Päpstlicher Reisemarschall kommt am Montag nach Deutschland
12.3.2006
(Berlin/München/dpa) - Der päpstliche Reisemarschall Alberto
Gasbarri kommt an diesem Montag (13.3.) nach Deutschland, um den
Besuch von Papst Benedikt XVI. im September in Bayern vorzubereiten.
Am Montag wird Gaspari zunächst in Berlin unter anderem das
Bundespräsidialamt und Regierungsstellen besuchen, ehe er am Dienstag nach Bayern fährt, gab Kardinal Karl Lehmann jetzt während der
Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in der
Hauptstadt bekannt. Bei seiner zweiten Deutschlandvisite vom 9. bis
14. September wird Benedikt XVI. ausschließlich in seiner bayerischen
Heimat unterwegs sein.
Joseph Ratzinger (7 will München, Altötting und Regensburg
besuchen, alles Stationen seines Lebens und Wirkens als Priester,
Theologieprofessor und Erzbischof. Gasbarri wird laut Lehmann in der
nächsten Woche an jeder Station der Papstreise einen Tag aufhalten,
um Details und Sicherheitsmaßnahmen zu besprechen. Höhepunkte des
Papstbesuchs sollen drei große Gottesdienste mit hunderttausenden
Menschen werden in München, Regensburg und im Wallfahrtsort
Altötting.
Weiterhin unklar ist, ob der Papst auch seinem Geburtsort Marktl
am Inn einen Besuch abstatten wird. Dies gilt aber als sehr
wahrscheinlich. Eine kirchliche Stiftung hat das Geburtshaus von
Benedikt XVI. gekauft und will es zu einem Museum machen. In dem
Gebäude war Joseph Ratzinger am 16. April 1927 zur Welt gekommen.
Möglicherweise wird er das neue Museum eröffnen.
Lehmann sagte, es sei ein inniger, sehr persönlicher Wunsch des
Papstes, seine Heimat zu besuchen. Seine Eltern sind in Regensburg
beigesetzt, und sein älterer Bruder Georg lebt dort. Der 82-Jährige,
dem im vergangenen Jahr ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, liegt
gerade mit Herzrhythmusstörungen in einem Regensburger Krankenhaus.
Zu der Frage, ob der Besuch Benedikts nicht zu privat angelegt
sei, meinte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: Ich
finde es menschlich sehr sympathisch, dass er persönliche
Beziehungen, die er vor seiner Wahl zum Papst hatte, jetzt nicht
einfach hintenanstellt. Außerdem werde es sicher in absehbarer Zeit
eine weitere Deutschlandreise des Papstes geben.
Alberto Gasbarri - «Reisemarschall» des Papstes
(Rom/dpa) - Als Alberto Gasbarri im vergangenen Oktober zum
neuen «Reisemarschall» des Papstes ernannt wurde, sprach die
italienische Nachrichtenagentur Ansa von einer «kleinen Revolution».
Ein Mann, der nicht aus der Kurie stammt, in einer solchen
Schlüsselposition - allein das ist ungewöhnlich. Zudem ist der neue
Mann nicht einmal Priester: Alberto Gasbarri ist Laie, Familienvater
noch dazu. Zuvor war es ein Kardinal, der die Reisen vorbereitet. Die
Ernennung des Neuen gilt zudem als erste wichtige
Personalentscheidung von Papst Benedikt XVI.
Papstreisen werden akribisch vorbereitet, die öffentlichen
Auftritte vor Millionenpublikum sind für jeden Sicherheitsexperten
ein Albtraum. Hinzu kommen komplizierte protokollarische Fragen, mit
welchen Politikern, Kirchenführern und Vertretern anderer Religionen
der Papst wann und wo und wie lange zusammen trifft. In der
bayerischen Heimat Joseph Ratzingers ist das nicht anders.
Das sind ganz gewaltige Aufgaben für Gasbarri, der sich bisher vor
allem als Verwaltungs-Direktor von Radio Vatikan einen Namen gemacht
hat. Allerdings war er bereits in dieser Funktion an der Organisation
vieler Pontifikalreisen beteiligt. Als «Reisemarschall» muss Gasbarri
jetzt jeweils mehrere Wochen vor den Papstreisen die einzelnen
Stationen besuchen und mit den Behörden den genauen Ablauf festlegen. Sein Urteil ist wichtig: Erst danach entscheiden Papst und Vatikan endgültig über die Reise und verkünden sie offiziell.
www.glaubeaktuell.net/por...1067270799
Zu der Frage, ob der Besuch Benedikts nicht zu privat angelegt
sei, meinte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz
Was für eine anmaßende Frage