ein paar persönliche gedanken
völlig überraschend konnte ich benedettos valenciareise in weiten teilen im spanischen fernsehen verfolgen – hier ein paar ganz persönliche gedanken und eindrücke dazu:
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habt ihr gesehen, wie papa einer weinenden betroffenen des metrounglückes über die wange gestreichelt hat? da hat selbst herr mari für einen moment das fotografieren vergessen und papa musste zum taschentuch greifen. puuuh, aus eigener erfahrung weiss ich, wie gleichermaßen hilfreich aber auch schmerzhaft trost in so einer situation sein kann!
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kurz bevor benedetto zum abendprogramm aufbrach, zeigte das fernsehen per helicoptercamera, wie er in begleitung von GG und 2 anderen herren einen abendspaziergang machte. nichts ungewöhnliches, sollte man meinen. ungewöhnlich aber war eher der ort, nämlich die dachterrasse des bischöflichen palais. was mich an der ganzen sache sehr bedrückt hat, war die tatsache, dass:
1. diese terrasse völlig schmucklos, kalt, langweilig und überhaupt nicht einladend, geschweige denn papstgemäß war, es standen vielleicht 5 oder 6 blumenkübel rum, sonst absolut NICHTS. das einzig schöne waren die warmen farben durch die schon tiefstehende sonne.
2. die 4 wie tiere im käfig in der L-form nur rauf und runter laufen konnten, von einem ende zum anderen hat’s allerhöchstens 1 1/2 minuten gedauert. aufgrund der gesten schienen sie sich lebhaft zu unterhalten, haben dabei auch mal über’s geländer geschaut und in die gegenüber liegenden häuser gewunken.
3. mir durch diese bilder wieder einmal mehr klar geworden ist, mit welchem verlust an freiheit und selbstbestimmung benedettos amt verbunden ist. auch wenn es oft heisst, dass er lieber zurückgezogen als in gesellschaft lebt, glaube ich, dass es einfach mörderhart sein muss, plötzlich selbst so kleinigkeiten wie spaziergänge nicht mehr spontan machen zu können!
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il papa überreichte zapaterro ein megadickes, uraltes buch, die beiden blätterten ein bisschen drin rum. die stimmung schien, zumindest vor den kameras, nicht ganz schlecht zu sein. aber vielleicht machten beide auch nur gute miene zum augenblicklich eher schlechten spiel??!!
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wie immer, wurden benedetto von überall her (ich sage neuerdings ganz gerne) "seine enkelkinder" zum segnen angereicht. plötzlich schlüpfte ein kleiner junge durch die absperrung, wurde von GG höchstpersönlich zu papa geleitet und hatte damit seine ganz persönliche audienz – neid, neid, neid;-))! selbst kurz vor beginn der fahrt zurück vom messegelände zum flughafen reichte man ihm noch einen säugling durch’s offene fenster des papamobils, etwa nach dem motto: "haaalt, warte, den kleinen hier hast du noch vergessen!" einen augenblick sah es so aus, als ob er das kind am liebsten eingepackt und mitgenommen hätte. für mich war das eine der schönsten szenen des wochenendes. ob papa wohl ein guter opa geworden wäre? keine frage - ganz bestimmt!
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zum ende gab's ein beeindruckendes feuerwerk, papa zeigte sich noch auf dem balkon des bischöflischen palais, sagte kurz "buenas noches" und schwupps, verschwand er. alle, die noch nicht müde waren, sangen und tanzten durch valencias straßen und auf dem ciutat-de-les-arts-gelände, wo zeltstädte aufgeschlagen worden sind oder schliefen draussen und es glich der stimmung wie letztes jahr auf dem WJT.
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als ich am sonntag morgen gegen 8:15h mehr oder weniger ausgeschlafen wieder vor dem fernseher "hing", war papa und sein team längst auf den beinen. er empfing schon wieder eine kinderreiche familie, gab und nahm geschenke entgegen und wirkte noch sichtlich müde. die fahrt zum messegelände verlief recht schnell, es waren anfangs noch nicht sooooo viele leute an der strecke, das lächeln und winken hielt sich in (müden) grenzen.
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der abschied fiel, im vergleich zu polen, sehr knapp aus. papa flog etwa ½ std. vor der geplanten zeit ab. mir schien, er wollte nur schnell weg und endlich urlaub machen.
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in einer 2-stündigen nachlese und "manöverkritik" am sonntag abend haben sich die berichterstatter ein familienfreundlicheres, fröhlicheres und weniger steifes programm gewünscht - sprich, mehr einbeziehung und ausrichtung durch kinder; vom spanischen temprament war kaum was zu spüren. die hochkarätige monserrat caballe und die anderen darbieter sprachen auch in meinen augen mehr die älteren semester an. weiter wäre es gern gesehen worden, wenn il papa trotz der angespannten beziehung zwischen beiden ländern durch ein paar worte zum tagesgeschehen, sprich fussball, stellung genommen und damit die stimmung etwas gelöst hätte. ein paar mal wurde papas ausgezeichnetes, beinahe akzentfreies spanisch erwähnt. kritik gab es an an einigen rahmenbedingungen, z.b. dass letztendlich nur wenig menschen wirklich einen blick auf ihn werfen konnten, was am ort an sich lag, er war einfach zuuu weit weg. auch wurde erwähnt, dass sich am sonntag schwule paare trauen ließen, um deutlich zu machen, dass neue familien gegründet wurden.
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das war meine persönliche nachlese, die auch dadurch möglich und informativ wurde, dass spanisch sprechende freunde als übersetzer einen teil ihrer freizeit mit mir vor dem fernseher verbrachten!
in diesem sinne - "sto lat, sto lat, niech zije zije nam!"
ciao
benedetto.fan
[Modificato da benedetto.fan 12/07/2006 0.55]