Alt-Neuöttinger Anzeiger vom Montag, 27. März 2006
Per Satellit: Der Papst live am Kapellplatz
Übertragung auf Videoleinwand war Höhepunkt des Frühjahrshauptfestes der Marianischen Männerkongregation
Altötting (sh/hp). »Die Technik macht's möglich. Wir haben uns mit dem Papst verbunden gefühlt« - mit diesen Worten brachte Altbischof Dr. Franz Xaver Eder gestern zum Ausdruck, was die rund 1000 Menschen auf dem Kapellplatz empfanden. Sie alle waren zusammengekommen, um sich die Live-Übertragung des »Engel des Herrn«, den das Kirchenoberhaupt jeden Sonntag vom Fenster des Apostolischen Palastes aus mit den Gläubigen auf dem Petersplatz betet, nach Altötting nicht entgehen zu lassen. Sie trotzten dem Regenwetter und harrten aus, um bei diesem außergewöhnlichen Ereignis im Rahmen des Frühjahrshauptfestes der Marianischen Männerkongregation dabei zu sein.
Die Idee der Aktion, zu deren Umsetzung extra eine spezielle Satellitenanlage aus Graz angefordert worden war, hatte Fritz Obermaier gehabt. Der Hintergrund: Der Wallfahrt - und somit dem Hauptfest als Eröffnung der Saison - kommt heuer besondere Bedeutung zu, da am 11. September der Besuch des Papstes bevorsteht. Die Übertragung war nun als Einstimmung darauf gedacht.
Papst Benedikt war von der Übertragung in Kenntnis gesetzt. Direkt wandte er sich zwar nicht an die auf dem Kapellplatz versammelten Gläubigen, jedoch ließ er seine Grüße vom Sprecher des deutschsprachigen Kanals des Fernsehsenders K-TV ausrichten. Etwa eine Viertelstunde lang dauerte die Direktübertragung. Vorher war ein rund halbstündiges Vorprogramm geboten worden.
Vormittags bereits wurde der Festgottesdienst gefeiert, zu dem über 50 Banner der einzelnen Ortsverbände mit Altbischof Eder in die Basilika einzogen. Br. Georg Greimel, der Präses der MC mit ihren 12 000 Sodalen war, bis er kürzlich nach Ingolstadt abberufen wurde, verabschiedete sich von »seinen Männern«, Br. Marinus Parzinger wurde als sein Nachfolger in sein neues Amt eingeführt. In diesen Gottesdienst eingebettet war auch die Lebensweihe von 41 Sodalen.
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Altbischof Eder
mahnt Politiker
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Eder erinnerte in seiner Predigt an die erste Enzyklika des Papstes Benedikt XVI. über die Liebe. Liebe habe auch mit der Welt zu tun, mit Staat, Wirtschaft und Politik. Der zentrale Auftrag jeder Politik sei es, eine gerechte Ordnung unter den Menschen, in Staat und Gesellschaft zu schaffen. Der hl. Augustinus habe dazu eine Steilvorlage auch für unsere Tage gegeben, wenn er sagte: »Ein Staat, der nicht durch Gerechtigkeit zu definieren wäre, wäre nur eine große Räuberbande«! Für die Sorge um den Menschen und zu keinem anderen Zweck sei Politik berufen und politische Macht gegeben.
Nachmittags folgte in der Basilika die Neuaufnahme. Unter den 30 Männern, die diesen Schritt taten, war auch der indische Kapuziner Br. James, der neue Vize-Präses der MC.
Die Schlusspredigt vor der Prozession nach St. Magdalena hielten Br. Georg und Br. Marinus. Br. Georg bezeichnete die Kongregation als friedliche und frohe Gemeinschaft, in der ein gutes Miteinander gepflegt werde. Dies sei eine Botschaft der MC in einer Zeit, die »im Zeichen des nackten Individualismus« stehe und von »Eigenbrötlerei« gekennzeichnet sei. Sie mache Geborgenheit erfahrbar, gebe Orientierung und helfe somit »zu wissen, wie man dran ist als Christ in der multikulturellen Gesellschaft«.
Br. Marinus nannte das Geleitwort zum Papstbesuch »Wer glaubt, ist nie allein« ein Geschenk. Dieser Spruch sei jedoch nicht nur Zusage, sondern auch Auftrag, anderen dabei zu helfen, Halt zu finden. Dies sei leichter im Bewusstsein, »dass wir immer von Christus begleitet werden«.
Einen weiteren Bericht lesen Sie im Bayernteil, Seite 21.
Lokalteil Altoetting:
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