariens erneuert sich so im Ja der Heiligen, vor allem im Ja der Märtyrer, die um des Evangeliums willen getötet werden.

Dies hebe ich hervor, indem ich daran erinnere, dass gestern, am 24. März, dem Jahrestag der Ermordung von Oscar Romero, des Erzbischofs von San Salvador, der Gebets- und Fastentag für die Missionare und Märtyrer begangen wurde: für Bischöfe, Priester, Ordensmänner, Ordensfrauen und Laien, die bei der Erfüllung ihres Auftrags der Evangelisierung und der Förderung der Menschheit aus dem Leben gerissen wurden.

Sie, die Missionare und Märtyrer, sind – wie das Motto dieses Jahres sagt – „Hoffnung für die Welt“, denn sie bezeugen, dass die Liebe Christi stärker ist als Gewalt und Hass. Sie haben das Martyrium nicht gesucht, aber sie waren bereit, ihr Leben hinzugeben, um dem Evangelium treu zu bleiben. Das christliche Martyrium rechtfertigt sich nur als höchster Akt der Liebe zu Gott und den Brüdern und Schwestern.

In dieser Fastenzeit betrachten wir häufig die selige Jungfrau, die das in Nazareth ausgesprochene Ja auf dem Kalvarienberg besiegelt. Vereint mit Jesus, dem Zeugen der Liebe des Vaters, hat Maria das Martyrium der Seele erfahren. Rufen wir vertrauensvoll ihre Fürsprache an, damit die Kirche in Treue zu ihrer Sendung vor der ganzen Welt ein mutiges Zeugnis für die Liebe Gottes ablegt.

[Auf Deutsch sagte der Heilige Vater:]

Von Herzen heiße ich die deutschsprachigen Pilger und Besucher willkommen. Morgen feiert die Kirche das Hochfest der „Verkündigung des Herrn“. Dieses Fest birgt drei Kernmomente des Heilsmysteriums, die wir jedes Mal betrachten, wenn wir den „Engel des Herrn“ beten: Ein himmlischer Bote verkündet der Jungfrau Maria die Botschaft Gottes. Maria stellt sich ganz in den Dienst dessen, den sie als ihren Herrn erkennt. Und das ewige Wort Gottes wird Mensch.

Bitten wir die selige Jungfrau, dass auch wir uns in dieser Fastenzeit für den Anruf Gottes öffnen, damit Christus unter uns wohnen und wirken kann. Der Herr segne und behüte euch und eure Familien!
benedetto.fan
Tuesday, March 27, 2007 9:16 PM
@Andrea M.@
Monday, April 02, 2007 1:41 PM
Der Angelus vom 01. April 2007
Der Angelus war anlässlich des Palmsonntags und des diözesanen Weltjugendtages in Rom in den Rahmen der Heiligen Messe eingebettet:

Hier nun der das Grußwort des Papstes:


Im Anschluss an die Heilige Messe begrüßte der Papst die Gläubigen. Auf Deutsch sagte er:

Ein herzliches „Grüß Gott“ sage ich allen deutschsprachigen Pilgern und Besuchern, und ganz besonders den vielen jungen Menschen, die am heutigen Palmsonntag den XXII. Weltjugendtag feiern. Wie die Jünger, so lädt Jesus auch uns zur Nachfolge ein: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben" (Joh 13, 34). Lassen wir die Liebe Christi, die in seiner Leidensgeschichte so deutlich aufscheint, in unserem Leben sichtbar werden. Der Herr geleite euch alle durch diese heilige Woche!

@Andrea M.@
Monday, April 09, 2007 5:00 PM
Das Regina Coeli-Gebet des Papstes am Ostermontag
09. April 2007

In einfacher aber überzeugender Weise ein christliches Zeugnis ablegen

Papst am Ostermontag: „Jesus sagt uns, dass wir keine Scheu davor haben sollen, die Botschaft von seiner Auferstehung weiterzugeben. Wer den auferstandenen Christus trifft und sich ihm anvertraut, hat nichts zu fürchten!“

Vatikan (kath.net/RV) Der christliche Glaube gründet nicht auf der Annahme einer Doktrin, sondern auf der Begegnung mit einem Menschen – mit dem gestorbenen und auferstandenen Christus. Daran hat Papst Benedikt XVI. am heutigen Ostermontag erinnert. Beim Regina Coeli-Gebet, das in der Osterzeit den Angelus ersetzt, sagte der Papst in seiner Sommerresidenz Castelgandolfo: „Jesus sagt uns, dass wir keine Scheu davor haben sollen, die Botschaft von seiner Auferstehung weiterzugeben. Wer den auferstandenen Christus trifft und sich ihm anvertraut, hat nichts zu fürchten! Das ist die Botschaft und jeder Christ ist aufgerufen, sie in jeden Winkel der Erde zu tragen. Der christliche Glaube gründet nicht auf der Annahme einer Glaubensdoktrin, sondern in der Begegnung mit einem Menschen: Mit dem gestorbenen und auferstandenen Christus. Im täglichen Leben gibt es viele Gelegenheiten, in einfacher aber überzeugender Weise ein christliches Zeugnis abzulegen.“

Benedikt XVI. hält nach den anstrengenden Zeremonien der Kar- und Ostertage für einen Kurzurlaub im päpstlichen Sommersitz in den Albaner Bergen auf. Nach dem Mittagsgebet richtete der Papst, der immer wieder durch Grüße und Sprechchöre unterbrochen wurde, nochmals Osterwünsche in mehreren Sprachen an die Anwesenden, darunter auch auf Deutsch: „Von Herzen grüße ich alle Pilger deutscher Sprache. Jesus Christus hat den Tod besiegt. Der österliche Glaube an seine Auferstehung schenke euch Kraft und Heil. Euch allen wünsche ich einen gesegneten Ostermontag“.

[Modificato da @Andrea M.@ 09/04/2007 17.03]

benedetto.fan
Tuesday, April 10, 2007 12:27 PM
papa sah nach einem tag in CG fast schon richtig erholt aus (scheeerz!) und die stimmung war heiter und ungezwungen. aber in CG kann man vielleicht auch nicht anders, als sich erholen: weg von all dem römischen trubel, vielleicht schon ein anderes klima durch den see vor der tür auf der einen, kleine berge auf der anderen seite und bei schönem wetter eine weitsicht ohne ende. dazu noch romantische sonnenuntergänge...... ! hier ein teilmitschnitt von CTV - video.tinypic.com/player.php?v=4dmyxqg - besonders niedlich finde ich immer, wenn papa nur mit den fingern winkt.

ja, nicht nur zu ostern bricht "piene gaudio spirituale" aus, auch papa zu sehen erzeugt "molto gaudio papale e est una situazione speciale". ich denke, die meistens gute stimmung in CG hängt auch damit zusammen, dass das angelus in einem kleinen, übersichtlichen, ja beinahe intimen rahmen stattfindet, denn papa ist wirklich wie zum greifen nah.


[Modificato da benedetto.fan 10/04/2007 15.56]

@Andrea M.@
Monday, April 16, 2007 10:06 AM
Nachtrag zum Regina Coeli am Ostermontag
11/04/2007

VATIKAN - „Wer dem auferstandenen Jesus begegnet und sich im fügsam anvertraut hat nichts zu befürchten.

Diese Botschaft sollen die Christen bis an die äußersten Grenzen der Welt verbreiten“: Papst Benedikt XVI. beim Regina Caeli in Castel Gandolfo am Ostermontag

Castel Gandolfo (Fidesdienst) - Die tiefe „geistliche Freude“, die der Osterfeiern, die „unsagbare Freude“, die Maria Magdalena und die andere Maria empfanden, als sie den auferstandenen Herrn sahen, die Notwendigkeit, dass alle Christen „bis an die äußerten Grenzen der Erde“ die Botschaft von der Auferstehung verkünden waren Gegenstand der Ansprache von Papst Benedikt XVI an die am Ostermontag, den 10. April, zum Regina Caeli-Gebet im Apostolischen Palast von Castelgandolfo versammelten Pilger.

Liebe Brüder und Schwestern,

„Wir sind noch von der geistlichen Freude erfüllt, die die Osterfeiern im Herzen der Glaubenden weckt. Christus ist auferstanden! Diesem großen Geheimnis widmet die Liturgie nicht nur einen sondern fünfzig Tage, die ganze Osterzeit, die mit dem Pfingstfest zu Ende geht“, so Papst Benedikt XVI. in seiner Ansprache vor dem Mariengebet. Sodann erinnerte der Papst an das Evangelium des Tages, das vom Besuch von Maria Magdalena und der anderen Maria beim Grab Jesu berichtet: der auferstandene Herr kam ihnen entgegen und sagte: „Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen (Mt. 28.10)“. „Die Freude darüber, dass sie ihren Herrn wieder sahen, war wirklich unsagbar“, so der Papst weiter, „und voller Begeisterung liefen sie zu den Jüngern, um ihnen davon zu berichten. Auch zu uns sagt der Auferstandene heute, wie damals zu den Frauen, die während der Zeit des Leidens bei Jesus gewesen waren, dass wir keine Angst haben und Boten der Verkündigung seiner Auferstehung sein sollen. Diese Botschaft sollen die Christen bis an die äußersten Grenzen der Welt verbreiten. Der christliche Glaube entsteht nicht aus der Annahme einer Lehre, sondern durch die Begegnung mit einer Person, mit dem gekreuzigten und auferstandenen Christus.“

Sodann betonte der Papst, dass es in unserem alltäglichen Leben „viele Gelegenheiten zur Verkündigung des Glaubens auf eine einfache und überzeugte Weise gibt. Und es ist dringlicher denn je, dass die Männer und Frauen unserer Zeit durch unser Beispiel Jesus kennen lernen und ihm begegnen und sich von ihm erobern lassen.“ Indem er dazu aufforderte, den Blick auf Maria zu richten, „die sich mehr als alle anderen freut, dass sie ihren göttlichen Sohn wieder umarmen kann, denn sie an sich gedrückt hatte, als sie ihn vom Kreuz genommen hatten, bat der Papst um die Fürsprache der Gottesmutter, damit „sie den Glauben an die Auferstehung in uns allen lebendig erhält und uns zu Boten der Hoffnung und der Liebe des auferstandenen Christus macht.“ (SL)

Die Besucher deutscher Sprache grüßte der Papst mit den Worten:

Von Herzen grüße ich alle Pilger deutscher Sprache. Jesus Christus hat den Tod besiegt. Der österliche Glaube an seine Auferstehung schenke euch Kraft und Heil. Euch allen wünsche ich einen gesegneten Ostermontag.

Quellen: Agenzia Fides und „Die Tagespost“

[Modificato da @Andrea M.@ 16/04/2007 10.08]

@Andrea M.@
Monday, April 16, 2007 8:18 PM
Auftakt der Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag des Heiligen Vaters
Barmherzigkeitssonntag in Rom: Papst Benedikt XVI. wünscht sich „Menschen des göttlichen Erbarmens“

Eucharistiefeier und Regina Coeli auf dem Petersplatz

ROM, 16. April 2007 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. hat die Gläubigen am Barmherzigkeitssonntag dazu ermuntert, Taten der Nächstenliebe zu setzen und auf diese Weise am „Werk des Friedens“ mitzuarbeiten, das Gott unentwegt wirke.

„Das Erbarmen ist das Lichtgewand, das der Herr uns in der Taufe geschenkt hat. Dieses Licht dürfen wir nicht verlöschen lassen; es soll im Gegenteil Tag um Tag wachsen in uns und so der Welt von Gott Kunde bringen“, betonte der Heilige Vater während der Heiligen Messe, die er aus Anlass seines 80. Geburtstages am heutigen Montag und des zweiten Jahrestages seiner Wahl auf den Stuhl Petri am kommenden Donnerstag auf dem Petersplatz zelebrierte.

In seiner Predigt gedachte Benedikt XVI. auch seines Vorgängers Papst Johannes Paul II., der den „Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit“ eingeführt und im Jahr 2005 am Vorabend dieses Festtags gestorben war.

50.000 Gläubige nahmen an der Messfeier teil, rund 70 Kardinäle, Erzbischöfe, Leiter der Römischen Kurie und Priester der Diözese Rom konzelebrierten.

Die Predigt Benedikts XVI. stand ganz im Zeichen des Themas der göttlichen Barmherzigkeit. Er erinnerte alle daran, dass Johannes Paul II. in dem Wort Barmherzigkeit die Zusammenfassung des ganzen Erlösungsgeheimnisses erkannt und sie „für unsere Zeit neu ausgelegt“ hatte.

In zwei Diktaturen habe Karol Wojtyla „in der Begegnung mit Armut, Not und Gewalt die Macht der Finsternis tief erfahren, von der die Welt gerade auch in dieser Stunde bedrängt ist“, fuhr der Papst fort. „Aber er hat nicht weniger tief erfahren, dass Gott mit seiner ganz anderen, göttlichen Macht all diesen Gewalten entgegentritt: mit der Macht seines Erbarmens. Sie ist es, die dem Bösen eine Schranke setzt. In ihr drückt sich das ganz eigene Wesen Gottes aus – seine Heiligkeit, die Macht der Wahrheit und der Liebe.“

Benedikt XVI. erklärte, dass Papst Johannes Paul II. nach seinem Tod „von Gott her“ zu uns spreche und sage: „Vertraut dem göttlichen Erbarmen! Werdet Menschen seines Erbarmens Tag um Tag!“

Der Geist Jesu, der nach Worten des Heiligen Vaters die „Macht der göttlichen Barmherzigkeit“ ist, ermögliche immer wieder einen neuen Anfang. „Die Freundschaft mit Jesus Christus ist Freundschaft mit dem, der uns zu Menschen des Vergebens macht und der uns auch selbst vergibt, uns immer wieder aufhebt aus unserer Schwachheit und uns gerade so erzieht, uns die innere Verpflichtung der Liebe einsenkt, seinem Vertrauen mit unserer Treue zu antworten.“

Jesus habe seine Wundmale in die Ewigkeit mitgenommen und zeige uns, dass sich Gott „von der Liebe zu uns“ hat verwunden lassen. „Die Wundmale sind uns Zeichen, dass er uns versteht und dass er sich von der Liebe zu uns verwunden lässt.“ Darüber hinaus bedeuteten sie für uns „Gewissheit und Trost seines Erbarmens“ und zugleich „Gewissheit dessen, wer er ist: ‚Mein Herr und mein Gott‘. Und wie sehr sind sie uns Verpflichtung, uns für ihn verwunden zu lassen.“

Bei der Heiligen Messe kam zum ersten Mal das neue Prozessionskreuz zum Einsatz, das in der Goldschmiede der Benediktinerabtei Santo Domingo de Silos in Burgos (Spanien) angefertigt worden war. Das Evangeliar, ein Werk von Max Faller, hatte Friedrich Kardinal Wetter, Erzbischof Emeritus und Apostolischer Administrator von München und Freising, dem Papst zum Geschenk gemacht. Zusammen mit einigen Vertretern des Erzbistums gratulierte der Kardinal am Montagvormittag dem Bischof von Rom, der ihm einst als Erzbischof von München und Freising vorangegangen war, im Rahmen einer Privataudienz persönlich zum Geburtstag.

Bevor Benedikt XVI. mit den Gläubigen, die sich am Sonntag auf dem Petersplatz versammelt hatten, das Gebet der Himmelskönigin betete, das in der Osterzeit an die Stelle des Angelus tritt, wies er darauf hin, dass das berühmte Wort der Schwester Faustina „Jesus, ich vertraue auf dich“ den Glauben des Christen – den Glauben „an die Allmacht der barmherzigen Liebe Gottes“ – zusammenfasse.

Der Kern dieses Glaubens bestehe somit in der Botschaft des Auferstanden: „Friede sei mit euch!“ Und dieser Friede „ist das Geschenk, das Christus seinen Freunden als Segen hinterlassen hat, der für alle Menschen und alle Völker bestimmt ist“. Es gehe nicht um einen Frieden im weltlichen Sinn, sondern um eine neue Wirklichkeit, die aus der Liebe Gottes, aus seiner Barmherzigkeit hervorgehe. „Es ist der Friede, den Jesus Christus auf Kosten seines Blutes verdient hat und den er denen mitteilt, die ihm vertrauen.“

Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria erbat Benedikt XVI. anschließend für alle die erforderliche Kraft, „um am Werk des Friedens mitzuwirken, das Gott in der Welt vollbringt und das keinen Lärm macht, sondern sich in unzähligen Gesten der Nächstenliebe aller seiner Kinder verwirklicht“.

Die Pilger aus dem deutschen Sprachraum forderte er schließlich in besonderer Weise dazu auf, ihn zu unterstützen: „Dankt mit mir dem Herrn für seine Güte und betet mit mir, damit ich die mir anvertraute Mission mit seiner Gnade erfüllen kann.“

Anmerkung: Der genaue Wortlaut der Predigt findet sich unter: 80. Geburtstag von Papst Benedikt XVI.

[Modificato da @Andrea M.@ 16/04/2007 20.19]

@Andrea M.@
Monday, April 16, 2007 8:21 PM
Der Wortlaut des Regina Caeli am Barmherzigkeitssonntag
„Jesus, ich vertraue auf dich“: Benedikt XVI. zum Regina Caeli am Barmherzigkeitssonntag

Der Glaube des Christen ist „der Glaube an die Allmacht der barmherzigen Liebe Gottes“

ROM, 16. April 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen eine eigene Übersetzung der Ansprache, die Papst Benedikt XVI. am Vortag seines 80. Geburtstags, am Barmherzigkeitssonntag, nach der Eucharistiefeier auf dem Sagrat vor der Petersbasilika gehalten hat.

Nachdem der Bischof von Rom allen Anwesenden und der ganzen Kirche, die ihn „besonders in diesen Tagen mit ihrer Zuneigung umgibt wie eine wahre Familie“, seinen aufrichtigen Dank bekundet hatte, sprach er vor dem Gebet des österlichen „Regina Caeli“ über das göttliche Geschenk des Friedens, „das Christus seinen Freunden als Segen hinterlassen hat“ und „der für alle Menschen und alle Völker bestimmt ist“. Dieser Friede sei kein Friede im weltlichen Sinn, „sondern eine neue Wirklichkeit, Frucht der Liebe Gottes, seiner Barmherzigkeit“. In den Worten „Jesus, ich vertraue auf dich“ ist nach Papst Benedikt „der Glaube des Christen zusammengefasst“, der der Glaube an die Allmacht der barmherzigen Liebe Gottes ist.

* * *

Liebe Brüder und Schwestern!

Euch allen wünsche ich erneut ein Frohes Ostern an dem Sonntag, der die Oktav beschließt und der der Überlieferung nach „Weißer Sonntag“ heißt. Mein verehrter Vorgänger, der Diener Gottes Johannes Paul II., der nach der ersten Vesper des Festtages starb, hat gewollt, dass dieser Sonntag als Fest der Göttlichen Barmherzigkeit begangen werde. Zu diesem so einzigartigen Jahrestag habe ich am heutigen Vormittag auf dem Petersplatz in Begleitung von Kardinälen, Bischöfen und Priestern, von Gläubigen aus Rom und von vielen Pilgern, die sich um den Papst am Vortag seines achtzigsten Geburtstages versammelt haben, eine heilige Messe gefeiert. An alle erneuere ich aus tiefstem Herzen meinen aufrichtigsten Dank, in den ich die ganze Kirche einschließe, die mich besonders in diesen Tagen mit ihrer Zuneigung umgibt wie eine wahre Familie.

Dieser Sonntag beschließt, so sagte ich, die Osterwoche, oder besser gesagt: die „Osteroktav“, die die Liturgie als einen einzigen Tag ansieht, als den „Tag, den der Herr gemacht hat“ (Ps 118,24). Dies ist keine chronologische, sondern eine geistliche Zeit, die Gott im Gewirke der Tage eröffnete, als er Christus von den Toten auferweckt hat. Indem der Schöpfergeist neues und ewiges Leben in den bestatteten Leib von Jesus von Nazareth eingoss, brachte er das Werk der Schöpfung zur Vollendung und schuf eine „Erstlingsfrucht“: die Erstlingsfrucht einer neuen Menschheit, die gleichzeitig Erstlingsfrucht einer neuen Welt und eines neuen Zeitalters ist. Diese Erneuerung der Welt kann in einem Wort zusammengefasst werden – in demselben, das der auferstandene Jesus den Jüngern als Gruß zusprach, und mehr noch als Botschaft seines Sieges: „Friede sei mit euch!“ (Lk 24,36; Joh 20,19.21.26).

Der Friede ist das Geschenk, das Christus seinen Freunden als Segen hinterlassen hat (vgl. Joh 14,27), der für alle Menschen und alle Völker bestimmt ist. Nicht der Friede nach der Mentalität der „Welt“ – das Gleichgewicht der Kräfte –, sondern eine neue Wirklichkeit, Frucht der Liebe Gottes, seiner Barmherzigkeit. Es ist der Friede, den Jesus Christus auf Kosten seines Blutes verdient hat und den er denen mitteilt, die ihm vertrauen. „Jesus, ich vertraue auf dich“: In diesen Worten ist der Glaube des Christen zusammengefasst, der der Glaube an die Allmacht der barmherzigen Liebe Gottes ist.

Liebe Brüder und Schwestern, während ich euch erneut für eure geistliche Nähe anlässlich meines Geburtstages und des Jahrestages meiner Wahl als Nachfolger Petri danke, empfehle ich euch alle Maria an, der Mater Misericordiae und Mutter Jesu, der die Fleisch gewordene göttliche Barmherzigkeit ist. Lassen wir uns mit ihrer Hilfe vom Geist erneuern, um am Werk des Friedens mitzuwirken, das Gott in der Welt vollbringt und das keinen Lärm macht, sondern sich in unzähligen Gesten der Nächstenliebe aller seiner Kinder verwirklicht.

[Auf Deutsch erklärte der Heilige Vater:]

Mit besonderer Freude grüße ich alle Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum hier auf dem Petersplatz. Ich freue mich, dass heute so viele Landsleute aus meiner deutschen und bayerischen Heimat zugegen sind. Herzlichen Dank dafür!

Der auferstandene Herr Jesus Christus weckt und stärkt den Glauben der Jünger. Durch die Gabe seines Geistes befähigt er die Apostel, sein Werk fortzusetzen: die Verkündigung des Reiches Gottes und die Vergebung der Sünden.

Wir alle haben Anteil an der Sendung der Kirche, die der Weitergabe der Botschaft der Erlösung und der Liebe Gottes dient. In seiner großen Barmherzigkeit hat der Herr auch mich, seinen Diener, geführt. Dankt mit mir dem Herrn für seine Güte und betet mit mir, damit ich die mir anvertraute Mission mit seiner Gnade erfüllen kann. Euch allen wünsche ich einen frohen und gesegneten Weißen Sonntag und eine gute Zeit in Rom.

ZENIT-Übersetzung des italienischen Originals; © Copyright 2007 – Libreria Editrice Vaticana

[Modificato da @Andrea M.@ 16/04/2007 20.23]

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